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Im Demenzdrama „Sein gutes Recht“ gibt es trotz des ernsten Themas ein Happy End

Im Demenzdrama „Sein gutes Recht“ gibt es trotz des ernsten Themas ein Happy End

Wieder einmal zeigt das ZDF ein Demenzdrama. Der Film, den die Grimme-Preisträgerin Isabel Kleefeld („Arnies Welt“) nach einem Drehbuch von Marco Wiersch inszenierte, hat zwar ein märchenhaftes Happy End.

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Wieder einmal zeigt das ZDF ein Demenzdrama. (Symbolbild)

Quelle: Patrick Pleul

Dennoch wird er wohl besonders bei älteren Zuschauern ein ziemlich flaues Gefühl hinterlassen. Vorgeführt wird fast schon lehrbuchhaft, wie ein alter kränkelnder Mensch in eine Betreuungsfalle gerät, gegen die er sich dann gerade wegen seiner Erkrankung kaum noch wehren kann.

Obwohl der Film sich dabei recht ausführlich mit dem bürokratischen Betreuungssystem beschäftigt, ist der Film unterhaltsam, zeitweise sogar richtig spannend und auch ziemlich anrührend. Vor allem, weil man Matthias Habich und Thekla Carola Wied gern zuschaut, wie sie ein sympathisches Paar um die 70 spielen, das sich nach 50 Jahren zufällig wieder begegnet. Als Jugendliche waren Leni und Max ineinander verliebt, verloren sich dann jedoch nach einem Umzug aus den Augen.

Inzwischen ist Leni verwitwet und einsam, während der wohlhabende Max zweimal geschieden ist und allein in einer großen alten Stadtvilla lebt. Nachdem sich die zwei wieder über den Weg laufen, plaudern sie schnell vertraut über frühere Zeiten, über die gemeinsame Tanzstunde und über den ersten Kuss. Und versuchen wenige Tage später beim Senioren-Tanz, an diese schönen Tage wieder anzuknüpfen. Einem späten Glück steht – Cha-Cha-Cha! – scheinbar nichts im Weg.

Doch schnell bemerkt Leni, dass mit Max irgendetwas nicht stimmt. Er leidet nämlich seit einiger Zeit unter einer beginnenden Demenz, hat bisweilen Halluzinationen und Panikattacken. Auf Betreiben eines Nachbarn wurde für ihn bereits ein Betreuungsanwalt eingesetzt. Er heißt Schallings (Götz Schubert), ist ein äußerst windiger Typ und in diesem Film eindeutig der Böse. Oder wie Leni treffend sagt: „Sie sind ein Arschloch.“

Erst vernachlässigt dieser schnauzbärtige Jurist seine Betreuungspflichten, dann lässt er Max nach einem unglücklichen Zwischenfall in ein Heim zwangseinweisen, um gleich danach dessen Villa zu verkaufen. Ein Geschäft, von dem vor allem er selbst finanziell profitiert und natürlich der genauso böse Makler. Doch dabei hat Schallings die Rechnung ohne die tapfere Leni gemacht. Während Max das alles resigniert hinnimmt, begehrt sie auf, beginnt zornig einen Kampf gegen den sich entwickelnden Entmündigungs-Horror, schießt dabei bisweilen über das Ziel hinaus, macht schlimme, aber stets verständliche Fehler. Und schließlich droht ihr gar selbst die Entmündigung. Aber eine wie Leni lässt sich davon nicht unterkriegen.

Bald schon findet sie Verbündete in ihrem Kampf gegen die bürokratischen Windmühlen, kann schließlich selbst die restlos überforderte zuständige Richterin umstimmen. Ihr gelingt sogar das Kunststück, Max mit seinem schwulen Sohn zu versöhnen. Und der ist – welch glückliche Fügung – auch noch Anwalt. Diese Geschichte ist trotz der didaktischen Dramaturgie ziemlich aufregend erzählt.

So ertappt man sich beim Zuschauen bisweilen, dass man selbst empört auf die Ungerechtigkeiten und die Willkür reagiert, mit der Max zu kämpfen hat. Daher verzeiht man auch gern die von diesem Film betriebene Schwarz-Weiß-Malerei, die keine Zwischentöne zulässt. Der Zuschauer nimmt sogar gelassen das hochmoralische und an schlechte Hollywoodfilme erinnernde Schlussplädoyer von Leni hin.

„Sein gutes Recht“ | ZDF, Demenzdrama mit Thekla Carola Wied, Montag, 20.15 Uhr

Enrst Corinth

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