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"Ich habe meine Anzüge schon immer im Gewandhaus gekauft": Django Asül bei der Lachmesse

"Ich habe meine Anzüge schon immer im Gewandhaus gekauft": Django Asül bei der Lachmesse

Er kam auf die Bühne und ratterte los. Von Beginn an zog Lachmesse-Gast Django Asül am Montag bei den Academixern die Zuschauer in seinen Bann. Mit einem Tempo, das er nicht ganz durchziehen konnte.

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Gut informiert: Django Asül.

Quelle: André Kempner

Ugur Bagislayici weiß genau, wie er sein Publikum für sich einnimmt. In bewundernswerter Akribie studiert der Künstler, der sich auf der Bühne Django Asül nennt, Historie und Signifikantes der jeweiligen Stadt seines Auftritts. Django weiß Bescheid - über Leipzig als Ort, in dem die erste Tageszeitung der Welt erschien und dass hier schon ab 1701 die Straßen elektrisch beleuchtet wurden. Er lästert über das Retortendasein des Fußballclubs RB - und nimmt als Häubchen obendrauf sein angelesenes Wissen auf die Schippe: "Das Gewandhaus ist toll! Ich hab' meine Anzüge schon immer im Gewandhaus gekauft." Die Lachstürme peitschen durch den Saal, und im Wortumdrehen sorgt Asül für die nächste Böe.

Zufällig ist bei dem Kabarettisten gar nichts. Die Körperhaltung parodiert den Klischee-Türken - die antrainierte Lässigkeit und den Anspruch auf Urheberschaft der vollendeten Macho-Pose. Auch seine Mimik ist kalkuliert bis zu den Brauen, die sich wie weite Brücken über die mal aufgerissenen oder halb geschlossenen Augen biegen. Wie aberwitzig, dass der Türkisch-stämmige seine Ausführungen derart derb niederbayert, dass sich mancher Gag erst zeitverzögert entschlüsselt.

Volle Präsenz also bei enormer Geschwindigkeit und Pointendichte. Hier greift Alltagsbeobachtung übergangslos in politische Statements. Asül gibt der FDP den Gnadenstoß ("Die macht sich keine Sorgen um die Zukunft, denn sie hat keine mehr"), wundert sich über die digitale Abhängigkeit der Schülergeneration oder erläutert als sein radebrechender Vater die Griechenland-Krise aus geerdeter Bürger-Perspektive.

Schwierig an der ersten Viertelstunde des Programms "Paradigma": Der Besucher stellt sich dankbar auf die hohe Frequenz furioser Blitze ein - doch eine Weile vor der Pause hängt die Spannungskurve leicht durch. Dennoch: Der 41-Jährige bietet ein anregendes Kreuz und Quer durch die kleinen und großen Befindlichkeiten, treffend zugespitzt, beißend ironisch, sehr komisch. Mark Daniel

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.10.2013

Mark Daniel

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