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Götz Alsmann am Broadway

Haus Leipzig Götz Alsmann am Broadway

Götz Alsmann und Band bringen mit ihrem Broadway-Programm im Haus Leipzig eine Mischung aus Nostalgie und Zeitlosigkeit, Schwärmerei und Witz auf die Bühne

Götz Alsmann mit Band im Haus Leipzig.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Nicht nur ein Typ wie Sting fühlt sich in New York wie ein Alien. Auch Götz Alsmann kann davon mehr als nur ein Lied singen oder eine Geschichte erzählen. 2014 war das, da weilte der mit seiner Band im Big Apple, um dort im legendären Sear Sound Studio eine CD aufzunehmen, die schlicht „Am Broadway“ heißt und die ein paar erlesene Perlen aus dem Great American Songbook in typischen Alsmann-Fassungen funkeln lässt. Was freilich auch live prächtig funktioniert, wie am Donnerstag zum Konzert in der „wunderbaren Vortragshalle“ (Alsmann) des ausverkauften Haus Leipzig zu erleben war.

Und wo dann natürlich auch von dieser Zeit erzählt wird, als der Musiker und Entertainer quasi den Westfalen in New York, den Münsteraner in Manhattan gab. Dass Alsmann, der „König des deutschen Jazzschlagers“, dabei im Stadtteil Queens residieren musste, in einem Hotel, das sein Versprechen eines „Manhattan-Blicks“ nur sehr bedingt hielt, ist dabei lediglich eine der vielen amüsanten Anekdoten, die hier zum Besten gegeben werden. Und das auf genau jene (selbst-) ironische und zugleich liebevoll begeisterte Art und Weise, mit der sich auch der Musik eines Cole Porter, Jerome Kern oder George Gershwin angenommen wird.

Es ist eine Mischung aus Nostalgie und Zeitlosigkeit, Schwärmerei und Witz, die im Falle Alsmanns noch ein ganz spezielles Flair bekommt. Hat der doch, mit gleichsam archäologischer Entdeckerlust, deutsche Nachdichtungen großer Broadway-Musical- Songs und Revue-Hits der 30er bis 50er Jahre aus dem Staub einschlägiger Archive gegraben. Songs, die Alsmann und seine vier Bandmannen dann tatsächlich so kredenzen, als wären sie Aliens auf Zeitreise. In bonbonfarbenen Jacketts und schwarzem Samtkragen, im Gestus einer nicht mehr ganz taufrischen Combo aus dem TV-Abendprogramm seliger Wirtschaftswunderjahre und mit Liedern, die hier „In einer Mondnacht am Meer“, „Meine kleinen Schwächen“ oder „Alles passiert immer mir“ heißen.

Und hinter denen sich im Original „Blue Moon“ von Richard Rodgers, „My Favorite Things“ von Rodgers & Hammerstein oder eben „Every Things Happen To Me“ von Matt Dennis verbergen. Wobei dieses „verbergen“ durchaus auch mal ein kokettierendes Spiel ist, das den Zuhörer immer mit den schönen Wiedererkennungseffekten eines „Ah, das ist doch …“ belohnt.

Was fraglos dafür spricht, wie clever man sich der Originale angenommen hat. Clever auch deshalb, weil man in die absurde Verlegenheit, diese Alsmann-Interpretationen mit denen alter, amerikanischer Show-Bizz-Großkaliber zu vergleichen, gar nicht erst kommt. Und so hat es dann auch eine gewisse Chuzpe, wie Alsmann samt Altfried Maria Sicking (Vibraphon, Xylophon, Trompete), Michael Ottomar Müller (Bass), Rudi Marhold (Schlagzeug) und Markus Passlick (Percussion) durch die deutsche Hintertür schlüpfend auf dem Broadway tänzeln. Ein wenig fremd und doch ganz und gar vertraut.

Von Steffen Georgi

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