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Gegenmodell: Fettes Brot zeigen in Leipzig, wie Konzerte in diesen Zeiten sein sollten

Konzert im Haus Auensee Gegenmodell: Fettes Brot zeigen in Leipzig, wie Konzerte in diesen Zeiten sein sollten

Fettes Brot haben in ihrer 23-Jährigen Karriere ein derart großes Potpourri an Charthits angehäuft, dass sie damit auch zwei Konzerte bestücken könnten. Den Fans der Hamburger Hip-Hopper genügte indes am Wochenende eines, um aus dem Häuschen zu geraten. Wobei sich das Trio auch in nachdenklichen und gesellschaftskritischen Tönen auskennt.

Sehen den Wald trotz der vielen Bäume im Hintergrund: Fettes Brot.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Sie haben „That’s the Way (I Like It)“ von KC and the Sunshine Band geremixed und die „Ghostbusters“-Melodie; sie haben in einen Song einen Part für Vorrapper Fatoni eingebaut und die aktuelle Flüchtlingskrise angesprochen; und schließlich haben sie mit einer überdimensionalen St.-Pauli-Fahne geweht und sogar Leipzig in einem Lied erwähnt – und dabei ist noch nicht einmal eine halbe Stunde rum.

Fettes Brot sind die ungekrönten Party-Könige Deutschlands und das haben sie auch am Freitagabend bei ihrem Besuch im Haus Auensee bewiesen.

Egal, ob Basecap-tragender Teenager, junggebliebene Mutti oder schon graumelierter Abteilungsleiter – die drei Jungs aus dem Hamburger Umland, mittlerweile auch schon über die 40-Jahre-Grenze hinaus, vereinen alle zu einer wild hüpfenden Masse.

Denn Dokter Renz, König Boris und Björn Beton wissen einfach, wie Konzerte heutzutage ablaufen sollten: (fast) jedes Lied anders als auf der Platte, viel Publikumsinteraktion und Zugaben en masse. Dazu kommt die auch im Hip Hop inzwischen übliche Band inklusive Schlagzeug sowie ein opulentes Bühnenbild, mit echten Nadelbäumen.

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Bei ihrem Gastspiel am Wochenende im Haus Auensee haben Fettes Brot gezeigt, wie Konzerte in diesen Zeiten sein sollten.

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Von ihrer letzen Show Anfang 2014 unterscheidet sich der diesjährige Auftritt im Rahmen der „Teenager vom Mars“-Tour nur graduell – vor allem durch die Songs des gleichnamigen neuen Albums, von deren acht gespielt werden. Besonders die Ballade „Von der Liebe“ und das gesellschaftskritische „Ganz schön low“ fallen dabei positiv auf, heben sich sie sich doch von den überwiegend feierlastigen Tracks deutlich ab.

Ansonsten dominieren auch in diesem Jahr die Klassiker wie „Nordisch by Nature“ und „Jein“ (ebenfalls im ersten Drittel des Konzerts vorgetragen) oder „Da draußen“ und „Meh’ Bier“ (in einem grandiosen Turntable-Medley während der zweiten von insgesamt drei Zugaben zusammengemischt).

Das reicht aber auch schon, da Fettes Brot in ihrer 23-Jährigen Karriere ein derart großes Potpourri an Charthits angehäuft haben, dass sie damit auch zwei Konzerte bestücken könnten. Interessant ist dabei zu sehen, wie sich die drei Nordlichter immer weiter von ihren Hip-Hop-Wurzeln gelöst haben und auch Rock, R’n’B und Samba-Rhythmen in ihre Songs integrierten. Auch der Spaßfaktor wurde bei Mitsing-Hymnen wie „Emanuela“, „Bettina“ und „Schwule Mädchen“ immer höher.

Nostalgische Gefühle

Da ist es für die Veteranen unter den Fans wohltuend, dass im erwähnten Medley zumindest für fünf Minuten ganz klassisch gerappt wird, nur mit Turntable und dem Mic in der Hand. Dazu erscheint im Hintergrund ein Vorhang, der ein Ikea-Regal zeigt, in dem die ersten Scheiben der Brote einsortiert sind. Nostalgische Gefühle werden wach, die allerdings beim folgenden marktschreierischen „Lauterbach“ sofort zerstieben.

Eine letzte Zugabe, diverse Verbeugungen vor dem Publikum und der knapp zweistündige Auftritt ist auch schon wieder vorbei. Was bleibt, ist der Eindruck, dass Fettes Brot doch eine etwas andere Hip-Hop-Combo sind. Eben ein „Gegenmodell“, wie ein Song auf „Teenager vom Mars“ heißt.

Von Christian Dittmar

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