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Fotos aus Hollywood: Leipziger Ausstellung zeigt, wie Stars ins Buch blicken

Deutsches Buch- und Schriftmuseum Fotos aus Hollywood: Leipziger Ausstellung zeigt, wie Stars ins Buch blicken

„Reading a book? Hollywood liest“ ist eine kleine Kabinettschau überschrieben, die das Deutsche Buch- und Schriftmuseum in Leipzig zeigt. Zu sehen sind im „Goldenen Tresor“ etwa 70 Fotos von Hollywoodschauspielern aus den Jahren Jahre 1920-1970.

Dick Powell/Ryby Keeler: Gold Diggers of 1933.
 

Quelle: Deutsche Nationalbibliothek

Leipzig.  Im „Goldenen Tresor“ des Deutschen Buch- und Schriftmuseums ist erneut eine kleine, aber feine Kabinettschau zu sehen. „Reading a book? Hollywood liest“ ist diese überschrieben. 70 Fotos zeigen, wie Hollywoodstars, wie Jean Harlow, Marilyn Monroe, Joan Crawford, Ingrid Bergmann, Ronald Reagan, James Stewart, Marlene Dietrich, Cary Grant und Clark Gable, sich mit dem Medium Buch schmücken oder in Szene setzen. Zwar spielten Bücher in den meisten Filmen nicht die „tragende Rolle“, sondern waren eher Requisit. „Seitdem Bücher aber nicht mehr exklusiv für Bildung und sozialen Status stehen, sieht man sie seltener auf der Leinwand“, erklärt Stephanie Jacobs, die Leiterin des Museums, das seinen Besuchern in der Dauerschau eine kurze Mediengeschichte der Menschheit bietet. Und gerade Bücher, in denen das Wissen der Menschheit gesammelt wurde und wird, sind Ausdruck unserer Zivilisation und Kulturgeschichte.

Buch und Film, einst konkurrierende Medien, sind bekanntlich schon oft totgesagt. Dennoch sind sie aus dem oft durch die digitale Medien dominierten Alltag nicht wegzudenken. Die Fotos lesender Filmstars, die Günter Karl Bose in seiner einzigartigen Sammlung zusammengetragen hat, zeigt ein besonderes Stück Kinogeschichte. Aufgenommen sind die Bilder in den 20er- bis 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts am Set, zu Hause, am Kamin, am Swimmingpool, in Bibliotheken oder Hotelhallen. Vieles kommt Hollywood-typisch und kleinbürgerlich daher. „Mich faszinieren auch die Augen der Stars, deren Blick ins Buch fokussiert oder gar inszeniert ist“, schwärmt Jacobs. Sie zeigen nicht nur eine Ikonografie des Buches, sondern zugleich eine Bildgeschichte der Blicke. Dabei sind die Fotos meist nicht beim Drehen entstanden, sie wurden aufwendig nachgestellt. Die Fotografen sind meist unbekannt. Deshalb ist die Schau auch eine Hommage an die „Schattenmänner“ der Filmindustrie.

Geöffnet ist die Schau bis 31. Juli 2016 jeweils Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Mathias Orbeck

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