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„Ich, Tomek“ - Drama einer verlorenen Kindheit

„Ich, Tomek“ - Drama einer verlorenen Kindheit

Hamburg. Kinder als gewalttätige Schläger und Kriminelle – immer wieder erschüttern Schlagzeilen dieser Art die Menschen. Was hinter einer solchen Meldung stecken kann, enthüllt der deutsch- polnische Spielfilm „Ich, Tomek“ auf erschütternde Weise.

Tomek (Filip Garbacz) ist fünfzehn Jahre. Er lebt in Polen an der Grenze zu Deutschland. Armut und düstere Zukunftsaussichten prägen den Alltag. Seine Leidenschaft ist die Astronomie. Aber das Geld für das erträumte Teleskop bekommt er nicht zusammen. Selbst sein ehemaliger Deutschlehrer Weber (Rolf Hoppe), der ihm sehr zugetan ist, kann nicht helfen. Dumpfe Ratlosigkeit ist angesagt.

Endlich verheißt die Liebe zur gleichaltrigen Marta (Anna Kulej) Hoffnung. Die jedoch ist trügerisch. Das Mädchen will von Tomek nicht wirklich Zuneigung, sie will Geld. Von seinen Gefühlen für die aufreizende Schönheit geblendet, gerät der Junge auf die schiefe Bahn und rutscht ins Milieu der Prostitution. Es entwickelt sich ein mörderischer Teufelskreis aus Geld und Gewalt. Tomek, der kindliche Junge, wird zum hemmungslosen Zuhälter, für den ein Menschenleben nichts mehr zählt.

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Hamburg. Kinder als gewalttätige Schläger und Kriminelle – immer wieder erschüttern Schlagzeilen dieser Art die Menschen. Was hinter einer solchen Meldung stecken kann, enthüllt der deutsch- polnische Spielfilm „Ich, Tomek“ auf erschütternde Weise. Eine harte Geschichte, besonders wirkungsvoll dargestellt vom Jungschauspieler Filip Garbacz.

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Die harte Geschichte ist besonders wirkungsvoll auch deshalb, weil Hauptdarsteller Filip Garbacz von ungemein zarter Statur ist und ein vollkommen unschuldig anmutendes Gesicht hat. Der ganze Schrecken der Situation wird damit krass betont. Umso erstaunlicher ist es dann, wenn sich die Figur des Tomek wandelt und eine von Gewalttätigkeit geprägte Ausstrahlung bekommt. Filip Garbacz liefert damit einen außerordentlichen Talentbeweis.

Regisseur Robert Glinski hat neben einigen Spielfilmen auch schon mit Dokumentationen auf sich aufmerksam gemacht hat. Das ist „Ich, Tomek“ anzusehen. Der Blick auf die Realität wird nie von sensationslüsterner Effekthascherei getrübt, auch Sentimentalität gibt es nicht. Das trifft ebenfalls auf die deutlichen Szenen voller Gewalt zu. Das Blutvergießen wird nicht zur Show. Es illustriert die zwangsläufige Entwicklung von Tomeks Leben im Abseits der Kriminalität.

„Ich, Tomek“, Polen/Deutschland 2009, 94 Min, FSK 6, von Robert Glinski, mit Filip Garbacz, Anna Kulej, Daniel Furmaniak und Rolf Hoppe

Peter Claus, dpa

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