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Glückstaumel im Wunderland

Glückstaumel im Wunderland

Die ersten Töne von "Funkytown" erklingen aus dem Off, und je intensiver Nebel die Bühne verhüllt, desto höher steigt die Spannung im Publikum. Was dann für mehr als 100 Minuten am Leipziger Völkerschlachtdenkmal folgt, ist ein ekstatischer Streifzug zurück ins Wunderland.

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Charmeur: Sunrise-Avenue-Frontmann Samu Haber in Leipzig.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Dort, wo für die vier finnischen Musiker alles begann. Sunrise Avenue hat es am Samstagabend verstanden, die Stimmung der 15 000 Fanseelen im Rahmen der ausverkauften Fairytales-Best-Of-Tour anzuheizen, bis sie Feuer fingen.

Bereits im ersten Song hat Frontsänger Samu Haber die Massen an seinen Lippen kleben. Sie singen mit, klatschen mit, kreischen, recken Hände in die Luft. Die Melodien gehen glatt ins Ohr und spätestens beim Hit "You Can Never Be Ready" ist klar, dass es sich bei diesem rockig-poppigen Fünfergespann um eine ausgezeichnete Live-Band handelt. Die Arrangements sind clever abgestimmt und geben Schlagzeug, Gitarre, Keyboard oder Bass den nötigen Freiraum, um sich gegenseitig spielerisch herauszufordern.

Doch dem Publikum ist das nicht genug. Es will Haber hören, seine unverwechselbare Stimme, die das Herz in Wallung bringt. Sanft und bestimmt strömt "Afraid of the Midnight" durch die Reihen, gefolgt von einem packenden Klatschkonzert in "Lifesaver" und spacigen Intro-Klängen in "Damn Silence". Haber ruft: "Okay, Leipzig. Your turn! Alle zusammen!", und alle krakeelen "Forever Yours".

Finnland-Fahnen, Herzchen-Ballons und Plakaten mit Aufschriften wie "Forever Yours" oder "I love You More Than Bratwurst" tauchen auf. Mit einem malerischen Sonnenuntergang vor Augen und dem flauschig-gestimmten Publikum vor der Nase singt der finnische Herzensbrecher besonnen weiter. "Angels On a Rampage", "Little Bit Of Love" und "Letters In The Sand" - Schlag auf Schlag. Dann ist es aber auch erst einmal genug mit der Kuschel-Musik, und die Band biegt mit "Out Of Tune" in die rockigere Schiene ein. Wie bei einer Verfolgungsjagd bieten sich Gitarren, Schlagzeug, Keyboard und Bass die Stirn.

Die Party kocht, und bei "Choose To Be Me" wackelt so ziemlich jeder Hintern. Ein kurzer Bruch folgt mit "Welcome To Life", worin das Keyboard leise Töne setzt und Haber sich darauf einstimmt.

Von seinem Charme, sich mit dem Publikum zu unterhalten, hat der ehemalige "The Voice"-Coach nichts eingebüßt, auch wenn die Pointen aus einem deutsch-englisch-finnischen Sprachmix rarer geworden sind, er sich mehr auf die Musik konzentriert.

Die Band rückt an diesem Abend etwas ab von den traditionellen Showeinlagen und zeigt sich in "I Don't Dance" überaus experimentierfreudig. Der Beat setzt ein, schrille Klänge kommen dazu, das Tempo zieht mächtig an, der Synthesizer dreht durch. Getoppt wird das Techno-Gerangel mit einer bestechenden Lasershow.

Auf den letzten Metern vor der Zielgeraden wechseln sich leisere und lautere Songs ab. So baden die Finnen in "Nothing Is Over" in einem Lichtermeer, spornen in "Hollywood Hills" zum abermaligen Klatschkonzert an, zeigen sich besinnlich in "Sweet Symphony", bevor sie sich mit der rockigen Nummer "Dream Like A Child" verabschieden.

Zum Glück nur ein kurzer Abschied. Der Rückmarsch auf die Bühne folgt geschwind. Ein Kracher darf natürlich nicht fehlen. Und so fängt "Fairytale Gone Bad" die Stimmung des Abends noch einmal auf. So sanfte wie dramatische Klaviermusik trifft auf Habers leises Flehen. Hände fliegen in die Luft, die restlichen Instrumente setzen ein, versetzen Leipzig in einen finalen Glücktaumel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.06.2015
Graul, Viktoria

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