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Finale Grande: In Flames genießen in Leipzig die Clubatmosphäre

Konzert im Hellraiser Finale Grande: In Flames genießen in Leipzig die Clubatmosphäre

Seit Wochen war der Club Hellraiser ausverkauft – für einen denkwürdigen Konzertabend, wie sich nun herausgestellt hat. Die Band In Flames zeigte den fast 1000 Fans, dass zwar ihre Platten mittlerweile die Pop-Hitparaden stürmen. Aber dass sie live noch immer jeden Vertreter der reinen Metal-Lehre für sich zu überzeugen vermögen.

Gut bei Stimme und ausnahmsweise sogar in Plauderlaune: Anders Fridén am vergangenen Freitagabend im Hellraiser.

Quelle: Susanne Richter

Leipzig. Irgendwann mimt Anders Fridén den Gotthilf Fischer. Die Arme bis ins Gehtnichtmehr ausgebreitet, dirigiert der In-Flames-Frontmann einen fast tausendstimmigen Chor, das durchgeschwitzte Basecape weit in den blanken Nacken geschoben. Von der Decke perlt zu diesem Zeitpunkt bereits das Kondensat. Dabei ist das Finale Grande noch eine halbe Stunde entfernt. Doch schon jetzt ist klar: Der Hellraiser erlebt einen denkwürdigen Abend und beweist wieder einmal, weshalb das Haus am Leipziger Stadtrand regelmäßig in die Top Ten der wichtigsten Metalclubs im deutschsprachigen Raum gewählt wird.

Schon das Aufwärmprogramm, die Stoner-Rocker Black Temple, lässt die Häupter im Gleichklang wippen. Letztlich wartet aber alles nur auf – In Flames. Und dann, endlich: Nebel überzieht die Bühne einem weißen Schleier gleich, „Jester’s Door“ zählt den Countdown, Anders Fridén entsteigt aus tiefblauem Licht, mit „Everthing’s Gone“ vom aktuellen Album „Siren Charms“ werfen die Schweden den ersten Brocken in gierigen Mäuler. Schon dieser Refrain wird mitgeschrien.

Anders Fridén in Plauderlaune

Die folgende, vom Gestern inspirierte Setlist beinhaltet unter anderem die Beinahe-Klassiker „Black & White“ und „Pinball Map“, als In Flames die Marke Melodic Death Metal prägten. Ein Subgenre, dem die Band längst entwachsen ist. Nicht nur, was die Popularität anbelangt – der Hellraiser ist schon Wochen vor dem Konzert ausverkauft gewesen –, sondern auch musikalisch, wie die jüngsten Veröffentlichungen nahelegen.

An diesem Abend ist Anders Fridén auch noch in Plauderlaune, kommuniziert und grinst breitflächig, wie man es nur selten erlebt. Erst stellt er fest, dass es wirklich eine „Big Party“ sei; dann wird gleich mehrfach die Qualität des deutschen Hopfens gepriesen. In Flames haben sicht- und hörbar Spaß. Auch wenn am Ende Tränen fließen werden: Nach 17 Jahren in der Band verabschiedet sich Schlagzeuger Daniel Svensson.

Tränenreicher Abschied vom Schlagzeuger

Es ist die letzte Station einer kleinen Klubtour, Leipzig das einzige Konzert im Osten. Nachdem der Headliner-Auftritt beim diesjährigen With Full Force in Roitzschjora einem Unwetter zum Opfer gefallen war, ist dies so etwas wie Wiedergutmachung. Im Juni 2011 hatten sich die Schweden im Hellraiser für die Festivalsaison warm gespielt und ganz offensichtlich Gefallen an ihm gefunden.

Überhaupt muss man sagen: In Flames könnten längst weit größere Hallen füllen – doch sie genießen die Club-Atmosphäre. Wer hatte ihnen gleich noch Kommerz vorgeworfen? Wer befand sie im Pop angekommen? Auch der Autor dieses Textes war nicht frei von diesen Urteilen. In Leipzig streicheln sie ihre Wurzeln, balsamieren die wankenden Seelen, beweisen, weshalb sie zur Speerspitze des Modern Metal gehören. Mit „Take This Life“ wird schon vor den fünf (!) Zugaben ein weiteres As gezogen, der Klassiker „Cloud Connected“ begleitet schließlich den tränenden Abschied. Ja, es war ein denkwürdiger Abend.

Von Andreas Debski

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