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„Ganz normaler Menschenkram“: Leipziger Post-Rock-Band kehrt aus Pause zurück

Konzert im Werk 2 „Ganz normaler Menschenkram“: Leipziger Post-Rock-Band kehrt aus Pause zurück

Als es gerade richtig loszugehen schient, verabschiedete sich die Hälfte der Band aus dem gemeinsamen Projekt. Nun haben sich die Leipziger Post-Rocker Fargo berappelt und kehren am Montag neu formiert auf die Bühne zurück.

Auf klassische Bandfotos, auf denen Gesichter zu erkennen sind, „stehen wir nicht so“, schreibt Schlagzeuger Koni zu den Bildern, die er der LVZ schickt. „Wenn sich Leute mit Fargo identifizieren, sollen sie das bitte mit unserer Musik und nicht mit unseren Visagen.“

Quelle: PR

Leipzig. „Die Pfeiler ihrer Musik bestehen aus traurig-schöner Melancholie, welche immer wieder Gefahr läuft, in sich zusammenzubrechen.“ Von einem unbekannten Konzertbesucher aufgeschnappt, entschieden sich die Leipziger Post-Rocker Fargo, dieses Zitat künftig zur Selbstbeschreibung zu verwenden.

Mehr als zwei Jahre muss das her sein, denn mit dem Ausstieg zweier Bandmitglieder waren Fargo nach nur knapp zwei erfolgreichen Jahren 2015 zunächst wieder Geschichte, ausgerechnet kurz vor Veröffentlichung ihres ersten Longplayers inklusive Release-Tour: „Uns war klar, dass das in keiner Form kurz- oder mittelfristig zu kompensieren ist. Wir fielen in ein Loch und wurden lethargisch. Die Band aufzugeben, war sicher mal ein Gedanke, letztlich konnte man sich mit diesem aber nicht anfreunden.“ So beschreibt Drummer Koni die Situation damals. Um die 70 Konzerte in ganz Europa hatten sie bis dahin beschallt mit ihrem Instrumental-Post-Rock aus schweren Gitarrenflächen, die sich in dynamischer Gegensätzlichkeit mit mystischen Ambient-Sounds mischen.

Nun sind sie wieder da: Die Ankündigung ihres Comeback-Konzertes am Montag in Halle D des Werk 2, zusammen mit Set And Setting aus Florida und den Leipziger Post-Rock-Freunden von Ckomono, machte schnell die Runde, Ticketbestellungen weit über Leipzig hinaus gingen ein: „Wir sind immer wieder überrascht, in welche Richtung wir ausstrahlen und wer uns Feedback gibt“, gestehen Koni und Neu-Gitarrist Hannes.

Das liegt einerseits daran, dass sich Post-Rock in Leipzig zunehmender Beliebtheit erfreut, andererseits als fest umrissenes Genre schwer zu fassen ist und viele Anknüpfungspunkte bietet. Daher gibt es trotz voller Konzerte auch keine offensichtlich zu erkennende Post-Rock-Szene, wie Hannes und Koni feststellen: „Die Zuhörer kommen aus allen Ecken, meist jedoch mit einer gewissen Affinität zur handwerklichen Kunst der Instrumentalmusik.“ Eine gewisse Vorliebe für eine Melancholie, die ins post-apokalyptisch Düstere kippt, kann natürlich bei Fargo auch nicht schaden.

Keine komplette Neuerfindung

Das Post im Rock steht bei Fargo für das Offene und Grenzen-Sprengende, was eng mit dem für das Genre typischen weitgehenden Verzicht auf Gesang zusammenhängt: „Die Gedanken und Emotionen des Zuhörers werden durch Worte einer Sängerin oder eines Sängers oft beschränkt. Beim Post-Rock ist das selten der Fall, der Zuhörer ist frei, jeder kann sich seine eigene Geschichte zur Instrumentalmusik erzählen oder ausdenken“, so Koni und Hannes.

Dennoch ist auch im gemeinsamen Songwriting ein Fargo-Titel nicht frei von Geschichte, man blättert im Proberaum nicht nur durch Riffs und Rhythmen: „Bei uns entstehen Songs im Miteinander, was uns beschäftigt und wie wir dabei fühlen. Alltägliche Probleme werden genauso verarbeitet wie globale oder existenzielle Fragen. Eben ganz normaler Menschenkram. Und wir reden darüber, drücken es mit unseren Instrumenten aus.“

Wie sehr sich eine kollektiv arbeitende Band mit 50 Prozent neuer Besetzung nach dem Comeback wandelt, wird sich zeigen, aber Koni beruhigt die Fans: „Wir werden uns nicht komplett neu erfinden, aber natürlich bringt eine Neubesetzung auch viele neue Einflüsse mit sich, vor allem aber unglaublich viel Motivation und Antrieb.“

Das neue Album ist zwar definitiv und endlich (wieder) in Arbeit, dennoch werden sich Fargo zunächst wieder auf die Bühne konzentrieren und rechnen mit einem Release nicht vor 2018. Umso schöner, dass sie unter allen Tickets, die für das Konzert am Montag gekauft werden, 50 Exemplare ihrer gefragten ersten beiden EPs verlosen, die die Gewinner dann am Abend auch gleich mitnehmen können.

Set And Setting, Fargo, Ckomono, Montag, 20.30 Uhr, Werk 2 (Halle D, Kochstraße 132), Vorverkauf 10,40 Euro

Von Karsten Kriesel

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