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Gothic-Band ASP widmet dem Leipziger Hotel Astoria ein Konzeptalbum

„Verfallen“ Gothic-Band ASP widmet dem Leipziger Hotel Astoria ein Konzeptalbum

In einer Art Horror-Musical erzählt die Frankfurter Düsterband ASP auf ihrer aktuellen Platte eine Geschichte aus dem Leipziger Hotel Astoria. Das Konzeptalbum basiert auf einer Kurzgeschichte des Fantasy-Bestsellerautors Kai Meyer. Sänger Alexander Frank Spreng hat für das Projekt auf mehreren „Dienstreisen“ in Leipzig recherchiert.

ASP-Sänger Alexander Frank Spreng hat ein besonderes Verhältnis zu Leipzig.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Es ist ein Lobgesang, der heutigen Leipziger Ohren merkwürdig erscheinen mag. „Astoria“, jubelt Alexander Frank Spreng, während die Gitarren der Bandkollegen sägen. „Du bist der schönste Stern von allen.“ Und noch einmal „Astoria! Für immer bin ich dir verfallen.“

Die Gothic-Novel-Rockgruppe ASP aus Frankfurt am Main borgt sich die Überschrift ihrer aktuellen Platte von Leipzigs berühmtester Hotelruine. „Verfallen – Folge 1: Astoria“ heißt das Konzeptalbum, das jedoch keineswegs vom Verfall des denkmalgeschützten Gebäudes berichtet, das seit 20 Jahren leer steht. Sprengs Ich-Erzähler verfällt vielmehr in einer Art Horror-Musical in Spielfilmlänge einer obskuren Macht, die er im Keller des einstigen Prachtbaus vermutet. Die Handlung, die ihr Ende erst im April mit „Folge 2: Fassaden“ erfahren soll, basiert auf der Kurzgeschichte „Das Fleisch der vielen“ des Fantasy-Bestsellerautors Kai Meyer. Ende 2015 stieg das Album auf Platz sieben der Pop-Charts.

Das Geschehen ist in den frühen Astoria-Jahren angesiedelt. Vor 100 Jahren, am 5. Dezember 1915, wurde die fünf Millionen Reichsmark teure Bettenburg nach dreijähriger Bauzeit als seinerzeit größter und modernster Hotelneubau Deutschlands eröffnet. Den fiktiven ASP-Helden verschlägt es wenige Jahre später nach Leipzig. Er ist ein Veteran des Ersten Weltkriegs. „Vergessen ist die Somme, vergessen ist Versailles“, singt Spreng, nachdem sein Protagonist den Hauptbahnhof verlassen hat und sogleich in einen Sog gerät: Der „Tempel einer längst vergessnen Gottheit“ ziehe ihn an wie einen „Automaten, der fremdgesteuert ganz mechanisch auf ein Heiligtum zugeht“. Hoffnungsvoll zupfen die Kollegen ihre Gitarrensaiten. Ein paar Minuten später stellt der Hotelchef die Hauptfigur unverhofft als Hausmeister an.

Die Idylle trügt

Freilich trügt die Idylle. Der Vorgänger sei kürzlich verunglückt, sagt man dem Helden. Ein paar Akkorde später beginnt auch sein schleichender Niedergang. Nachts in den Hotelfluren begegnet er einer rätselhaften Frauengestalt. Bald sammelt er für sie Haare und Hautreste aus den Gästezimmern ein. Doch es soll nicht bei leblosen Souvenirs bleiben ...

Dass Spreng die Geschichte in Leipzig ansiedelt, kommt nicht überraschend. Der 43-Jährige hat in den anderthalb ASP-Jahrzehnten seit der Bandgründung ein besonderes Verhältnis zu der Stadt entwickelt. 2001 brachte ein Auftritt beim Wave-Gotik-Treffen die Gruppe erstmals hierher. Dass ASP das Festival boykottieren, seit die Veranstalter 2009 mit rechtsesoterischen Symbolen geworben haben, hat dem Faible für Leipzig nicht geschadet.

„Die Leipziger sind sowieso ganz anders als alle anderen“, lobte er die Stadtbewohner 2014 in einem LVZ-Interview. Um für die Astoria-Geschichte zu recherchieren, war er immer mal wieder auf „Dienstreise“ hier. „Streng genommen bräuchte man das im Internet-Zeitalter nicht“, verriet er. „Aber es ist eine schöne Ausrede, um vorbeizukommen.“

ASP: „Verfallen – Folge 1: Astoria“ (Trisol/Soulfood), Konzert am 9. April im Haus Auensee (Gustav-Esche-Straße 4), Vorband Spielbann, Karten für 32,95 Euro im LVZ-Media-Store (Höfe am Brühl), in den LVZ-Geschäftsstellen, unter 0800 2181050 und www.lvz-ticket.de

Von Mathias Wöbking

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