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Feministische Tortenschlacht und mehr: internationale Tänzer beim „Tanztausch“

Lofft Feministische Tortenschlacht und mehr: internationale Tänzer beim „Tanztausch“

In der am Donnerstag beginnenden Folge der „Tanztausch“- Reihe gibt es auf der Bühne des Lofft bis Sonntag Tanz aus den Niederlanden – und aus Deutschland natürlich auch.

Quelle: Marija Lukic

Leipzig. Aus Flandern und den Niederlanden kommt traditionell nicht nur starke Literatur (wie man auf der gerade zu Ende gegangen Frankfurter Buchmesse erleben durfte, wo die Regionen das diesjährige Schwerpunktthema markierten), sondern auch eine starke, vitale und vielfältige Tanzszene. Was zu überprüfen man jetzt im Leipziger Lofft wunderbar Gelegenheit hat. In der aktuellen Folge der dortigen „Tanztausch“- Reihe und im Rahmen des um die Buchmesse herum und über diese hinaus installierten Kulturprogramms gibt es auf der Bühne am Lindenauer Markt bis Sonntag Tanz aus den Niederlanden – und aus Deutschland natürlich auch.

Vier Abende, straff gepackt mit drei Inszenierungen aus Amsterdam, drei aus Köln und jeweils einer aus Brabant und Leipzig. Nicht zu vergessen die Diskussionsrunde „How To Become A Dancer“, die Modelle der Tanz-Ausbildung in Sachsen erörtert und dabei wohl die Gelegenheit nutzen wird, diese auch in Bezug zu den holländischen Nachbarn zu setzen.

Stichwort „in Bezug setzen“. Es ist eine der Sachen, die eine Reihe wie „Tanztausch“ ermöglicht. Also auch die hiesige Szene in einem größeren Kontext zu verorten. Den berühmten Blick über den berüchtigten Tellerrand zu wagen. Was nach wie vor auch deshalb notwendig ist, weil – nach wie vor – einschlägige Angebote oftmals vergleichsweise ungenügend genutzt werden. Was Folgen hat – oder wenigstens Kausalitäten aufzeigt. Aber gut: Um Qualitätsranking soll und kann es hier und jetzt (noch) nicht gehen. Auch, weil das, was dann das „Tanztausch“-Programm ankündigt, in wirklich jedem Einzelfall erst einmal spannend klingt.

Wütende Ladys in schrillen Farben

Das gilt für die Reflexion der Leipziger Phase-Zero-Productions, über den Tanz auf dem schmalen Grat, der zwischen dem Manifestieren der eigenen Individualität und dem einer Gruppenzugehörigkeit liegt („Side by Side“). Das gilt für Fernando Belfiores „AL13FB<3“. Eine Travestie aus Techno und Schamanismus, alchemistisch heißt verkocht mit Laser-Schwertern umgerührt und exaltiert serviert. Und das gilt für Cecilia Moisios „Juxtapose“, eine mit Arsen kredenzte feministische Tortenschlacht. Zwei Performerinnen geben als Schlagsahneschaum-Geborene die wütenden Ladys in schrillen Farben und auch mal schwarzem Humor. Was laut Programmheft eine Show, „schreiend komisch und herrlich krawallig“, verspricht. Es gibt keinen Grund, dem nicht zu glauben.

Nur drei Beispiele. Hier willkürlich ausgewählt – und trotzdem programmatisch. Nicht nur für diesen Tanztausch-Durchlauf. Ob in dem die Produktionen, die da vom Lofft aus dem großen Angebotspool Köln-Amsterdam-Brabant gefischt und nach Leipzig gebracht wurden, tatsächlich halten werden, was sie versprechen, muss sich zeigen. Der Intention aber, Tanz aus verschiedenen Regionen zu präsentieren, somit Künstlern neues Publikum zu erschließen und nicht zuletzt auch dem Publikum neue Künstler vorzustellen, folgt dieses kleine Festival indes schon mal aufs Beste. Es bleibt zu hoffen, dass diese drei Abende „Tanztausch“ auf die Resonanz stoßen, die sie verdienen. Schlicht auf viel neugieriges, offenes und kritisches Publikum.

Von Steffen Georgi

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