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Geschichten von Musiker Eddie Argos

Lesung im Club Ilses Erika Geschichten von Musiker Eddie Argos

Eddie Argos hat mit seiner Band Art Brut Anfang des neuen Jahrtausends Erfolge gefeiert. Ein paar Singles schrammten knapp an den Top-40 vorbei. Gerade hat Argos eine Autobiografie unter dem Titel „I Formed A Band“ veröffentlicht – und präsentiert sie am Mittwoch im Ilses Erika Leipzig.

Feierten in den Nuller-Jahren Erfolge: Art Brut.
 

Quelle: promo

Leipzig.  Im Jahr 2003 ruft ein junger Mann mit dünnem Schnurrbart „We Formed A Band“ über rohem Gitarren-Pop ins Mikro. Eddie Argos nennt der Mann sich und seine Band Art Brut. Das Stück kommt über Umwege zu einem Label, steigt in die Charts ein und begründet eine veritable Band-Karriere. Art Brut touren durch die Welt, noch ein paar Singles kommen in die englischen Charts, schrammen aber stets (wenn auch im Fall von ‚Emily Kane’ knapp) an den Top-40 vorbei. Immerhin bleibt die Band ein Kritiker-Liebling und nimmt Alben mit Pixies-Ikone Frank Black als Produzent auf. Zum Zehnjährigen erscheint die retrospektive Platte „Top Of The Pops“. Wenig später veröffentlicht Eddie Argos eine Autobiografie unter dem Titel „I Formed A Band“. Ein Interview vor der Lesung in Ilses Erika.

Du bist in Deinen Dreißigern, Deine Band Art Brut plant eine neue Platte. Warum ist das schon die Zeit für Deine Memoiren?

Das passt, weil Art Brut vor ein paar Jahren zum Zehnjährigen ein Best-Of-Album veröffentlicht haben. Dazu sollte meine Autobiografie erscheinen. Ich bin nicht perfekt organisiert, deswegen kam es beim Buch zu einer kleinen Verzögerung. Das Buch gibt es auch, weil wir als Art Brut einen Haufen coole Sachen gemacht haben – leider bevor es Youtube und Facebook gab, deswegen weiß davon heute keiner. Jemand musste das aufschreiben, in diesem Fall eben ich. Ich hoffe nebenbei, das Buch inspiriert die Leute dazu, Bands zu gründen. In einer Band zu sein, ist das Beste der Welt und diese Erfahrung möchte ich teilen.

In Deinem Buch gibt es eine Menge Geschichten über Dein Leben als Rockstar und wie Du andere Berühmtheiten triffst – Paul McCartney, Liam Gallagher, Black Francis ... Welche ist Deine Lieblingsanekdote?

Meine Lieblings-Geschichte ist die von Jasper Future (ehemaliger Gitarrist von Art Brut/ Anm. d. Red.), der mich auf dem Flughafen in Chicago erkannt hat. Ich möchte nicht zu viel verraten. Die Leute sollen ja zur Show kommen oder das Buch kaufen. Und da waren auch meine Begegnungen mit Anton von Brian Jonestown Massacre. Das war, als ob ich selbst bei „Dig!“ (Doku über die Bands Dandy Warhols und Brian Jonestown Massacre/ d. Red.) dabei wäre. Aber nein, mehr erzähle ich jetzt nicht. Kauft das Buch!

Vor „I Formed A Band“ ist von Dir die Graphic Novel „Double D“ erschienen. Dann hast Du natürlich großartige Songtexte geschrieben und bist bei Spoken-Word-Events aufgetreten. Was reizt Dich an der kurzen und der längeren Form?

Tatsächlich habe ich die Autobiografie noch vor Double D geschrieben. Doch im Grunde bin wohl ein bisschen süchtig danach, den Menschen etwas mitzuteilen – ob in Liedern, Geschichten oder Comics. Da ist dieses Gefühl – ‚Das habe ich zu sagen! Passt auf! Danke!’ Ich mag dieses Puzzle sehr, eine Aussage in Reimen zu Songs zu formen. Doch in letzter Zeit finde ich es befreiend, nicht mehr an den Reim gebunden zu sein und so viel Platz zu haben, wie ich will. Das fing mit den Comics an. Und während ich früher dachte, Songtexte wären mein Lieblings-Ding, habe ich mit der Zeit herausgefunden – ich liebe es einfach, zu schreiben.

Auf einer Lesereise ist alles ein bisschen kleiner – die Clubs, der technische Aufwand, der Hype. Wie ist das für einen Rockstar, vor einem kleinen Publikum, das auch noch sitzt, zu lesen?

Ich liebe das. Schon mit Art Brut haben wir immer versucht, die Lücke zwischen Band und Publikum kleiner zu machen. Ich finde es toll, wenn unsere Shows sich mehr so anfühlen, als würde sich ein Haufen Freunde treffen. Für den, der auftritt, geht es nicht intimer, als einfach vor einer Gruppe von Menschen etwas zu erzählen. Wenn ich eine etwas lautere Stimme hätte, würde ich nicht mal ein Mikrofon benutzen.

Du wohnst in Berlin und gehst auf eine Lesetour durch Deutschland. Was ist hier besser als in London?

Einfach alles.

 Interview: Uwe Schimunek

Mittwoch, 20 Uhr ,im Ilses Erika: Eddie Argos, „I Formed A Band“ (Bernhard-Göring-Str. 152).

Von Uwe Schimunek

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