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Grönemeyer versetzt Leipzig in Verzückung

45.000 Fans in der Red Bull Arena Grönemeyer versetzt Leipzig in Verzückung

Mit seinem Konzert in Leipzig hat Herbert Grönemeyer Eindruck hinterlassen. In der ausverkauften Arena nahm er 45.000 Fans mit auf eine Reise durch sein musikalisches Schaffen und erzeugte den einen oder anderen Gänsehaut-Moment.

Herbert Grönemeyer begeisterte 45.000 Fans in der Leipziger Red Bull Arena.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Regen und Sturm hatten sich verzogen, die Fans waren dageblieben – und die Pop-Legende kam: Herbert Grönemeyer hat am Samstagabend die ausverkaufte Red Bull Arena in Verzückung versetzt. 45.000 Zuschauer sammelten sich im Innenraum und auf den Rängen, um sich gemeinsam mit dem Sänger auf eine Zeitreise durch sein musikalisches Schaffen zu begeben.

Aufatmen beim Veranstalter, dass es hell ist, als der 59-Jährige gegen 20.20 Uhr aus dem Off „Unter Tage" zu singen beginnt, auf die Bühne stürmt und einen Jubel entfacht, den wenige in dieser unglaublichen Stärke auslösen können. Da ist er also, der Dirigent des großen Gefühls, dem man wegen seiner Wucht in den Konzerten sofort verzeiht, dass sein jüngstes Album „Dauernd jetzt" ein Stück entfernt von den Meilensteinen liegt, die er in die Musiklandschaft geklotzt hat. Ein besonders großer davon ragt (zu) früh auf: Nach dem obligatorischen „Steigerlied"-Intro liefert „Bochum" den Pulsschlag aus Stahl, und die Zigtausend singen beseelt mit, als kämen alle aus dem Ruhrpott. „Aaaah, Glück auf!".

45.000 Zuschauer feierten den Auftritt von Pop-Legende Herbert Grönemeyer am Sonnabend (13.05.2015) in der ausverkauften Red Bull Arena. Es war eines von 28 Konzerten auf seiner "Dauernd Jetzt"-Tour. Fotos: Wolfgang Zeyen

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Beim „Stück vom Himmel" bildet sich weit über der Arena ein Gemälde aus Wolkenmarmor und Licht. Dann geht es Schlag auf Schlag – „Männer", „Was soll das", dann „Vollmond" mit neuem meteorologischem Regiekniff: Eine Riesendusche ergießt sich. Und weil Herbert die Volksnähe wichtiger ist als Trockenheit, rutscht er hakt in Kapuzenjacke über den weiten Steg, der in einer kleinen Bühnenbucht endet. Pudelnass wie sein Publikum, das die Schirmherrschaft bekommt über eine Veranstaltung, mit der die Stadt für ihre 1000-Jahr-Feierei wirbt. „Dafür seht ihr alle noch ziemlich jung aus", witzelt der Sänger.

Die irre Party nimmt ihren Lauf jenseits von Zahlenspielen. Grönemeyer spurtet, ballt die Fäuste, jongliert immer wieder mit der angeeigneten koketten Selbstironie, spreizt sich im Rahmen seiner motorischen Fähigkeiten wie ein Balletttänzer. Er feiert, er staunt, er umarmt die Leute mit Worten – und bekommt etwas zurück, was man übertreibungslos Liebe nennen darf, adressiert an einen Mann, dessen Präsenz dafür sorgt, dass Regen euphorisierend wirkt.

Dann tanzen 45 000 Mambo. Bei „Halt mich" hält man sich. Zum Finale regnet es dann noch einmal – Riesenlametta senkt sich über das Publikum, das nach zwei Stunden und 50 Minuten den Heimweg antritt.

Freundliche Worte hatte der 59-Jährige bereits am Nachmittag gefunden, als er sich in das Goldene Buch im Neuen Rathaus eintrug.

Drei Tage dauerte der Aufbau der großen Bühne im Stadion. Am Sonnabend bildete sie eine beeindruckende Kulisse, ohne zu sehr von der eigentlichen Show abzulenken. Video-Leinwände schwebten durch die Luft, zum Abschluss ging ein Lametta-Regen nieder. Apropos Regen: Auch wenn zwischendurch immer wieder Tropfen vom Himmel fielen – Grönemeyer erfreute sich an der besonderen Stimmung, die das Wetter im großen Rund erzeugte. Und die Fans in Leipzig stimmten zu.

MaD/maf

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