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Gewandhaus-Architekt war bei der Stasi - „Als IM habe ich mich eigentlich nie gefühlt“

Gewandhaus-Architekt war bei der Stasi - „Als IM habe ich mich eigentlich nie gefühlt“

Rudolf Skoda, einst Chefarchitekt des Leipziger Gewandhauses, stand nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) Richard im Dienst der Staatssicherheit.

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Der Chefarchitekt des Leipziger Gewandhauses, Rudolf Skoda, war bei der Stasi.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Der Zeitung liegt die mehr als 300-seitige Akte aus der Stasi-Unterlagen-Behörde vor. Danach unterschrieb der heute 79-Jährige eine Verpflichtungserklärung und traf sich mit Stasi-Mitarbeitern in konspirativen Wohnungen.

Er sprach nach Aktenlage mit seinem Führungsoffizier über West-Kontakte und -Reisen, lieferte handschriftliche Informationen und übergab Briefe zur Auswertung. Skoda erhielt wegen seiner regen West-Kontakte den Status eines Blickfeld-IM. Die Stasi bezeichnete so Kader, die ins Blickfeld westlicher Geheimdienste gerückt und von diesen angeworben werden sollten, um dann als Doppelagenten zu arbeiten. Vor einer Hamburg-Reise unterschrieb IM Richard  einen schriftlichen Auftrag, in dem die mögliche Anwerbung durch gegnerische Geheimdienste vorgesehen war.

Laut Skoda beinhaltet die Akte zu großen Teilen nur die Wunschvorstellungen der Stasi. Eine Rolle als Doppelagent habe er von vornherein abgelehnt. Eine Verpflichtungserklärung der Staatssicherheit zu unterschreiben, sei „sicher ein bisschen naiv“ gewesen, sagte Skoda der Zeitung. „Als IM habe ich mich eigentlich nie gefühlt.“ Zudem will er bei Westaufenthalten Gesprächspartner gewarnt haben: „Ich habe denen gesagt, dass mich diese Stasi-Leute immer vor und nach der Reise befragt haben.“ Der Hamburger Journalist Manfred Sack, ein langjähriger Bekannter Skodas, bestritt jedoch auf Anfrage der Zeitung, dass Skoda sich auf diese Weise offenbart hätte.

Die Unterlagen enthalten nach dem Zeitungsbericht auch umfangreiche Hinweise über die Familie eines ostdeutschen Freundes, dessen Sohn sich an einer Protestaktion in Leipzig beteiligt hatte. Die Informationen gingen an die für „Demonstrativtäter“ zuständigen Stasi-Kreisdienststelle. „Das war so einer dieser Typen, die mit der Kerze in der Hand um die Nikolaikirche gerannt sind“, sagte Skoda der Zeitung. Der junge Mann sei der Sohn eines Freundes gewesen. Möglicherweise habe die Stasi ihn darauf angesprochen. „Das habe ich dann auf Fragen sicherlich gesagt.“    

Armin Görtz

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