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Fionas Geheimnis: Der „Tatort“ aus Bremen erzählt einen alten Fall von 2005 zu Ende

Fionas Geheimnis: Der „Tatort“ aus Bremen erzählt einen alten Fall von 2005 zu Ende

Auf einmal steht Fiona vor der Tür ihres Elternhauses. Zehn Jahre ist es her, dass sie als vermisst gemeldet wurde. Sieben Jahre alt war sie damals, sie galt als tot.

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Ihr alkoholkranker Vater soll der Mörder gewesen sein, stand für die ermittelnden Polizisten fest. Er erhängte sich noch in der Untersuchungshaft. Doch jetzt ist diese junge Frau wieder da.

Schnell wird aus der anfänglichen Freude über die Heimkehr der vermissten Tochter jedoch Skepsis über deren Identität. Die Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und ihr Partner Niels Stedefreund (Oliver Mommsen) ermitteln im neuen Bremer „Tatort: Die Wiederkehr“ in einem Fall, der eigentlich vor zehn Jahren zu den Akten gelegt worden war. Für die neu gedrehten Rückblenden zum Fall von damals mussten die TV-Polizisten ihre alten Kostüme wieder hervorholen Das Mädchen Fiona Althoff galt 2005 als verstorben, obwohl die Leiche nie gefunden wurde. Der Grund scheint nun klar zu sein: Fiona lebt.

Die mittlerweile 17-Jährige (Gro Swantje Kohlhof) erzählt, dass sie von einem Ehepaar entführt und missbraucht wurde. Nicht nur von ihnen, sondern auch von deren „Freunden“. Lürsen und Stedefreund wollen der Wahrheit auf den Grund gehen. Doch die Witwe Silke Althoff (Gabriela Maria Schmeide) erschwert die Ermittlungen. Sie erhebt noch immer schwere Vorwürfe gegen die Kommissarin und gibt ihr die Schuld an dem Tod ihres Mannes. So stellt sich Inga Lürsen bei ihrem 31. Fall vor allem selbst infrage. Verbissen sucht sie nach der Wahrheit, verzieht jedoch dabei keine Miene. Bis auf einmal klar ist: Irgendetwas stimmt hier nicht.

Hausregisseur Florian Baxmeyer stimmt in dem neuen „Tatort“ ruhige Töne an und inszeniert weniger einen Krimi, sondern eher ein Drama mit komplexen Charakteren. Die Geschichte wird dabei vor allem von Gabriela Maria Schmeide in der Rolle der Silke Althoff getragen. Hin- und hergerissen spielt sie sich glänzend durch die Gefühlsachterbahn. Sie bockt, zetert, weint und verrennt sich in der scheinbar ausweglosen Situation. Die Bremerin galt bereits beim Schreiben des Drehbuchs als ideale Besetzung, und tatsächlich ist ihr die Rolle auf den Leib geschnitten. Doch das Drehbuch von Matthias Tuchmann und Stefanie Veith hat einige Schwächen, die sich in der Inszenierung

widerspiegeln.

Die Idee ist zwar ausgefallen und fesselnd, doch leider wirkt die Geschichte an manchen Stellen überkonstruiert. Nachdem Zweifel an der Identität Fionas aufkamen, fragt Inga Lürsen zwar Silke Althoff, warum sie das Mädchen dennoch aufnahm, aber die Antwort bleibt aus. Damit ist die Grundmotivation der Figur unklar – und die gesamte Handlung steht auf einem wackligen Fundament. Auch andere Fragen bleiben offen, die sogar an der Kompetenz der Polizistin Inga Lürsen zweifeln

lassen. So lässt sie zu, dass die Schwester Kathrin Althoff (Amelie Kiefer) beim DNA-Test das Wattestäbchen nur oberflächlich in den Mund nimmt.

Problematisch ist weiterhin die Figur von der angeblichen Fiona angelegt. In Lederkluft, mit pinkfarbenen Haaren und ebensolchem Lidschatten tritt sie auf. Diese für Punks typische Aufmachung ist normalerweise ein Zeichen für Rebellion. Doch wie hätte sie diese als unter Drogen gesetzte Gefangene ausleben können? Zumal in einem Milieu, in dem die Täter unschuldig aussehende Kinder und Jugendliche missbrauchen? Von derlei Mängeln abgesehen entfaltet sich ein Drama mit psychologischer Tiefe und starken Bildern, die die bedrückende Stimmung übertragen. Was wirklich passiert ist, entwickelt sich erst mit der Zeit und gibt immer wieder Raum für Spekulationen. Somit bleibt die Spannung trotz unklarer Motivlage erhalten.

Johanna Hegermann

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Von Redakteur Johanna Hegermann

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