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Große Gesten, wenig Spontanes

Volbeat geben routiniertes Leipzig-Gastspiel Große Gesten, wenig Spontanes

Gedränge auf den Stehplätze, vollgepackte Ränge: Die Leipziger Arena war am Samstag ganz in der Hand von Volbeat. Die Dänen boten beim Gastspiel einen breiten Überblick über das eigene Schaffen – der allerdings auch ein wenig zu routiniert ausfiel.

Volbeat in der Arena Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Hohe Chartplatzierungen, Stippvisiten auf den größten Festivals, Millionen verkaufte Platten – wenn im vergangenen Jahrzehnt eine Band das Etikett Senkrechtstarter verdiente, dann Volbeat. So verwundert es nicht, dass auch die Arena zum Leipzig-Gastspiel der dänisch-amerikanischen Truppe bis zum Bersten gefüllt ist, Vorfreude und Spannung im bunt gemischten Publikum dominieren. Große Erwartungen, die die Band am Samstagabend in der Summe erfüllt – wenn auch mit Abstrichen.

Der von den US-Amerikanern Crobot bestrittene Auftakt könnte zunächst nicht überzeugender ausfallen. Herrlich überdreht fegt das Quartett durch seine knapp 30 Minuten Spielzeit, erfüllt die undankbare Aufgabe des Anheizers mit seiner wilden Mischung aus psychedelisch angehauchtem Hard Rock und modernem Groove mit Bravour und hat, auch dank der extrovertierten Darbietung von Sänger Brandon Yeagley, die Sympathien des Publikums auf seiner Seite.

Eine Steilvorlage, die die Australier von Airbourne gekonnt aufnehmen. Waren Crobot ein akustischer Herbststurm, sind die Hardrocker im Anschluss ein wahrer Tornado. Der mit beiden Augen in Richtung der Landsmänner von AC/DC schielende Sound der Truppe ist wie gemacht für zünftige Arena-Konzerte. So werden Raubein-Hymnen wie „Ready To Rock“, „Breaking Out Of Hell“, „Diamond In The Rough“ oder das abschließende „Running Wild“ bis in die letzte Reihe beklatscht. Dreh- und Angelpunkt der Show ist Frontmann Joel O’Keefe, der sich auch mal vom Roadie solierend ins Publikum tragen lässt um dort eine Bierdose am eigenen Haupt zu zerdreschen – Rock-N-Roll-Kunst in Perfektion.

Der Einstieg für die eigentlichen Protagonisten des Abends fällt dann denkbar pointiert aus. Zu den Klängen des Motörhead-Klassikers „Born To Raise Hell“ wird die Halle verdunkelt, bevor das die Bühne verhüllende Banner mit den ersten Takten von „The Devil’s Bleeding Crown“ fällt – und die Masse bebt. Der typische Volbeat-Stilmix aus knackigem Rock ‚N’ Roll, Punk und Heavy Metal verfängt auch 15 Jahre und sechs Alben nach Bandgründung ab dem ersten Ton. Frontmann Michael Poulsen hat sein Publikum stets im Griff, mit „Heaven Nor Hell“, „Warrior’s Call“, „Sad Man’s Tongue“ und „Hallelujah Goat“ hält die Band das Tempo auf konstant hohem Level. Bei aller Hitdichte und angesichts der gigantischen Bühne erfreulich zurückgenommener Show schleicht sich über die knapp zwei Stunden Spielzeit aber auch eine gewisse Routine ein. Spontanität, einen Ausbruch aus dem engen Show-Korsett sucht man trotz Crowdsurf-Wettbewerb und Handylampen-Romantik bei „For Evigt“ indes vergeblich. Das Überraschungsmoment, dass die Band noch vor zehn Jahren auszeichnete, die Begeisterung des Neuartigen ist inzwischen verflogen. Und so muss man nach dem abschließenden „Still Counting“ zwar feststellen, dass Volbeat inzwischen im Zirkel der ganz großen Bands angekommen – aber auch berechenbar geworden sind.

Von Bastian Fischer

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