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Besser denn je: Eros Ramazzotti singt in Leipzig

Im Konzert Besser denn je: Eros Ramazzotti singt in Leipzig

Am Samstag gastierte im Rahmen seiner „Perfetto“-Welttournee Eros Ramazotti in der fast ausverkauften Arena, um dort für gut zwei Stündchen ein Pop-Dolce- Vita zu zelebrieren.

Eros Ramazzotti auf der Bühne in der mit 5500 Zuschauern besetzten Arena.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Als Italiener ist er inzwischen so bekannt, wie Verdi oder da Vinci: Am Samstag gastierte im Rahmen seiner „Perfetto“-Welttournee Eros Ramazotti in der fast ausverkauften Arena, um dort für gut zwei Stündchen ein Pop-Dolce- Vita zu zelebrieren, das dann wie gehabt vor allem erste einmal für die weiblichen Fans die reinste Verheißung darstellt.

„Eros, komm jetzt endlich!“ tönt es da schon vor Konzertbeginn ungeduldig und wohl auch etwas Prosecco-beschwipst aus einigen Frauenkehlen. Der Eros aber lässt sich noch etwas Zeit. Genau eine halbe Stunde zu spät beginnt die Show, was für einen Popstar mit Götternamen natürlich in Ordnung geht. Zumal die leicht köchelnde Ungeduld sofort als überschwängliche Begeisterung hochkocht, wenn mit Dance-Floor-Beats der Reigen endlich eröffnet wird.

Hinter einem transparenten Vorhang erscheint da Ramazotti mit achtköpfiger Band plus zwei Backgroundsängerinnen. Allesamt hier noch wild überflackert von Projektionen zwischen Pop Art, Futurismus und Kitsch (tanzende Silhouetten, das in kaltharschen Strichen gemalte Konterfei des Meisters, späterhin auch mal ein Klavierflügel, der mit Engelsflügeln davon flattert). Ein insgesamt fraglos sehr italienisch visualisiertes Stilkonglomerat.

Am Samstagabend wurde es kuschlig in der Leipziger Arena: Schmusesänger Eros Ramazzotti trat auf die Bühne und begeisterte seine Fans. (Bilder: André Kempner)

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In dem ist der Sänger erst einmal kaum mehr als ein Schemen, oder besser: Der Schatten eines Riesen- „L´ombra del gigante“ knallt hier nämlich mit gigantischer Wucht auf die Lauscher. Ein großartiger Opener, ganz auf Adrenalin und Party gestimmt. Bleibt auch so, wenn sich wenig später der Schleier lüftet, also der Vorhang hebt und der Riesen-Schatten als freundlich-charmanter Eros Ramazotti das Publikum begrüßt.

53 Jahre ist der inzwischen- und sieht im Grunde besser aus denn je. Und ja: In dem Alter muss man sich die Nahaufnahmen die da immer wieder über die Projektionswand im Bühnenhintergrund flimmern, erst einmal leisten können. Ramazotti kann. Das graue Haar steht ihm gut, nicht zuletzt als stilvollendeter Kontrast zum Schwarz, in das der Sänger gekleidet ist. Und die Lebensfalten im Gesicht haben aus dem doch immer auch etwas klischiert lackierten Cinecittà-Beau der frühen Jahre (einst als „Lieblingsgott der Benetton-Generation“ betitelt) einen Mann gemacht, der, ganz Römer, als Centurio des Pop die Fan-Legionen perfekt im Griff hat.

Auch dann, wenn die nicht immer ganz so textsicher sind, wie es sich Ramazotti eventuell so wünschen mag. Der altbewährte Lackmustest (Sänger verstummt, Publikum singt weiter) geht in der Arena, naja, nur bedingt auf. Aber was soll´s, der Stimmung tut es keinen Abbruch. Wie auch die kleinen Gags nicht (Barhocker für die Backgroundsängerinnen schleppen, sich auf der Bühne schlafen legen), die dann doch, wohl ob schon längerer Tour-Dauer, ziemlich nach absolvierter Routine wirken.

Davon ist die Musik weit entfernt. Die Band liefert erstklassiges Handwerk, Ramazotti selbst zeigt sich erneut als weit mehr denn nur passabler Gitarrist, seine Stimme schwingt alterslos durch die Emotionsskalen- und perfekt geschwungen ist auch die dramaturgische Erregungskurve: Vom Popböller-Feuerwerk des ersten Viertels (etwa noch mit „Il tempo non sente ragione“ oder „Perfetto“ zündend), über den die Stimmung in kuschliges Moll dimmenden, akustischen Mittelteil („Adesso tu“, „L´aurora“), bis hin zum erneut hochpeitschenden Endspurt („Dove C´è Musica“, „Un´emozione per sempre“), der erwartungsgemäß mit „Musica è“ souverän durch die Ziellinie Richtung Zugabe geht.

Die eröffnet Eros dann ganz alleine. Nur mit Gitarre singt er „Un angelo“- und wie viele der Fans (weiblichen wie männlichen) sich davon dann persönlich gemeint fühlen, soll hier jetzt gar nicht erst spekuliert werden. Man ahnt es, spürt es, hört es. Wie das so ist, wenn der Eros kommt.

Steffen Georgi

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