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Geschenkt oder nicht geschenkt? Fragen um ein Bild von Max Liebermann

Museum der bildenden Künste Geschenkt oder nicht geschenkt? Fragen um ein Bild von Max Liebermann

Ein MDR-Beitrag wirft Fragen um ein Bild von Max Liebermann im Museum der bildenden Künste auf. Im Dezember 2014 war die Ölskizze „Gehendes Mädchen“ der Öffentlichkeit präsentiert worden, als „Schenkung“ wird es seitdem im Museum gezeigt. Wollen es jetzt die „Schenker“ zurück? „Von einer Schenkung kann gar keine Rede sein“, sagt jedenfalls ihr Anwalt.

Marion Bühler-Brockhaus, Hans-Peter Bühler, Frédéric Bußmann und Hans-Werner Schmidt (v.l.) bei einer Veranstaltung zum zehnten Geburtsag des Museums-Neubaus im Dezember 2014.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Es war eins der schönsten Geschenke zum zehnten Geburtstag des Museums-Neubaus im Dezember 2014 – dachte man zumindest: Max Liebermanns 51 mal 35 Zentimeter große Ölskizze „Gehendes Mädchen“ aus dem Jahr 1897. Seitdem hängt es im 3. Obergeschoss. „Schenkung Dr. Hans-Peter Bühler und Marion Bühler-Brockhaus, 2014“ ist daneben vermerkt. Möglicherweise handelt es dabei um ein großes Missverständnis. Das zumindest legt ein Bericht des Nachrichtenradios „MDR Aktuell“ nahe: „Von einer Schenkung kann gar keine Rede sein. Meine Mandantschaft hat das Bild nicht verschenkt. Das Bild gehört nach wie vor ihnen“, sagt der Leipziger Rechtsanwalt Rainer Hellmuth, der das Ehepaar laut MDR vertritt.

Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt reagierte am Freitag einigermaßen perplex auf den Bericht. Er habe absolut nichts davon gehört, dass das Ehepaar Bühler-Brockhaus von der Schenkung zurücktritt beziehungsweise sie gar nicht beabsichtigt habe, sagte er der LVZ.

Seit vielen Jahren eng verbunden

Die im portugiesischen Setúbal bei Lissabon lebenden Hans-Peter Bühler und Marion Bühler-Brockhaus, die der Leipziger Verlegerfamilie entstammt, sind dem Museum seit vielen Jahren eng verbunden. 2004 hatte das Sammlerpaar zur Eröffnung des Neubaus 41 Werke französischer Kunst des 19. Jahrhunderts vermacht, weitere Schenkungen folgten. Im Oktober 2015, berichtet Schmidt, habe der Verein der Förderer des Museums das Paar in Setúbal besucht. „Sie haben ein wunderbares Programm organisiert.“ Von irgendwelchen Problemen mit dem Liebermann-Bild sei auch da keine Rede gewesen.

Umso überraschender jetzt die Aussagen von Anwalt Rainer Hellmuth, der am Freitag für die LVZ nicht zu erreichen war. Das Paar habe das Bild lediglich ins Depot geliefert, um es dort einzulagern, sagte er dem MDR. Bei einer Veranstaltung zum Zehnten des Neubaus sei es plötzlich auf eine Staffelei gestellt worden. „Da waren die Bühlers ziemlich überrascht davon, warum das jetzt geschieht“, so der Anwalt. Pressevertreter waren darüber allerdings weniger überrascht. Sie waren ausdrücklich zur Schenkung eines Liebermann-Bildes geladen worden.

Offenbar aber, auch das legt der MDR-Beitrag nahe, liegt keine Absichtserklärung für die Schenkung vor, die längst des Stadtrat passiert hat. Kulturbürgermeister Michael Faber, der am Freitag ebenfalls nicht zu erreichen war, wolle das Problem nun persönlich mit den Stiftern klären, hatte er dem MDR gesagt.

Von Jürgen Kleindienst

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