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HGB Leipzig zeigt 11 Studienpreis-Projekte

Ausstellung HGB Leipzig zeigt 11 Studienpreis-Projekte

Für den mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Studienpreis des Freundeskreises der Hochschule für Grafik und Buchkunst können sich Studierende ganz basisdemokratisch selbst bewerben. 66 hatten diesmal das nötige Selbstvertrauen. Die Projekte der 11 für würdig Empfundenen sind nun in der Galerie der HGB zu sehen.

Abgrenzungen, Maier, blitzende Lichter: Max Richters Installation „Fitshake“im Lichthof der HGB.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Zunächst sehen die Lichtschläuche ein bisschen nach jahresendgemäßer Deko aus. Doch sie sind kombiniert mit Stacheldraht und Seilen, wie sie im Boxring zur Begrenzung verwendet werden. „Fistshake“ heißt die Installation von Max Richter. Die Faust ballen und schütteln. Für die arbeits- und materialintensive Arbeit hat er einen Pfeiler im Lichthof der HGB mit einer groben Ziegelmauer ummantelt. Abgrenzungen, Mauern, blitzende Lichter, das ist dann doch nicht so richtig weihnachtlich, passt aber trotzdem in die Gefühle und Diskussionen dieser Zeit.

Richter hat einen Preis.für seine Einreichung zum diesjährigen Studienpreis des Freundeskreises der HGB bekommen, aber „nur“ den zweiten. Dennoch ist die Auswahl dieser Arbeit mit gerade gesellschaftlich brennenden Themenstellungen charakteristisch für die diesjährige Schwerpunktsetzung der zehnköpfigen Jury.

Für den mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Preis können sich Studierende ganz basisdemokratisch selbst bewerben, 66 hatten diesmal das nötige Selbstvertrauen. Diese Zahl wurde zunächst auf 11 eingedampft. Die Projekte dieser elf für würdig Empfundenen sind nun in der Galerie der Hochschule zu sehen. Offensichtlich war die Jury dabei bemüht, eine Streuung über die Bereiche der Ausbildung zu realisieren. Malerei ist ebenso vertreten wie Fotografie, Video oder Buchgestaltung.

Gesellschaftliche Relevanz hat so wie bei Max Richter auch die Einreichung des Drittplatzierten Alexander Repp, auch wenn das Leuchtbild mit den farbigen Geflechten vordergründig nach reiner Ästhetik aussieht. Repp visualisiert damit aber die Verbreitung einer gefälschten Twitter-Meldung nach den Attentaten auf den Boston-Marathon. Ohne dieses Hintergrundwissen sieht man nur ein interessantes Bild. Mit der Information wird man allerdings auch nicht viel schlauer oder aufgeklärter.

„Ich habe mich zunächst gefragt: Ist diese Arbeit denn hier richtig aufgehoben?“ So (selbst-)kritisch beurteilt André Soudah, Vorstandsvorsitzender des Freundeskreis, die Entscheidung für den ersten Platz. Die Arbeit von Christian Doege ist schnörkellos, unspektakulär, sogar spröde. Doege studiert das Fach „Schrift im Feld digitaler Medien“ bei den Professoren Fred Smeijers und Stephan Müller. Gänzlich analog ist aber sein Projekt mit dem trockenen Titel „Informationen zu den Linien der LVB für Blinde und Sehbehinderte.“ Zwar bieten die Leipziger Verkehrsbetriebe Apps für Blinde an. Doch vor allem ältere Sehbehinderte wollen sich nicht unbedingt auf Computer und Smartphone einlassen. So hat Christian Doege Fahrpläne und anderes Material entworfen, das sowohl von Sehbehinderten als auch Blinden genutzt werden kann. Mit speziellen Brillen kann sich der Ausstellungsbesucher in die Situation von Menschen mit verschiedenen visuellen Handicaps hineinversetzen und das Material testen.

Der Freundeskreis ist eine externe Einrichtung. Auch wenn der Jury die Rektorin und ein weiterer Professor angehören, darf man keine Richtungsentscheidung der Hochschule in die Entscheidung für den Studienpreis 2015 hineinlesen. Trotzdem hat der Verein ein starkes Signal zugunsten einer Art von Kunst gesetzt, die nicht im Elfenbeinturm wohnt.

Studienpreis 2015 des Freundeskreises der HGB: bis 16. Januar, Di–Fr 14–18 Uhr, Sa 12–16 Uhr, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstr. 11 in Leipzig

Von Jens Kassner

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