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Friedenspreis für Margaret Atwood

Auszeichnung Friedenspreis für Margaret Atwood

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood erhält den Friedenspreis des Buchhandels. Damit finden Gesellschaft und Literatur, Politik und Öffentlichkeit zusammen – und zwar aufs Schönste.

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (77) erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Quelle: dpa

Leipzig. Heiko Maas ist schnell. Keine Stunde nach Bekanntgabe gratuliert der Justizminister Margaret Atwood zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. „Gerechtigkeit u Humanität prägen das Werk“, twittert er. Da finden sie zusammen: Gesellschaft und Literatur, Politik und Öffentlichkeit. Und zwar aufs Schönste.

Der Stiftungsrat begründet seine Entscheidung für die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin mit Atwoods politischem Gespür und ihrer Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen, die sie in ihren Romanen und Sachbüchern zeige. „Als eine der bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit stellt sie die sich wandelnden Denk- und Verhaltensweisen ins Zentrum ihres Schaffens und lotet sie in ihren utopischen wie dystopischen Werken furchtlos aus.“ Immer wieder galt sie als Favoritin für den Literaturnobelpreis.

Margaret Atwood, 1939 in Ottawa geboren, hat Englische Sprache und Literatur studiert, hat in Kanada, den USA, England und Australien gelehrt. Schon in ihren frühen, vielleicht berühmtesten Romanen „Die eßbare Frau“ (1969) und „Der Report der Magd“ (1965), später in den Büchern „Unter Glas“ (1978) und „Payback. Schulden und die Schattenseite des Wohlstands“ (2008) zeigt sich das Hintergründige, Aufgeklärte ihres Schreibens mit einem Blick in die Zukunft, der frei von Illusionen ist, wenngleich nicht ohne Hoffnung.

Ihr unbekanntestes Buch ist „Scribble Moon“, es wird in 97 Jahren gedruckt, wenn die Fichten groß genug sind, die dafür vor zwei Jahren in den Wäldern Norwegens gepflanzt wurden. Auch diese Aktion, ein Kunstprojekt, ist typisch für Atwood, die die Worte vom Leben nicht trennt, das Denken nicht vom Handeln und das Träumen nicht von der Welt. Zuletzt ist auf Deutsch ihr Roman „Hexensaat“ erschienen (Knaus), in dem sie ihr satirisches Talent ausspielt und beweist, dass kluger Humor an Haltung gebunden ist.

Wie das manchmal ist, klingt nun die Würdigung der Literatin wie ein Wunsch für Deutschland, wenn es in der Begründung heißt: „Indem sie menschliche Widersprüchlichkeiten genau beobachtet, zeigt sie, wie leicht vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen kann.“ Das mit der Zuerkennung des Friedenspreises verbundene Lob der Humanität, des Gerechtigkeitsstrebens und der Toleranz, die damit ausgesprochene Feier des wachen Bewusstseins und der tiefen Menschenkenntnis der Preisträgerin geraten fast zum Appell. „Durch sie erfahren wir, wer wir sind, wo wir stehen und was wir uns und einem friedlichen Zusammenleben schuldig sind.“ Das mag auch Heiko Maas spontan empfunden haben.

Der Friedenspreis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben und ist mit 25 000 Euro dotiert. Verliehen wird er zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche. Er ging zuletzt an Carolin Emcke, Navid Kermani und Jaron Lanier.

Von Janina Fleischer

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