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Hymnisches Pop-Hoch: A-ha in der Arena Leipzig gefeiert

Hits für die Ewigkeit Hymnisches Pop-Hoch: A-ha in der Arena Leipzig gefeiert

Ihre Hits funktionieren auch heute noch: Nach ihrem Rücktritt vom Rücktritt machten die Norweger von A-ha in der Arena Leipzig Station und sorgten für einige Gänsehautmomente.

Cry Wolf: Bei den alten Hits pulsiert die Energie.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.  Nichts ist weniger für die Ewigkeit, als der Abschied erfolgreicher Popbands vom Popgeschäft. Vor gut sechs Jahren haben A-ha Schluss gemacht. Müde, kreativ ausgelaugt sei man, so die damalige Verlautbarung. Die man den drei Norwegern sofort glaubte – auch, weil man es ihrer Musik zunehmend anhörte. Doch wie es so ist: Am Donnerstag gaben A-ha ein Konzert in der fast ausverkauften Arena Leipzig.

Die norwegische Pop-Rockband A-ha machte auf ihrer Europatour am Donnerstag Station in Leipzig. Morten Harket, Pal Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen lösten vor sechs Jahren eigentlich ihr in den Achtziger Jahren so erfolgreiches Trio auf. Jetzt treten sie wieder gemeinsam auf. Foto: Wolfgang Zeyen

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„Cast in Steel“ heißt die Tour, benannt nach der aktuellen CD. Wegen deren Songs, da muss man sich nichts vormachen, ist indes wohl eher keiner zum Konzert gekommen. Weder das Publikum, noch die Band.

Seit den frühen 80ern sind A-ha die Synthie-Pop-Legenden, die zwar nie sonderlich innovativ, aber mit einem doch oft erstaunlich gutem Gespür für den eingängigen Effekt, ein paar Hits fabrizierten, die bis heute noch funktionieren. Und auf die dann auch das Publikum wartet. Jenes Agreement stoisch hinnehmend, nach dem es gilt, sich mit der Pflicht (neue Songs) die Kür (alte Hits) zu verdienen. Also diesen Adrenalin-Schub, der immer dann entsteht, wenn sich persönliche Erinnerungen mit Musik verweben. Damit ein wiederum kollektives Lebensgefühl erweckend, das vor allem genau das ist: Lebens-Gefühl. Und zwar eins im hymnischen Pop-Hoch.

Morten Harket in Topform

Die Sache mit der Pflicht und der Kür nun, sie scheint tatsächlich auch für A-ha zu gelten. Vor den inzwischen ja obligaten Videoprojektionen, die mal mehr mal weniger originell, die einzelnen Songs illustrieren, steht Frontmann Morten Harket so am Mikro, als sei er selbst ein wenig „in Steel“. Körperlich in Topform wirkt er zugleich wie ein doch etwas starrer Fitnessstudio-Morten. Stimmlich immer noch mit erstaunlichem Falsett gesegnet, aber eben von etwas begrenzter Mimik und Gestik.

So liegt es wie gehabt an Keyboarder Magne Furuholmen, die Charmepunkte einzufahren. Was ihm ganz gut gelingt, wenn er sich für sein schlechtes Deutsch entschuldigt, Freude darüber formuliert in der Stadt Bachs spielen zu dürfen, oder das Publikum darum bittet, ihm mit Handylichtern die Bühnenangst wegzuleuchten. Nettigkeiten eines Routiniers.

Aber ausreichend genug, um auch Pal Waaktaar-Savoy an der Gitarre sein etwas stoisches Ding machen zu lassen. Immer ganz fokussiert darauf, mit ein paar kräftig funkigen Riffs oder passend kurzen Soli, die hohen Töne von Harkets Stimme plus den adäquaten Synthie-Flächen Furuholmsens den nötigen Drive zu geben.

Das ist alles weder aufregend, noch enttäuschend. Verstärkt durch eine Rhythmussektion (Bass, Drum, Keyboard) plus Backgroundsängerin Anneli Drecker schnurren A-ha professionell ihr Programm runter. Und mag der Sound oft eher mal breiig denn klar aufklingen, oder die Songreihung einem inspirationslosen Mix-Tape ähneln – wenn die Hits kommen, das hymnische Pop-Hoch der alten Zeiten in die Arena einzieht, spielt das alles keine Rolle mehr.

Gänsehautmoment: „Hunting High and Low“

Da pulsiert urplötzlich Energie zu „Cry Wolf“, ist man bestens eingelullt, wenn Harket und Drecker gemeinsam „Crying in The Rain“ intonieren und selbst das ausgenudelte „Touch Me“ ersteht wie ein Phönix aus der Asche des Überdrusses. Höhepunkt des gut 90minütigen Konzerts ist allerdings, wenn ein zwar nur bedingt textsicheres, aber doch hingebungsvolles Publikum, zur gänzlich gedimmten Musik den Refrain zu „Hunting High and Low“ singt. Ein Gänsehautmoment, bei dem sogar über Harkets Gesicht ein Lächeln huscht. Und ein Hit für die Ewigkeit. Zumindest nach den Zeitmessungen des Pop.

Von Steffen Georgi

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