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Große Bühne für den kleinen Perseus – wertvolle Statuette jetzt im Antikenmuseum

Dauerleihgabe des Leipziger Bildermuseums Große Bühne für den kleinen Perseus – wertvolle Statuette jetzt im Antikenmuseum

Der Leipziger Perseus ist kein Riese von Wuchs: Nur 23,5 Zentimeter hoch ist die einst aus Bronze gefertigte Statuette des berühmtesten Heroen der griechischen Mythologie. Als Dauerleihgabe des Leipziger Bildermuseums ist sie nun im Antikenmuseum der Uni zu sehen. Untersuchungen ergaben, dass sie im vierten Jahrhundert vor Christus gefertigt wurde.

Der „Perseus mit dem Medusenhaupt“ ist nun als Dauerleihgabe des Bildermuseums im Antikenmuseum der Uni zu sehen. Kustos Hans-Peter Müller, die Museumsdirektoren Hans-Ulrich Cain und Werner Schmidt sowie Uni-Prorektor Thomas Hofsäss (von links) begutachten die mehr als 2000 Jahre alte Bronzestatuette.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Leipziger Perseus ist kein Riese von Wuchs: Nur 23,5 Zentimeter hoch ist die einst aus Bronze gefertigte Statuette des berühmtesten Heroen der griechischen Mythologie. In der Hand hält er das abgeschlagene Haupt der Medusa. Der Held ist nackt, auf seinem Kopf sitzt die Tarnkappe. Vermutlich seit 1714 ist das ansehnliche Kleinod in städtischem Besitz, war damals für die Ratsbibliothek erworben worden und ging 1952 in den Bestand des Museums der bildenden Künste über und lagerte dort im Depot.

Nun hat der Mini-Perseus eine große Bühne bekommen, als Dauerleigabe steht er seit Mittwoch in der Ausstellung des Antikenmuseums der Uni. Professor Hans-Ulrich Cain, Chef des Museums und des Institutes für klassische Archäologie, sprach von einem glanz- und wertvollen Stück, das nicht nur für die Besucher eine Augenweide sei, sondern auch den Studenten für die „Lehre am Objekt“ dienen werde. Schon lange würden das Antiken- und das Bildermuseum vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Dessen Direktor Hans-Werner Schmidt verwies auf die Detektivarbeit, die geleistet wurde, um das große Perseus-Rätsel zu lösen. Denn bis zum letzten Jahr, als die Statuette im Bildermuseum seit langem wieder eingehend in Augenschein genommen wurde, galt sie als neuzeitlicher Nachguss. Experten unterzogen sie 2014 dann gewissermaßen einer Autopsie, analysierten unter anderem die Oberfläche und konnten belegen, dass es sich um ein Meisterwerk etruskischer Bronzekunst aus dem vierten Jahrhundert vor Christus handelt. Nachzulesen ist die spannende Story in einer Festschrift des Archäologie-Institutes, die pünktlich zur öffentlichen Perseus-Präsentation und zur Erinnerung an Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) erschienen ist. Winckelmann gilt als Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und Kunstgeschichte.

In der Publikation werden auch die verschlungenen Wege rekonstruiert, die der Perseus nahm, bevor er ein Leipziger wurde und hier schließlich die Inventarnummer „P 268“ bekam. Sein genauer Entstehungsort im Etruskerreich ließ sich zwar nicht ermitteln, aber später gelangte die Statuette in die Hände des italienischen Kunsthändlers und Geistlichen Francesco Antonio Renzi (1644-1714), der sie dann nach Leipzig verkaufte. Treibende Kraft für die Erwerbung war der Leipziger Ratsbibliothekar Gottfried Christian Götze.

Ihr Platz im Antikenmuseum wurde sorgsam von Kustos Hans-Peter Müller ausgewählt: Mit der Perseus-Vase bildet die Statuette jetzt ein Ensemble. Auf dem Gefäß wird in einer Bildfolge jene Geschichte erzählt, wie der wackere Zeus-Sohn Perseus die schreckliche Medusa besiegte, deren Anblick alle, die es mit ihr aufnehmen wollten, zu Stein erstarren ließ.

Von Mario Beck

LEIPZIG antikenmuseum 51.339695 12.373075
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