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Gnadenfrist für Distillery: Stadt Leipzig sieht keine Zukunft für Club-Standort im Süden

Gnadenfrist für Distillery: Stadt Leipzig sieht keine Zukunft für Club-Standort im Süden

Droht Leipzigs Techno-Club-Urgstein „Distillery“ doch das Aus am Standort Kurt-Eisner-Straße? Im Juli forderten die Ratsfraktionen von SPD, Die Grünen und Linke die Stadt auf, sich zum Standort zu bekennen.

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Distillery-Chef Steffen Kache setzt sich für den Club-Standort im Leipziger Süden ein.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Jetzt positioniert sich die Verwaltung – und räumt der Diskothek im neu entstehenden Stadtviertel Bayerischer Bahnhof noch fünf Jahre ein. Distillery-Chef Steffen Kache zeigte sich am Montag gegenüber LVZ-Online trotzdem zuversichtlich.

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Leipzig. Droht Leipzigs Techno-Club-Urgstein „Distillery“ doch das Aus am Standort Kurt-Eisner-Straße? Im Juli forderten die Ratsfraktionen von SPD, Die Grünen und Linke die Stadt auf, sich zum Standort zu bekennen. Jetzt positioniert sich die Verwaltung – und räumt der Diskothek im neu entstehenden Stadtviertel Bayerischer Bahnhof noch fünf Jahre ein. Distillery-Chef Steffen Kache zeigte sich am Montag gegenüber LVZ-Online trotzdem zuversichtlich.

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An der Meinung von Kultur- und Baudezernat gibt es nichts zu deuteln: Die Distillery könne „nicht dauerhaft am gegenwärtigen Standort verbleiben“, heißt es in einem „Alternativvorschlag“ zum Antrag der Fraktionen. Der Club rücke künftig ins Zentrum des neuen Stadtviertels hinter dem Bayerischen Bahnhof. Da ein Großteil der Flächen in unmittelbarer Nähe zum Club für eine private Bebauung vorgesehen ist, sei „eine Konfliktsituation wahrscheinlich.“

Deshalb schlägt die Verwaltung den Stadträten vor, dem Club noch fünf Jahre als Übergangszeit zu ermöglichen. In der Frist wollen die Behörden gemeinsam mit Distillery-Chef einen alternativen Standort finden. Die Eigentümer des Distillery-Areals sollen dann den Umzug des Clubs finanziell unterstützen.

Bemühungen in Sachen Standortsuche gab es längst – bisher erfolglos. „Ein Objekt in der Nähe der Antonienbrücke kommt für uns nicht in Frage“, sagt Kache. In Plagwitz herrsche unter den Clubs bereits ein Verdrängungswettbewerb. „Im Süden sind wir mit dem Conne Island die einzigen.“ Auch beim Thema Umzug in einen nah gelegenen Lokschuppen oder in ein altes Kraftwerk in der Arno-Nitzsche-Straße winkt er ab: Zu groß und zu teuer.

Erste Gespräche mit der Stadtbau AG

Aber der Distillery-Chef bleibt optimistisch, denn der Erhalt des Clubs liege doch nun maßgeblich in den Händen des neuen Flächen-Eigentümers. Im Oktober kaufte die Leipziger Stadtbau AG große Teile des Entwicklungsgebiets Bayerischer Bahnhof von der Deutschen Bahn AG. „Wir hatten in der vergangenen Woche ein erstes Treffen“, sagte Kache. Stadtbau AG-Chef Patrik Fahrenkamp sei zu einer Stippvisite im Club gewesen – ein kategorisches „Nein“ zum Standort konnte Kache nicht ausmachen.

Vor allem hofft Kache darauf, dass der Raum um den Club herum ein Mischgebiet bleibt, denn in einem reinen Wohngebiet könnte er keine Diskothek betreiben. Laut den kommunalen Entwürfen könnten entlang der Kurt-Eisner-Straße aber durchaus auch Büros entstehen. 2012 beschloss der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Derzeit handeln die Stadt Leipzig, die Deutsche Bahn und die Stadtbau AG einen Rahmenvertrag zur gemeinsamen Gestaltung des Gebiets aus. Bleibt die Distillery, gäbe es „weniger und schwieriger vermarktbare“ Grundstücke für den privaten Eigentümer, so die Verwaltung. Sie fürchtet, dass dann ihre Ansprüche auf öffentlich nutzbare Flächen leiden könnten.

Evelyn ter Vehn

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