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Fans feiern 30 Jahre Depeche Mode - They just can't get enough

Fans feiern 30 Jahre Depeche Mode - They just can't get enough

Es gibt nur wenige Bands, die kultisch verehrt werden, sich von Fans von Russland bis Amerika in Form eines "schwarzen Schwarms" tragen lassen, über 100 Millionen Platten verkauft haben und von der Musikindustrie dermaßen links liegen gelassen werden.

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Depeche-Mode-Sänger Dave Gahan beim Konzert seine Band in der Leipziger Messehalle 7 im Jahr 1998.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Mit Preisen wurden Depeche Mode nie überschüttet. Einen MTV- und Brit Award, einen Echo und einen Viva Cometen nennen sie ihr Eigen. Preise, von denen mindestens zwei bessere Buchstützen für eine Band abgeben, die musikalisch in der Championsleague spielt, ein absoluter Bigplayer ist.

30 Jahre gibt es die britischen Synthie-Wave-Rocker nun, von denen sich Dave Gahan, Andy Fletcher und Martin Gore als harter Kern heraus kristallisiert haben. Der Nimbus ungebrochen, die messianische Stimmung niemals eingetrübt. Das UT Connewitz rekapituliert unter dem Titel „Ich war jung und brauchte ein Vorbild – Depeche Mode werden 30“ am 28. August die Historie der Band. Allerdings aus einem besonderen Blickwinkel: Dem, ihrer Bedeutung in der DDR. Denn DeMo-Fans gab es dort wie Sand am Meer. Vielleicht war die Band ein Gegenentwurf zur politisch verordneten Spießer-Jugendkultur (aber das waren andere aus Punk und Heavy Metal auch), vielleicht waren es die Anfang der 80er ganz neuen düsteren Elektrosounds, die berauschten. Oder schlicht deren Verfügbarkeit: Das DDR Label Amiga brachte die Singles 81 bis 85 heraus, ein Staat machte Zugeständnisse an seine Jugendkultur.

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Wenn Depeche Mode an diesem Samstag ihre Deutschland-Tournee starten, dann ist das vor allem für viele Fans in Ostdeutschland ein großer Tag. In der ehemaligen DDR wurde die Band für junge Leute zum Symbol für Freiheit und die große, weite Welt. Am 11. Juni machen die Briten in der Leipziger Red Bull Arena Station.

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Stefan Kopielski, neben Schirmherr Sascha Lange Mitstreiter im UT Connewitz, hat noch eine andere Erklärung: "In den 80ern waren viele von uns Lehrlinge in der Fabrik, kannten diesen Frust am Arbeitsplatz, Schmerz, aber auch diese melancholische Industrie-Romantik. Depeche Mode haben das irgendwie ausgestrahlt, diese Töne getroffen. Für mich waren sie einfach die perfekte Pop-Band."

Leipzig zählt noch immer – neben Dresden, Frankfurt und Stuttgart – zu den Hochburgen der Fans. "In Radebeul gab es 1987 die erste DeMo-Party. Diese Partys haben sich bis heute gehalten, und das in einer Beständigkeit, die nicht viele Bands für sich verbuchen können. Früher entstanden sie, weil wir sie ja nicht live sehen konnten", erzählt Kopielski.

Abgesehen natürlich vom legendären Konzert am 7. März 1988 in Ostberlin, für das die Band unwissentlich und für eine lächerliche Gage als Hauptact des "Geburtstagskonzerts der FDJ" instrumentalisiert wurde. Die Fans verkauften Mofas, Herz und Seele, um hinein zu kommen. Und die Inbrunst, mit der De-Mo-Anhänger noch heute operieren,scheint ungebrochen.

"People Are People"

Wer sich bei Minusgraden morgens um acht vor die Halle stellt (so geschehen in Dresden 2006), um einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern, der hat Gahan schon längst als seinen "Personal Jesus" auserkoren. Im UT Connewitz geht es mit diversen Zeitzeugen, Die-Hard-Fans, dem Blick aus ostdeutscher Perspektive und den Initiatoren Lange und Kopielski um Depeche Mode, ihre Wirkung, Bedeutung, ihren Sog in der Popkultur. Aber auch bislang unerforschte Kapitel werden geöffnet, wie Stasi-Akten, die über die Band angefertigt wurden.

Folklore-Partys werden diskutiert, ein Exklusiv-Interview mit Keyboarder Andy Fletcher, das Sascha Lange in Berlin aufgezeichnet hat, wird zu hören sein. Und danach gibt es natürlich eine der berüchtigten DeMo-Partys, eine „Black Celebration“.

"Ich war jung und brauchte ein Vorbild – Depeche Mode werden 30", 28. August, 20 Uhr UT Connewitz; Im Anschluss: DeMo-Party im Ilses Erika, mit SK Tiger, Rik Order uvm.

Annika Ross

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Von Redakteur Annika Ross

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