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Im Mai startet mit "Sixx" ein neuer Frauensender im digitalen Fernsehen

Im Mai startet mit "Sixx" ein neuer Frauensender im digitalen Fernsehen

Eine „charming bitch“ und ein „tough cookie“ ist die TV-Konsumentin zwischen 19 und 39 im Marketing-Sprech - eine reizende Zicke also und zugleich ein harter Hund.

Hamburg. Nimmt man das Programm des neuen Frauensenders Sixx unter die Lupe, ist sie vor allem eins: süchtig nach Serien, denn die laufen bei Sixx montags bis sonntags bis zum Abwinken.

Am 7. Mai geht der gebührenfreie digitale Fernsehkanal der ProSiebenSat.1-Gruppe - die Münchner nennen Sixx auch eine „Fernsehsenderin“ - an den Start, und die Chefin Katja Hofem-Best verspricht anspruchsvolle Unterhaltung. Die 39-Jährige war schon Unterhaltungschefin bei RTL II, ging dann zu Discovery Channel und machte zuletzt - Ironie der Fernsehgeschichte - 3,5 Jahre Männerfernsehen bei Dmax.

„Fernsehen für Männer machen war relativ einfach, weil Männer sehr einfach ticken“, sagt Hofem-Best. „Man muss ein paar Knöpfe bedienen und dann funktioniert es sehr, sehr gut.“ Ölverschmierte Typen, qualmende Reifen und am besten noch etwas, das in die Luft fliegt - so simpel seien Männer vorm Fernseher.

Frauen indes „haben einen großen Anspruch ans Programm, an Qualität und an Inhalt, und das hat mich sehr gereizt“. Auf die attraktive blonde Frau treffen vermutlich alle Attribute der potenziellen Sixx-Konsumentin zu: selbstbewusst, smart, clever, zart, verletzlich. Auch wenn sie mit 39 gerade noch so zur Kernzielgruppe zählt. Sie nennt sich selbst einen Fernsehjunkie und Fan der US-Serie „Lipstick Jungle“. Und natürlich hat Sixx den „Sex and the City“- Abklatsch auch im überbordenden Serien-Programm: Montags laufen zur Hauptsendezeit fünf Serien am Stück („Gossip Girl“ bis „Summerland Beach“), donnerstags flimmern fünf Serien über die Mattscheibe („Charmed“ bis „Missing“), sonntags noch mal sechs („Ugly Betty“ bis „Rescue Me“)

Frauen mit intellektuellem Anspruch - auch die könnte es in der Kernzielgruppe ja geben - haben’s schwer. Keine Kultur, keine Politik - von Sport ganz zu schweigen. Es ist eben ein Unterhaltungssender, ein Komplementärangebot, argumentieren die Münchner. Und wenn sie es anspruchsvoll mag, empfiehlt die Senderchefin die „Oprah Winfrey Show“, die Sixx im Original mit Untertiteln ausstrahlt. Außerdem sind ein Star- und ein Reisemagazin am Start, es gibt Konzerte und zwei Reportage-Reihen, ein bisschen Teleshopping und mittwochs Spielfilme.

Sixx wird kein „Abspielsender“, verspricht Katja Hofem-Best. 380 Erstausstrahlungen seien allein für dieses Jahr geplant. Eine echte Entdeckung im Seriendschungel könnte die niederländische Reihe „S1ngle“ werden, in der die drei Heldinnen Stella, Fatima und Nienke die europäische Antwort auf „Sex an the City“ geben. Das Beste an Sixx aber ist, dass es zunächst nur Werbung zwischen den Sendungen geben soll, nicht mittendrin. Das mag an der Flaute am Werbemarkt liegen, angesichts des Kostendrucks, der auf der ProSiebenSat.1- Gruppe lastet, verwundert es aber schon. Im November hatte das Unternehmen als Weg aus der Krise die Einführung von Bezahlformaten ins Spiel gebracht.

Als die ersten zarten Ideen-Knospen zu sprießen begannen - das war im Herbst vergangenen Jahres - da sollte der Sender noch FemTV heißen. Doch dann behagte den Machern nicht, dass man so die einfachsten Fernsehkonsumenten, die Männer, von vornherein aussperren würde. Sixx ist viel besser: Das klingt ein bisschen nach Mietauto, ein wenig nach Sixpack und ein bisschen nach ..., na ja. Und die Erkennungsfarbe grün ist unisex. Anfangs hätten die Kreativen mit rosa und lila und Blümchen und Schmetterlingen experimentiert, berichtet Sixx-Sprecherin Tina Land. Doch gegen „Lillifee für Große“ hätten sie ihr Veto eingelegt, erzählt Hofem-Best.

Nach Senderangaben hat der Kanal zum Start eine technische Reichweite von 40 Prozent der deutschen TV-Haushalte, bis 2012 soll diese auf 60 Prozent ausgebaut werden. Marktanteil-Druck gebe es nicht von vornherein, „wenn wir ein Prozent ankratzen bei dieser Zielgruppe, wäre das schon okay“, sagt Hofem-Best.

Neu ist der Versuch, in Deutschland einen Frauensender zu etablieren, nicht. 1993 ging TM3 auf Sendung, später gab’s dort die Fußball-Champions-League, und 2001 wurde der Kanal in den Gewinnspielsender 9Live umgewandelt. Da der auch zur ProSiebenSat.1- Gruppe gehört, hat Sixx ein warnendes Beispiel im eigenen Hause.

Ines Bellinger, dpa

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