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Heep, Heep, hurra – Uriah Heep und Status Quo begeistern 2500 Fans im Haus Auensee

Heep, Heep, hurra – Uriah Heep und Status Quo begeistern 2500 Fans im Haus Auensee

Krachender Rock mit großen Gesten und Gitarren-Boogie im Wiegeschritt: Am Dienstag gastierten die Rock-Dinos Uriah Heep und Status Quo im gut gefüllten Haus Auensee.

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Uriah Heep und Status Quo im gut gefüllten Haus Auensee.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Protagonisten mit ähnlichen Jahrgängen - und großen qualitativen Unterschieden.

Bei einem Rock'n'Roll-Exzess auf Stühlen sitzen - das ist ähnlich pervers wie Bier aus Plastikflaschen. In der breiten Loge über dem Saal allerdings hocken Menschen aneinandergereiht und verfolgen die unten zelebrierte ganzkörperlichen Bewegungs-Aufforderung. Klar, das Heep-und-Quo-Publikum dürfte den höchsten Altersdurchschnitt eines Leipziger Konzerts im ausgehenden Jahr stellen; doch die absolute Mehrheit der Angegrauten und Glatzenträger tanzt das Jammern der Bandscheibe euphorisch weg.

Es ist auch einfach zu mitreißend, was Uriah Heep da vorn abziehen. Die 1969 entstandene Hardrock-Band hat sich vom Verlust ihres im Mai gestorbenen Bassisten Trevor Bolder erholt, nun bearbeitet Davey Rimmer die vier Saiten - und Mick Box zaubert, verblüfft und feiert, wie er es nie besser getan hat. Das einzig verbliebene Gründungsmitglied gibt seiner Gitarre eine unverwechselbare Stimme. Markenzeichen: Mit der einen Hand die Töne herauszerren, mit der anderen seine typischen pantomimischen Gesten schlängeln und tupfen. Dazu dieses beseelte, glückliche Lächeln eines 66-Jährigen, der unverminderten Spaß an der Ausübung seines Jobs versprüht. Ein weißhaariges Kind, das nicht müde wird, sich mit seinem Lieblingsspielzeug zu beschäftigen.

Es jault und kreischt

Frontmann Bernie Shaw, ebenfalls prächtig gelaunt, entertaint auch zwischen den Stücken und lädt die Fans ein, den Dienstagabend zur Freitagnacht zu machen: "Wenn wir auftreten, ist immer Freitag!" Und was für einer. Uriah Heep vereinen alle Merkmale, die den Hardrock vor allem der 70er und 80er Jahre so besonders und einzigartig machte: Breite Gitarrenflächen mit Stellen, an denen es jault und kreischt. Protagonisten, die ihre Haare zu Vorhängen ausbreiten. Ein Sänger mit nicht zu tiefer Stimme, der die Vokale am Textzeilenausgang dehnt und in die Höhe schraubt. Ein Drummer (Russell Gilbrook ist großartig), der sein Arbeitsgerät nach allen Regeln der Kunst verprügelt.

So kommen die großen Songs der Briten über ihre Zuschauer: Uralte wie "Sunrise", "Gypsy" oder "Easy Livin" und neuere vom aktuellen Album "Into The Wild". Box legt bei "Look At Yourself" ein Wahnsinns-Solo hin und wird von den Fassungslosen dafür gefeiert. Wer mit Uriah Heep aufwuchs, verbindet mit so manchen Stücken Geschichten, Schicksale, Rituale. "Noch nie zu ,July Morning' gevögelt?" fragt ein lebens- und Heep-erfahrener Typ seinen Begleiter. Gut, man müsste im Kalender nachsehen, doch dafür ist keine Zeit angesichts dieses nur einstündigen Spektakels, bei dem die Band beweist, dass selbst "Lady in Black" live bestens funktioniert. Ein von Millionen Gitarrenschülern durchgeackertes Leierkasten-Rührstück mit lediglich zwei Akkorden.

Womit wir bei Status Quo wären, denen durch die Auftrittsfolge die Rolle des Headliners zukommt. Genau genommen und nicht überraschend spielen die Drei-Akkord-Arbeiter um Rick Parfitt und Francis Rossi einen einzigen, langen Song aus wenig wechselnden Bestandteilen, unterbrochen von Zäsuren und Applaus. Nun ja, der Kultstatus heiligt die Mittel. Mit Konzertverlauf haben sich die Herren immerhin mächtig gesteigert und den Jubel von 2500 Leuten abgefasst. So, jetzt erst mal setzen. Arme Bandscheibe...

Tipp für Rockfans: Am 21. Dezember spielt Manfred Mann's Earth Band im Haus Auensee.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.11.2013

Mark Daniel

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