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Gauck würdigt Masur mit stillem Besuch - Musikalischer Abschied im Gewandhaus Leipzig

Festkonzert Gauck würdigt Masur mit stillem Besuch - Musikalischer Abschied im Gewandhaus Leipzig

Weggefährten, Künstler und Politiker haben sich am Sonnabend im Leipziger Gewandhaus zusammengefunden, um an den verstorbenen Dirigenten Kurt Masur zu erinnern. Im Rahmen des großen Festkonzertes wurde seiner Witwe der Internationale Mendelssohn-Preis verliehen.

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich bei seinem Besuch des Gendenkkonzerts für Kurt Masur am 16. April 2016 im Gewandhaus ins Goldene Buch der Stadt Leipzig eingetragen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. In Leipzig haben Prominente und Weggefährten noch einmal musikalisch Abschied von Kurt Masur genommen. Am Samstagabend erklang im Gewandhaus ein großes Festkonzert zu Ehren des Ende Dezember verstorbenen Dirigenten. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte den langjährigen Gewandhauskapellmeister und international erfolgreichen Musiker mit einem stillen Besuch. Masur war am 19. Dezember 2015 im Alter von 88 Jahren in den USA gestorben und wurde im Januar auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.

Für das Konzert hatte das Gewandhaus zu Leipzig etliche Künstler versammelt, die mit Masur in Verbindung stehen: Solistin an der Geige war die weltbekannte Violinistin und langjährige Weggefährtin Masurs, Anne-Sophie Mutter. Geleitet wurde das Festkonzert von dem Cellisten Michael Sanderling, der lange Jahre im Gewandhausorchester spielte und nun Chefdirigent der Dresdner Philharmoniker – und dort ein Nachfolger Masurs, der diese Position von 1967 bis 1972 innehatte – ist.

Burkhard Jung: „Vermisse seine Stimme und seinen Humor“

Oberbürgermeister Burkhard Jung erinnerte an den „Weltbürger Masur“, der immer in Leipzig zu Hause gewesen sein. „Ich werde seine Stimme in dem extremistischen Geschwätz, das wir zurzeit erleben, vermissen. Und seinen Humor, der jetzt so notwendig wäre“, sagte das Stadtoberhaupt. Jung hob außerdem Masurs Einsatz für die Musik Felix Mendelssohn Bartholdys hervor. Der Geist der Musik und des Humanismus müsse auch künftig an die junge Generation weitergegeben werden. Auch dafür sei nun das Mendelssohn-Institut Leipzig gegründet.

Neben Jung, seinem Amtsvorgänger Wolfgang Tiefensee und dem früheren sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf standen weitere Freunde und musikalische Begleiter Masurs auf der Bühne. Seiner Witwe, der Sopranistin Tomoko Masur, wurde im Rahmen des Konzerts der Internationale Mendelssohn-Preis verliehen, um ihren Einsatz bei der Gründung von Mendelssohn-Gesellschaften in Japan und Amerika zu würdigen. Oberbürgermeister Jung lobte sie als eine – im besten Sinne – „Menschenfängerin“, die es geschafft habe, den Menschen das Geld „aus der Tasche zu ziehen“, das für die Stiftungsarbeit nötig sei. Den Preis habe sie von ganzem Herzen verdient.

Tomoko Masur: „Ich hoffe, er freut sich jetzt da oben mit mir“

Tomoko Masur selbst sagte, sie habe Mendelssohn durch ihren Mann lieben gelernt. Trotz seiner Schwäche habe er sie auch zuletzt noch mit seinen Träumen inspiriert. „Ich hoffe, er freut sich jetzt da oben mit mir.“

Masurs Sohn, Ken-David, sagte, es sei eine utopische Idee, mit der Musik zum Frieden zu finden. Kurt Masur habe jedoch bis zum Ende daran geglaubt. Er bedankte sich bei seinem Vater für die großen Leistungen und Konzerte – und für die Konzerte, die in stillem Gedenken an ihn noch stattfinden werden.

Kurt Masur leitete mehrere international renommierte Orchester, darunter 26 Jahre lang das Leipziger Gewandhausorchester (1970 bis 1996) sowie die New Yorker Philharmoniker (1991 bis 2002) und das London Philharmonic Orchestra. In Leipzig wird er auch für seine Rolle in der Friedlichen Revolution in der DDR geschätzt. Im Herbst 1989 gehörte er zu den Unterzeichnern des Aufrufes „Keine Gewalt“, mit dem Demonstranten und Staatsgewalt zum Dialog aufgefordert wurden.

jkl / maf (mit epd)

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