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Hobby-Dirigenten erwünscht: David Timm liefert Klangteppich fürs Mendelssohn-Haus Leipzig

Hobby-Dirigenten erwünscht: David Timm liefert Klangteppich fürs Mendelssohn-Haus Leipzig

Das Mendelssohn-Haus in Leipzig bereitet ein bundesweit einmaliges Projekt vor. Nach dem großen Umbau sollen Besucher in einem interaktiven Effektorium selbstständig zwei Musikstücke des Komponisten dirigieren können.

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David Timm bei den Aufnahmen fürs interaktive Effektorium im Mendelssohn-Haus.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Grundlage ist eine Live-Aufnahme, die jetzt der Leipziger Universitätsmusikdirektor David Timm (44) mit dem Mendelssohn-Orchester einspielte – unter ungewöhnlichen Bedingungen und gleich zweimal.

Auf dem Spielplan des rund 50-köpfigen Ensembles von Timm standen die Ouvertüre aus dem Sommernachtstraum Felix Mendelssohn Bartholdys und der Finalsatz seiner Reformationssymphonie. „Die haben wir einmal auf modernen und einmal auf historischen Instrumenten gespielt“, erklärte Timm. Hintergrund: Der künftige Mendelssohn-Haus-Besucher soll zum Maestro werden und kann von einem Dirigentenpult mit dem Taktstock ein virtuelles Orchester zum Leben erwecken. Im künftigen Effektorium werden dafür etwa 16 LED-Panele mit Lautsprecher-Köpfen platziert.

Besser als der Profi

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Ideenskizze: So könnte das Effektorium aussehen. LED-Panele und Kugellautsprecher als virtuelles Orchester.

Quelle: Betron Schwarz Frey

„Die Besucher können dann sogar mehr tun als ein Dirigent in der Probe“, sagt Timm, nämlich zum Beispiel direkt zwischen den zeitgenössischen und historischen Instrumenten wechseln. Nicht nur Tempo und Lautstärke der Orchester-Aufführung kann der Hobby-Maestro im Museum demnächst eigenhändig bestimmen. Auch ob etwa die Streicher oder die Holzbläser klanglich die Oberhand behalten sollen, zeigt der jeweilige Dirigent an. Das stellte die Musiker bei der Live-Aufnahme vor eine besondere Herausforderung.

„Die Stimmgruppen müssen viel stärker getrennt sein als üblich“, so Timm. Also stellten die Akteure Trennwände und Plexiglas-Kabinen im MDR-Orchestersaal auf. Für den Dirigenten hieß das: „In der Deutlichkeit war für mich das Klangerlebnis etwas eingeschränkt. Trotzdem mussten wir dasselbe optimale Zusammenspiel erreichen.“ Einen langen Probenvorlauf gab es nicht. Zum Teil holte Timm Spezialisten für die historische Interpretation aus Berlin und Köln in sein Team, mit dem er seit Jahren zusammenarbeitet.

Rechnung mit Unbekannten

Nach zwei konzentrierten Aufnahme-Tagen ist sich Timm sicher: „Die Rechnung mit einigen Unbekannten ist sehr gut aufgegangen.“ Für die Leipziger Museumsbesucher bedeutet das: Sie können einfach per Spieltrieb und mit offenen Ohren die Tiefenstruktur der Mendelssohn-Musik erforschen.

Im November steht schon der nächste Coup fürs das digitale Interaktions-Spielzeug im Mendelssohn-Haus auf dem Programm. Dann wird der Universitätschor, den der ehemalige Thomaner Timm ebenfalls leitet, wieder ein weltliches und ein geistliches Stück des berühmten Sohnes Leipzigs einsingen: Das Volkslied „O Täler weit, o Höhen“ und „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ runden das Angebot für das neuartige Museumserlebnis ab.

Das Leipziger Museum für den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-47) wird derzeit für rund 1,5 Millionen Euro modernisiert. Bisher besuchten rund 40.000 Gäste aus aller Welt das Haus in der Goldschmidtstraße 12, in dem auch ein Konzertsaal und Wohnräume im Stil des 19. Jahrhunderts zu sehen sind. Der Museumsbetrieb läuft auch während des Umbaus weiter. Im Februar 2014 will sich das Mendelssohn-Haus dann komplett gerüstet fürs digitale Zeitalter präsentieren.

Evelyn ter Vehn

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