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Förderpreise Deutscher Film vergeben

Förderpreise Deutscher Film vergeben

Nach seinem erfolgreichen Spielfilmdebüt „Shoppen“ über Singles beim Speeddating ist Ralf Westhoff wieder auf Siegeskurs: Für seinen zweiten Kinofilm „Der letzte schöne Herbsttag“ wurde er am Mittwoch beim Förderpreis Deutscher Film in München als bester Regisseur ausgezeichnet.

München. Mit den Techniken des Verhörs zerlege Westhoff die Liebe eines Paares, um seinen Figuren am Ende einen Freiraum zu inszenieren, in dem sie die Liebe finden, begründete die Jury bei der Feier im Rahmen des Münchner Filmfestes, wo Preise im Gesamtwert von 60.000 Euro verteilt wurden.

Einen Eklat wie im vergangenen Jahr gab es nicht - damals hatten sich die Juroren zum Entsetzen der Stifter geweigert, Gewinner für das beste Drehbuch und die beste Regie zu benennen. Die Auswahl von sechs Filmen sei zu klein und die Streifen überdies auch nicht gut genug, hatten die Oscar-Preisträgerin Caroline Link, der Schauspieler Maximilian Brückner und der Produzent Uli Aselmann beklagt. Ein Skandal, dem aber bald darauf eine Änderung der Regularien folgte. Insbesondere die Altersgrenze von 35 Jahren wurde aufgehoben.

Ein Glück für den strahlenden Sieger Westhoff - wäre er mit 40 Jahren für den 20.000 Euro schweren Preis doch nicht mehr in Frage gekommen. So war er sichtlich erleichtert und froh, aufatmen zu können. Bis kurz vor der Filmfesteröffnung hatte er an seinem neuen Film gearbeitet, einer Studie über eine langjährige Beziehung. Ein bewusster Gegenentwurf zu seinem ersten Film: „Bei Shoppen ging es ja darum, dass man wie beim Einkaufen seinen Partner sucht“, sagte er. Umtausch nicht ausgeschlossen! Das ist in „Der letzte schöne Herbsttag“ mit Julia Koschitz und Felix Hellmann anders: „Im neuen Film geht es um ein Paar, das versucht, den zweiten Teil der Liebe hinzubekommen, eine Beziehung erfolgreich zu führen“, erklärte der Regisseur.

Als beste Produzenten wurden die Macher von „Transit“ geehrt, ein spannender Film über den harten Alltag eines Fernfahrers. Der Preis sei der Kracher, befanden die vier Produzenten, die viel eigenes Geld in den Film gesteckt haben und so mit großer Freude den Scheck über 20.000 Euro von dem Produzenten Quirin Berg entgegennahmen. Berg, der den Oscar-Preisträger „Das Leben der Anderen“ produziert hat, nutzte die Feier für das Anwerben neuer Filmtalente: „Schickt uns eine gute Idee, wir lesen schnell! Schreibt einfach“, rief er ins Publikum, in dem auch viele enttäuschte junge Filmemacher und Schauspieler saßen - hatten doch insgesamt 38 Kandidaten auf eine Trophäe gehofft.

In der Kategorie Schauspiel war der dokumentarische Spielfilm „Morgen das Leben“ eindeutiger Sieger: Ulrike Arnold und Jochen Strodthoff bekamen je 5000 Euro. Unter Regie von Alexander Riedel spielen sie drei Menschen in einer Großstadt, die von einem anderen Leben träumen. Mutig wagen sie den Schritt, alles über den Haufen zu werfen und etwas völlig Neues ausprobieren. Das beste Drehbuch (10.000 Euro) hatten nach Ansicht der Juroren Ulrich Peltzer und Christoph Hochhäusler geschrieben für das Drama „Unter dir die Stadt“ über persönliche Verstrickungen und Machenschaften in der Frankfurter Banker-Szene.

Der Förderpreis Deutscher Film wird seit 2002 vom Bayerischen Rundfunk, der Bavaria und der Hypovereinsbank an den deutschen Filmnachwuchs verliehen und ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Die diesjährigen Juroren, die Schauspielerin Katharina Schüttler, der Regisseur Christian Petzold und Steffen Kuchenreuther, Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), mussten ihre Auswahl aus elf Filmen treffen.

Cordula Dieckmann, dpa

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