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Gute Vibrationen: A Day to Remember erwärmen das ausgekühlte Leipzig

Haus Auensee Gute Vibrationen: A Day to Remember erwärmen das ausgekühlte Leipzig

Auf den Tag genau drei Jahre nach ihrem jüngsten Leipziger Konzert ist die Band A Day to Remember ins Haus Auensee zurückgekehrt. Und auch sonst war diesen Dienstagabend vieles wie 2014.

A-Day-to-Remember-Frontmann Jeremy McKinnon demonstriert mit der Pommesgabel, dass er ein echter Rocker ist.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Auftritte von A Day to Remember in Leipzig sind immer eine langwierige Angelegenheit. Schon als das Quintett aus Ocala im US-Bundesstaat Florida Anfang 2014 zuletzt die Messemetropole beehrte, dauerte es inklusive der Gigs der beiden Vorbands mehr als drei Stunden. Erst weit nach Mitternacht war damals im Haus Auensee Schluss.

Nun kehrte „ADtR“ auf den Tag genau drei Jahre später an die Pleiße zurück, um am Dienstagabend abermals die ehemalige HO-Gaststätte in Wahren zu erwärmen. Denn wie 2014 war es auch diesmal draußen schweinekalt, wobei sich nun noch dichte Nebelschwaden durch den Auenwald zogen.

Und wie beim letzten Mal spielten auch am Dienstag zwei Nachwuchskapellen vor: Moose Blood aus England und Neck Deep aus Wales. Besonders erstere schlagen mit sanftmütigen Emo-Akkorden deutlich mildere Töne an als die späteren Headliner. Und auch bei den Pop-Punkern von Neck Deep fehlen zumindest die für A Day to Remember so typischen Growlings, also der gutturale Gesang von Frontmann Jeremy McKinnon.

Eine Spur zu perfekt

Um 20.45 Uhr ist es dann soweit, und McKinnon und seine vier Mitstreiter betreten die Bretter, die für den Abend die Welt bedeuten. Nach einem Stück vom ersten Erfolgsalbum „Homesick“ aus dem Jahr 2009 widmet sich die Post-Hardcore-Band sogleich der aktuellen Scheibe, die vor fünf Monaten erschien. „Bad Vibrations“ erreichte in Deutschland immerhin Platz sieben in den Charts, in den USA stieg die Platte sogar bis auf Rang zwei.

Der Erfolg liegt sicherlich auch daran, dass A Day to Remember im Gegensatz zu einigen Weggefährten aus der Hardcore-Szene ihrem Stil konsequent treu bleiben und nur kosmetische Weiterentwicklungen vornehmen. So wirkt das Album wieder etwas rauer und düsterer als sein Vorgänger, was vor allem am verstärkten Einsatz der Growlings liegt.

Beispielhaft ist dafür das titelgebende „Bad Vibrations“, das McKinnon in Leipzig mit gewohnter Verve vorträgt. Der Gitarrensound ist dazu ebenfalls fett wie immer, am Ende wirkt aber der ganze Auftritt schon eine Spur zu perfekt und damit langweilig – was auch daran liegt, dass bis auf die Songs von „Bad Vibrations“ fast ausnahmslos dieselben wie vor drei Jahren zu hören sind.

Ein warmes Gefühl in der Brustgegend

Da ziehen die Filmchen, die im Hintergrund auf zwei großen Bildschirmen laufen, teilweise mehr Aufmerksamkeit auf sich. Mal taucht dort der Band-Schriftzug in verschiedenen Farben auf, dann werden Liedtexte abgebildet und schließlich bei einigen Stücken auch die dazugehörigen Videos.

Erst „Have Faith in Me“, ein balladesker Song, der von McKinnon ausdrücklich für alle Ladys im Saal angekündigt wird, reißt die Besucher wieder aus ihrer Lethargie. Heerscharen von Smartphones und auch ein paar Feuerzeuge leuchten auf und erzeugen beim Betrachter mal wieder ein warmes Gefühl in der Brust­gegend.

Noch romantischer wird es, als McKinnon nach der Zugabenpause allein und mit Akustikgitarre unterm Arm die Bühne betritt. „Die anderen Jungs machen erst einmal eine Pause“, erklärt der 31-Jährige und stimmt mit der Mehrzahl der Zuschauer zum Gesang von „If it Means a Lot to You“ ein. Beim dritten Refrain kommt doch noch der Rest der Band zurück, das Ende des Lieds ertrinkt letztlich in einem einzigen Soundstrom.

Zum Schluss erklingt wie immer bei einem A-Day-to-Remember-Konzert der allererste Hit „The Downfall of Us All“, mit einem Konfettiregen verabschieden sich McKinnon und Co. Mal sehen, ob sie in genau drei Jahren wiederkommen.

Von Christian Dittmar

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