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Fulminante Show im Friedrichstadt-Palast - Kostüme von Gaultier

Berlin Fulminante Show im Friedrichstadt-Palast - Kostüme von Gaultier

Eine neue Show mit Akrobatik, Tanz und extravaganten Kostümen ist im Berliner Friedrichstadt-Palast mit stürmischem Beifall gefeiert worden.

Fulminante Show im Friedrichstadtpalast Berlin.
 

Quelle: dpa

Berlin.  - Der erste Jubel fällt aus dem Himmel. Da schwebt, dreht, hängt, fällt und stoppt nah dem Boden Valérie Inertie. Schwerelos und an Tüchern. Eine Geige klingt auf, das Keyboard setzt ein. Getragen, behutsam und ruhig. Alles ist Stimmung – und Faszination. Die ersten Bravos nach einer knappen Viertelstunde. Der Bannbruch. Ab jetzt wird nur noch gefeiert. Zu recht. „The One“, die neue, elf Millionen Euro teure Kreation des Friedrichstadtpalastes, ist aber auch wirklich ein Fest der Sinne. Ein Rausch an Farben, Figuren und Fantasie, an Effekten und Überrumpelungen.

Es stimmt schlichtweg alles: die Kostüme, die Musik, das Licht, die Bewegungen. Die rasch wechselnden Szenen quellen über vor Einfällen, rockig wechselt mit romantisch, bewegt mit besinnlich, Munterkeit mit Melancholie, Temperament mit Träumen. Alles fügt sich nahtlos ineinander, lebt und leuchtet, fiebert und vibriert. Anders als bei „Wyld“ (2014), der letzten Premiere im Friedrichstadtpalast, ist bei „The One“ alles aus einem Guss.

Eine neue Show mit Akrobatik, Tanz und extravaganten Kostümen ist im Berliner Friedrichstadt-Palast mit stürmischem Beifall gefeiert worden.

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Knallbunter Reigen surrealer Traumfantasien

Dabei ist ein roter Faden auch diesmal wieder eher etwas schwer auszumachen. Die Bilder sind in der Regel ohne direkten Bezug, aber sie fügen sich zu einem endlosen, knallbunten Reigen überwältigender, surrealer Traumfantasien, denen man sich schlichtweg nicht entziehen kann. Alles dreht sich um ein abgelederten, bröckelndes Revuetheater, auf dessen Bühne eine wirbelige Disco-Party plötzlich versunkene Zeiten aufleben lässt. Ein Junge in Kilt, T-Shirt und Lederjacke (Ex-Songcontest-Teilnehmer Roman Lob) verliert sich zwischen flackerndem Licht und den skurrilen Tanzenden, Gestalten zwischen Comic und Kabarett, Homo und Hetero, und sucht fortan überall nach der Einen.

Da weitet sich über ihn ein unendlicher Sternenhimmel. Da taumeln um ihn rötliche Horrormänner. Da tanzen um ihn neonfarben leuchtende Schwimmfüßler. Da taucht immer mal wieder die Theaterdirektorin auf und singt über Gemütslage, Zweifel und Sehnsüchte des wandernden Jungen. Das sind mal Songs in Rock und mal in ruhiger Tonlage, mal bewegte Ballade, mal ballerndes Uptempo. Egal wie, Brigitte Oelke in langem Glitzerkleid und mit hoher Turbankrone ist auf der Höhe jeder Note. Die Mischung ist jedenfalls so, dass man in diesem wilden Strudel der Stimmungen hoffnungslos versinkt.

Schwimmende Inseln

So ungezügelt muss Showtheater sein. So ungebärdig ist „The One“ – und so zauberhaft. Das Licht ist bei der Reise des Jungen der Magier, der alle Fantastereien anmalt und zusammenhält. Wasserfälle rauschen auf nachtdunkler Bühne, Nebel wallt, Stricke klatschen auf den Boden und Phosphoriszierende tanzen gespenstisch. In Leuchtbögen und an Seilen hängen die fantastischen Artisten von Les Farfadais und bewegen sich tänzerisch. In Schwarz-weiß-Kostümen tanzt das Ballett-Ensemble um silberne Stangen. Dann bewegt sich plötzlich der Boden. Pause.

Als die vorbei ist, kommt die aufwendigste technische Neuerung zum Einsatz: ein Plateau mit elf beweglichen Schollen unter der sich 600 Quadratmeter fluoreszierendes Wasser befindet. Ein überwältigender Anblick, wenn die Inseln schwimmen und prachtvoll leuchtende Figuren mit neonfarbenen Fächern darauf tanzen, dann das Licht dimmt und eine Höhlenwelt zaubert. Grandios, wenn glutrot aufleuchtende Gestalten sich aus kompakter Gruppe lösen, Valérie Inertie übers Wasser tanzt, Les Farfadais an Tüchern, Stricken, in Spiralen über den grünen Fluten schweben – und die beiden Bazaliy Sisters am Trapez schwingen, springen, fallen und fangen. Da bricht der Jubel los.

500 Kostüme von Jean Paul Gaultier

So jagt eine himmlische Illusion die andere – und ihr irdischer Maestro ist Jean Paul Gaultier. Der Mode-Franzose (zur Premiere am Donnerstag anwesend) hat über 500 Kostüme für „The One“ entworfen, ein Rausch in Color und Gewändern, sexy, glamourös und berauschend. Auch, als endlich, fast am Ende, die Chorus-Line der Tänzerinnen mit Federbusch auf Sally Bowles-Perücke, beige-schwarz karierter Korsage, Netzstrümpfe und Lächeln erscheint. 64 Beine, die exakt schwingen, kicken und drehen, erst ganz rasch, dann ein Stop – und gleich wieder geht es in Tempo weiter. Jubel braust auf, Bravos im Dutzend mischen sich darunter.

Noch einmal geht es zurück zur Disco vom Anfang. Das Finale nach knapp zwei Stunden (plus 30 Minuten Pause). Nun soll „The One“, geschrieben und inszeniert von Roland Welke, dirigiert von Daniel Behrens, bis Sommer 2018 laufen.

Der Friedrichstadt-Palast ist mit rund 700 000 Besuchern jährlich die bestbesuchte Bühne der Hauptstadt. Er hat etwa 1900 Plätze und war am Donnerstagabend ausverkauft.

Von LVZ

Berlin Friedrichstadtpalast 52.523937 13.388815
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