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Herzerwärmender Schwachsinn: The Fuck Hornisschen Orchestra auf der Sommerbühne

Arena am Panometer Herzerwärmender Schwachsinn: The Fuck Hornisschen Orchestra auf der Sommerbühne

Sie haben sich zuletzt ein wenig rar gemacht auf den Leipziger Bühnen. Doch am Sonntag lassen Julius Fischer und Christian Meyer alias The Fuck Hornisschen Orchestra in der Arena am Panometer das Wochenende mit sommerlichern Liedern ausklingen.

Glückliche Fügung: Seit 13 Jahren sind Christian Meyer (links, 34) und Julius Fischer (33) ein Bühnenpaar.

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Fahre durch den Sommertag, in den Boxen Manny Marc“ – singen Christian Meyer und Julius Fischer in ihrem zuletzt erschienenen Lied, ein Paradebeispiel für die strikte Einfachheit des Deutsch-Pop sollte es werden. Denn „Fun Fun Fun in the Sun Sun Sun“, das kriegt man so schnell nicht aus dem Ohr – es nistet sich nach nur einmaligem Hören im Kopf ein. Einen beschwingten mainstreamigen Sommerhit, das hatten die beiden sich zur Aufgabe gemacht, „ich wollte ein bisschen eklig klingen“, erklärt Julius schmunzelnd und weiter, „man hängt als Hörer auch in der Schwebe: Ist es jetzt nur unangenehm oder soll ich mich dafür schämen?“

Einige Zeit ist seit ihrer „Weihnachtsschmonzette“ ins Land gegangen, seit dem hatte The Fuck Hornisschen Orchestra keinen Auftritt mehr in Leipzig. Am Sonntag werden die beiden ihre Bühnenabstinenz beenden und zum Abschluss der Sommerbühnensaison in der Arena am Panometer viele Songs vom Album „Palmen“ zu hören geben. Auch ein paar neue, die sie diese Woche noch fleißig geprobt haben. Manche ihrer Konzerte arten in Stand-up aus, wie sie zugeben, man müsse sich mehr disziplinieren und an die Setlist halten. Das macht sie nur noch sympathischer.

„Es ist auch das größte Publikum, vor dem wir spielen werden“, bemerkt Christian und meint, dass er vollkommen aus der Haut fahren werde. Die Arena umfasst bis zu 700 Plätze, nichts mit intimer Clubsession wie zum Beispiel in der Ilse. Sein Kollege Julius hingegen freut sich riesig auf die Resonanz, die so ein großes Publikum mit sich bringt, „wenn man hört, wie der Witz als Lachen wieder vor rollt – das ist total geil!“.

Die Arena am Panometer im Süden Leipzigs war auch schon letzte Woche Kulisse für Julius’ Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und einen Poetry Slam. Das mystische Gemäuer mutet episch an, Julius hofft die Atmosphäre einfangen zu können. Gespielt haben die beiden schon überall, vom kleinen Kabarettladen bis zur großen Bühne. Sie kennen die Location-Unterschiede nur zu gut, im Kino kann es immer mal steif werden, in kleinen Clubs dafür umso entspannter, und laut Julius kann dort schon nach ein bis zwei Songs „die Post abgehen“.

Eigene vier Wände in der Leipziger Innenstadt

Im MDR hat die Formation eine eigene Show, „Comedy mit Karsten“ (mittwochs 23.30 Uhr und ab 20.15 Uhr in der Mediathek), dabei haben sie erstmals die großen Kontraste zwischen live und TV mitbekommen. „Es ist sehr schwer, dieselbe Stimmung wie live zu erzeugen, und man muss aufpassen, dass die Energie nicht verloren geht“, meint Julius. Christian erklärt zusammenfassend, „man muss einfach mehr auf dem Punkt sein“. Auf die Frage hin, ob sie sich schon immer vorstellen konnten, im MDR zu laufen, bekommt Christian glitzernde Augen und sieht Julius innig an. „Schon als ich ihn das erste mal sah, wusste ich, wir beide haben mal zusammen eine Sendung im MDR.“ Beide lachen, die glückliche Fügung, eine eigene Fernsehshow zu bekommen, hat keiner kommen gesehen.

In näherer Zukunft bauen sich die Comedians eigene vier Wände in der Kupfergasse in Leipzigs Innenstadt auf – den Kupfersaal, einen Kulturladen. „Viel Comedy und Kabarett, aber auch Slam-Solo-Künstler und Singer-Songwriter“, fasst Christian grob das geplante Programm zusammen. Das Projekt soll Anfang September starten, in Zusammenarbeit mit der Philharmonie Leipzig, weswegen auch viele Orchesterkonzerte in der Location stattfinden werden. Zuvor werden die beiden am Sonntagabend trotz leichter Bewölkung genug Summerfeeling verbreiten. Und viel herzerwärmenden Schwachsinn.

Das Sommerbühnenprogramm der Arena am Panometer (Richard-Lehmann-Straße 114) endet am Sonntag, 20 Uhr, mit The Fuck Hornisschen Orchestra, Abendkasse 15 Euro. Zuvor tritt am Samstag, 18 Uhr, die Hiphop-Band Thold auf, 13 Euro. Außerdem gibt Julianes Wilde Bande am Sonntag, 15 Uhr, ein Familienkonzert, 8 bis 12 Euro.

Von Sarah Englisch

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