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Galerist Lybke: Ein guter Künstler darf auch Fehler machen

Galerist Lybke: Ein guter Künstler darf auch Fehler machen

Er hat nicht nur Maler aus seiner Heimatstadt Leipzig zu Weltstars des Kunstmarktes gemacht. Der Galerist Gerd Harry Lybke vertritt viele mittlerweile bekannte Künstler verschiedener Richtungen - darunter Birgit Brenner, Martin Eder, Stella Hamberg, Jörg Herold, Christine Hill, Maix Mayer, David Schnell und Neo Rauch.

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Der Leipziger Galerist Gerd Harry Lybke.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Lybke gilt als einer der bedeutendsten Galeristen Deutschlands. Seit fast 30 Jahren betreibt er seine Galerie EIGEN + ART. Im Interview verrät er, warum ihm der Job immer noch Spaß macht - und woran er einen guten Künstler erkennt.

Seit fast drei Jahrzehnten der gleiche Job - das ist eine lange Zeit für jemanden, der Stillstand nicht mag. Macht das Galeristenleben denn wirklich immer noch Spaß?

Lybke:

„Ja, es macht mir absolut Spaß. Wenn es nicht so wäre, würde mich der Job wahrscheinlich viel zu sehr stressen! Am meisten Spaß macht mir die Arbeit mit den Künstlern: ihre Biografien langfristig zu begleiten, mit ihnen befreundet zu sein, ihre verschiedene Wege mitzugehen. Eine Galerie ist nur so gut wie die Künstler, die sie vertritt. Da habe ich einfach Glück gehabt; auch dass die Künstler sich weiterentwickeln. Da ist niemand, der stagniert. Sie sind alle auf Langfristigkeit ausgelegt und bleiben dennoch bei dem, was sie sind, als Person. Da gibt es einen hohen Wiedererkennungseffekt. Wir sind eine Galerie, die sich um die Künstler kümmert und mit ihnen einen langen Weg geht. Es macht Spaß zu sehen, wie die Künstler sich entwickeln. Man entwickelt sich da auch selbst mit.“

Was macht einen guten Künstler und ein gutes Werk aus?

Lybke:

„Das Werk muss rückführbar sein auf die eine einzige Person, die es gemacht hat; geprägt durch die Biografie des Künstlers und seine individuelle Handschrift. Es muss ein Werk da sein, das sich entwickelt, das nicht nur um eine Sache kreist, sondern versucht, aus einer privaten Sicht eine allgemeine Sicht zu entwickeln oder andersherum. Einen Künstler macht auch aus, dass er Fehler macht und dass er mit den Fehlern auch umgehen kann. Auch eine kritische Aufnahme der eigenen Arbeit und des eigenen Verhaltens ist ganz wichtig. Wer das nicht kann, wird auch irgendwann mal blind für das, was er macht oder nicht macht.“

Die Galerie vertritt 20 Künstler. Sind Sie weiter auf der Suche nach neuen Namen?

Lybke:

„Ja, ich gucke ständig nach neuen Künstlern. Da ich so viel unterwegs bin in der Welt, sehe ich vieles. Es ist nicht so, dass man in die Galerie kommen soll mit seiner Mappe; so läuft das sowieso nicht, sondern eher andersrum. Man muss sich als junger Künstler bemerkbar machen, indem man eigene Wege geht, vielleicht sogar eigene Galerien mit anderen Leuten gründet oder Offspaces aufmacht. Wenn man so viel Aktivität an den Tag legt, wird man auch von Leuten wie mir bemerkt, da kann ich mir auch dort den Überblick holen. Es macht sich am besten, wenn man dort hingeht, wo die Leute aktiv geworden sind.“

Wieviel Euro muss man mindestens mitbringen, um ein Werk bei EIGEN + ART kaufen zu können?

Lybke:

„Die Spanne geht schon bei 480 Euro los. Dafür bekommt man eine Grafik. Eine Spanne, in der man immer was kriegen kann, sind 1200 bis 6000 Euro. Da sind auf jeden Fall von allen Künstlern, die wir vertreten, Arbeiten dabei; etwa eine Grafik oder eine Fotoarbeit oder eine Zeichnung. Darüber gibt es natürlich unendliche Möglichkeiten. Das kommt dann drauf an, wie groß die Arbeit ist und welcher Art. Man kann natürlich noch viel mehr investieren.“

Sophia-Caroline Kosel, dpa

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