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Gewandhausdirektor Andreas Schulz über Mahlers Achte, Auslastung und Kaffee

Gewandhausdirektor Andreas Schulz über Mahlers Achte, Auslastung und Kaffee

Damit sich Musiker, Sänger und die Besucher des Internationalen Mahler- Festivals auf die Musik des Komponisten konzentrieren können, sind hinter den Kulissen zahlreiche fleißige Helfer am Werk.

Gewandhausdirektor Andreas Schulz berichtet im Interview über die Organisation und logistische Herausforderungen der Mahler-Tage. Außerdem erklärt er, warum es schwierig ist, bei 500 Mitwirkenden zeitgleich für Verpflegung zu sorgen.

Frage: Bei der Achten Sinfonie Gustav Mahlers sind mit fünf Chören, acht Solisten und dem aufgestockten Gewandhausorchester 500 Mitwirkende auf der Bühne. Ist es schwer, in den Probenpausen für so viele Leute Kaffee zu organisieren?

Andreas Schulz: Natürlich haben wir ein logistisches Problem, wenn so viele Mitwirkende dabei sind und nur eine Kantine vorhanden ist. Wir haben diese Details schon vor Wochen diskutiert und dann zwei „mobile Kantinen“ in unserem Haus geschaffen. Eine im Foyer des Mendelssohn-Saales und eine im Schumann-Eck.

Wie läuft der Tag von der Probe bis zur Aufführung der achten Sinfonie ab?

Wenn am vorherigen Abend das Gastorchester sein Konzert gespielt hat, werden die Instrumente verpackt, denn die Musiker reisen am nächsten Tag wieder ab. In der Nacht kommen 16 Bühnenhelfer, um die vorderen vier Stuhlreihen auszubauen und die Erweiterung der Bühne vorzunehmen. Am nächsten Morgen um 10 Uhr ist die Orchesterprobe. Danach wird die große Bühne wieder zurückgebaut, die Stuhlreihen kommen wieder rein. Kurz darauf kommt der Truck vom Gastorchester und bringt die Instrumente, die dann aufgebaut werden. Eine Stunde später sind bereits die ersten Musiker zur Anspielprobe auf der Bühne. Abends ist das Konzert, danach startet der Umbau für den nächsten Tag.

Logistisch eine Herausforderung...

...richtig, und das ist auch mit ein Grund, warum Mahlers Achte so selten aufgeführt wird. Das Gewandhausorchester hat sie bisher 1950 und 1985 gespielt. Aber wenn man richtig plant, dann ist so ein großer Auftritt und so eine Vielfalt von Gastorchestern zu organisieren. Alle sollen im Gewandhaus ein Umfeld vorfinden, dass es ihnen ermöglicht, wunderbare Konzerte zu spielen.

Wieviele Menschen arbeiten im Hintergrund, um dieses Festival zu bewältigen?

Wir haben 75 Verwaltungsmitarbeiter, die alle mehr oder weniger daran beteiligt sind. Insbesondere die Mitarbeiter des Betriebsbüros, indem alle Fäden zusammenlaufen. Außerdem gibt es noch viele externe Partner: Caterer, die für das leibliche Wohl der Musiker sorgen, Hotels, Fahrservice und unsere Medienpartner. Es sind also ziemlich viele Menschen beteiligt...

...,die auch alle bezahlt werden wollen. Wie teuer ist das Mahler-Festival 2011?

Das Budget für das Internationale Mahler-Festival beträgt ungefähr 2,3 Millionen Euro. Wir werden einen relativ hohen Anteil an Ticketeinnahmen haben. Die Differenz zwischen Einnahmen und Kosten wird durch eine Drittelung gedeckt: ein Drittel durch Sponsoren, ein Drittel durch einen Sonderzuschuss der Stadt und ein Drittel aus unserem Haushalt. Das Budget ist mit 70 Prozent Auslastung kalkuliert worden, momentan sind wir bereits bei 84 Prozent, also längst im grünen Bereich. Allerdings haben wir dafür auch neue Projekte finanziert, wie zum Beispiel das umfangreiche Medienpaket.

Alle Konzerte werden live im Internet übertragen, der Fernsehsender Arte zeigt zwei Konzertmitschnitte, und eine DVD wird produziert. Stört es die Musiker, wenn so viele Kameras, Aufnahmeleiter und Techniker auf der Bühne sind?

Nach den ersten Proben für die zweite Sinfonie haben wir viel diskutiert. Der Sitzplan des Orchesters kann bereits vorher auf einem Plan angesehen werden. Die Produzenten platzieren dann ihre Kameras. In der Realität sieht es dann stets anders aus. Einerseits wollen wir die möglichst besten Bilder haben, andererseits müssen die Musiker Platz haben, um ihre Instrumente spielen zu können.

Mit Thomas Hampson kommt einer der weltweit bekanntesten Mahler-Interpreten nach Leipzig. Wie haben Sie es geschafft ihn zum Festival zu locken?

Er tritt zusammen mit den New Yorker Philharmonikern auf, die gerade auf Europa-Tournee sind. Wir wollten die New Yorker unbedingt dabei haben. Dass das Orchester zusammen mit Hampson kommt, ist ein echter Glücksfall. Er ist ein fantastischer Sänger, ein großer Name und hat wirklich viel zu Mahler gemacht. Das passte ideal!

Haben die großen Namen auch mal Sonderwünsche?

Es kann durchaus Sonderwünsche geben. Ob spezielle Hotels oder ein bestimmtes Catering in der Garderobe vor dem Konzert. Alles wird vorher besprochen, und wir versuchen die Wünsche zu erfüllen. Alle Künstler sollen sich schließlich wohlfühlen und gerne in die Musikstadt Leipzig wiederkommen.

Dominik Bath

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