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Ex-„In aller Freundschaft“-Star Ina Rudolph coacht in Leipzig Gestresste

Schauspielerin als Therapeutin Ex-„In aller Freundschaft“-Star Ina Rudolph coacht in Leipzig Gestresste

Sie war die schöne Anästhesistin Maia in der ersten Staffel der MDR-Erfolgssserie „In aller Freundschaft“: Ina Rudolph. Heute dreht die 46-Jährige nicht mehr, sondern schreibt Bücher und macht Verhaltens-Therapie-Seminare nach der US-Methode „The Work“, drei Tage lang auch in Leipzig.

Ina Rudolph, Thomas Rühmann und Joachim Kretzer, das Freundes-Trio aus der ersten Staffel der MDR-Erfolgsserie „In aller Freundschaft“. Am 9. September 1999 sprang Anästhesistin Maia Dietze (Ina Rudolph) von Schloss Püchau in den Serientod.

Quelle: dpa

Leipzig. Dass sie als schöne Anästhesistin Maia durch die erste Staffel der MDR-Erfolgsserie „In aller Freundschaft“ ging, ist nun schon 16 Jahre her. Danach studierte Ina Rudolph Gesang, bekam Tochter Pauline (Vater: Ex-In aller Freundschaft-Arzt Holger Daemgen), drehte TV-Serien und TV-Filme, spielte Theater, schrieb den Geschichten-Band „Sommerkuss“ – und erfand sich neu. Allerdings nicht hopplahopp und über Nacht. Es dauerte schon seine Zeit. Der erste Anstoß war eine Begegnung – und die fand gleich nach ihrem Serientod statt. „Ich war 30, in einer Verhaltenstherapie und hatte plötzlich etwas verstanden“, sagt Ina Rudolph. Grundsatz: Stress ist abbaubar.

Methode The Work

Der Weg dahin scheint gerade: Negative Überzeugungen aufweichen, abtragen und ablehnen. Also Selbsterkennung durch Loslassen. Innere Ruhe durch Abkopplung. Hört sich simpel an und riecht nach Räucherkerzen-Therapie. Ist es aber ganz und gar nicht, meint Ina Rudolph, die seit 2013 bereits zwei Bücher („Ich will ja loslassen“, „Auf ins fette, pralle Leben“) darüber geschrieben hat.

Fürs erste steuerte die Texanerin Byron Katie das Vorwort bei. Auf ihre Methode „The Work“ schwört Ina Rudolph. Die hat sie für die eigene Vermittlung eingedampft. „Man muss seinen Gedanken auf die Schliche kommen, weil jeder Gedanke an Gefühlen angebunden ist“, sagt sie. Und: „Alles dreht sich um die Arbeit mit den Gedanken.“

Der Beginn

Als Ina Rudolph vor 15 Jahren auf „The Work“ traf, war die Methode hierzulande noch verpönt. Aber ihr Interesse war geweckt. Sie besuchte Seminare, las und dachte nach. Der Grund war eine private Krise. Sie bekam vom Fernsehen Dinge angeboten, die sie nicht wollte, war davon genervt – und hielt mit „The Work“ dagegen. Ganz privat und mit einer kleinen Gruppe in Berlin-Kreuzberg.

Davon hörte die Volkshochschule und bot ihr an, ein Seminar zu machen. Das kam an: „Ich konnte mich ausprobieren und fand Freude daran. Es war ein schönes Gefühl, anderen helfen zu können.“ Berufsfremd fühlte sich Ina Rudolph ohnehin in der Verhaltens-Therapie nicht: Psychologie gehört zum Schauspieler. Wer in die Haut eines anderen schlüpft, der versenkt sich in andere Seelen.

Seminare und Übungen

Inzwischen ist Ina Rudolph Reisende in Sachen „The Work“. Sie gibt Seminare, macht Übungen, arbeitet mit Leuten, denen der Stress Alltag, Arbeit, Familie, Liebe, Leidenschaft vergällt. Sie wird gebucht von Firmen, Anwälte kommen zu ihren Kursen ebenso wie Unternehmer oder ganz normale Leute, die sich angesprochen fühlen, die nicht länger abhängig sein wollen von den Forderungen anderer, sondern zu sich selbst finden möchten.

Coaching in Leipzig

Es finde bei ihr, so sagt Ina Rudolph, ein unesoterisches Selbstbefragen statt, räumt aber ein, dass es schwierig sei, ihre Methode Leuten zu erklären, die noch nie damit in Berührung gekommen sind. Mitgebracht werden muss zu ihr also Neugier und Offenheit. Am Freitag, Sonnabend und Sonntag ist sie das zweite Mal zu Gast in Leipzig, in der Nikolaistrasse 22 (Oelssnershof, Räume von „Im Einklang“), zu einem Vortrag (Freitag) und zum Seminar (Wochenende) mit Übungen, bei denen sie versucht, persönlich auf jeden einzugehen.

Wobei Ina Rudolph dann auch von ihren ganz eigenen Erfahrungen erzählt. Die jüngste: zeichnen. „Ich war überzeugt, dass ich nicht zeichnen kann. Ein stressiger Glaubenssatz – bis ein Grafiker zu mir sagte: Das kann doch jeder, man muss nur anfangen, der Kreativität Raum lassen und dran bleiben, dann wird es.“ So kam es, dass sie bereits eine kleine Postkarten-Kollektion gezeichnet hat, die sich ganz gut verkauft: „Zeichnen hat mir Horizonte geöffnet. Was ich mir niemals hätte träumen lassen.“

Auf nichts warten

Seitdem sie coacht, wartet Ina Rudolph auch nicht mehr auf irgendwelche TV-Angebote. Es gibt zwar immer wieder Anfragen, aber da die Optionen für einen Monat verlangen, kann sie nicht zusagen: Sie ist mit Seminaren einfach zu stark ausgebucht. „Allerdings habe ich das Gefühl, irgendwann kommt noch mal was Großes. Im Moment strenge ich mich aber nicht an, irgendetwas zu drehen.“

Ina Rudolph macht lieber ein paar kulinarische Lesungen (worüber sie liest, wird dann gekocht), kümmert sich um einen Flüchtling aus Kamerun, den sie aufgenommen hat, und um Seminare. Im nächsten Februar gibt es erstmals eines für sieben Tage an der Costa del Sol: „Damit verkürze ich mir den deutschen Winter. Was ich wunderbar finde.“

Von Norbert Wehrstedt

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