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Hilfe für die Deutsche Nationalbibliothek Leipzig: Bürger sollen Bestandslücken füllen

Hilfe für die Deutsche Nationalbibliothek Leipzig: Bürger sollen Bestandslücken füllen

Wer in die Deutsche Nationalbibliothek Leipzig geht, will in der Regel Bücher finden. Ob Kaminer oder Schorlemmer: Bei einem Bestand von 26 Millionen Medien stehen die Chancen nicht schlecht.

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Blick auf die Deutsche Nationalbibliothek samt neuem Anbau.

Quelle: dpa

Leipzig. Doch jetzt sendet der Sammel-Gigant einen Hilferuf an die Leser. Schaut in die heimischen Regale, öffnet Omas Büchertruhe – es gibt Lücken im Bestand.

Mit ihren beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main ist die Deutsche Nationalbibliothek die große Hüterin der Medien aus und über Deutschland. Seit 1913 wird gesammelt, Leipzig platzte aus allen Nähten und eröffnete 2011 einen spektakulären Erweiterungsbau. Den kann der Bücherfreund am 9. Oktober zum Tag der offenen Tür besichtigen. Im Fall der Fälle bringt er gleich selbst ein Buch für den Bestand mit. Welches, ist nicht ganz leicht zu sagen.

Fast wie in einem guten Krimi, scheint alles ein wenig rätselhaft. Welche Autoren gesucht werden, wie viele Werke fehlen – dazu hat die Deutsche Nationalbibliothek selbst keine konkreten Angaben. „Eine Übersicht fehlt“, sagte Sprecher Stephan Jockel auf Anfrage von LVZ-Online. Im Verhältnis zum Millionenbestand an Büchern und Hörbüchern, Mikrofilmen und Online-Dateien hält Jockel die unentschuldigt Fehlenden für Einzelfälle. „Aber unser Auftrag ist auf Vollständigkeit angelegt. Das ist ja das Besondere“, sagt Jockel.

Die Regale der Nationalbibliothek müssten sich eigentlich zum gut Teil von allein füllen: Deutsche Verlage sind verpflichtet, zwei Exemplare jeder Neuerscheinung kostenlos abzuliefern. „Für Verlage im Ausland gilt das nicht“, sagt Jockel. So kann es sein, dass bei einer Suchanfrage im Online-Katalog zu Peter Handke, der auch auf Leipzigs Bühnen gern gespielt wird, der Titel „Noch einmal für Thukydides“ aus einem österreichischen Verlag als „Desiderata“ – also erwünscht aber nicht vorhanden - erscheint.

1000 Buchexemplare durch Weltkriege verloren

Die Bibliothek muss aber auch archivieren, was an deutschsprachiger Literatur im Ausland erscheint. „Dazu kommen Übersetzungen deutscher Autoren in andere Sprachen und alles, was über Deutschland im Ausland erscheint“, erklärt der Bibliotheks-Sprecher. Lieferpflicht: Fehlanzeige. Dagegen hat die Bibliothek einfach ein weites Feld zu beackern.

Verluste gibt es aus den größten und kleinsten Anlässen: Rund 1000 Buchexemplare seien durch die beiden Weltkriege verloren gegangen, heißt es aus Frankfurt. Ganz selten komme es vor, das ein Buch nicht genau an den angestammten Platz zurückgestellt werde – weg ist es.

Aktion in Frankfurt brachte 200 neue Bücher

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Der alte Lesesaal der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

Quelle: Andreas Döring

Die „Gesellschaft für das Buch“, der Freundes- und Fördererkreis der Deutschen Nationalbibliothek, initiierte die Bücheraktion fürs Lesevolk schon in Frankfurt. „Das war so ein Erfolg, dass wir so etwas auch für Leipzig ausprobieren wollen“, sagt Natalie Kromm. 200 Bücher wurden am Main neu erworben, 60 davon bereichern jetzt auch Leipzigs Leseschatz. 

Aber welche literarischen Kostbarkeiten sollen denn nun für fünf Euro (große Bücher) oder drei Euro (kleine Bücher) ins kollektive Lesegedächtnis wandern? Am einfachsten finde man das über den Online-Bibliothekskatalog heraus, so Jockel. Wer dort einen Autor eingibt, findet meist viele Treffer – und den Hinweis auf die erwähnten „Desiderata“. Jockel: Und wenn es gar keinen Eintrag gibt – dann fehlt uns das Buch definitiv.“

Info:

Tag der offenen Tür in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig; Sonntag, 9. Oktober, 10-16 Uhr. www.dnb.de

Evelyn ter Vehn

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