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Im Namen des Herrn: Blues Brothers-Show im Gewandhaus

Schwarze Anzüge Im Namen des Herrn: Blues Brothers-Show im Gewandhaus

Schwarze Anzügen, dunkle Sonnenbrillen, cooler Blues: Seit nunmehr 35 Jahren, seit der Premiere von John Landis’ Film „The Blues Brothers“, sind sie „im Namen des Herrn unterwegs“. Am Dienstag gab es im Gewandhaus ein Wiedersehen. „The Blues Brothers. The Smash Hit live from Chicago“ heißt die Show.

Schicke Anzüge, dunkle Brillen – die Blues Bothers waren da.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Seit nunmehr 35 Jahren, seit der Premiere von John Landis’ Film „The Blues Brothers“, sind sie „im Namen des Herrn unterwegs“. Um es mal mit den Worten der Gebrüder Jake und Elwood Blues alias John Belushi und Dan Aykroyd zu sagen. Also mit jenen zwei Herren, die es in ihren schwarzen Anzügen und den dunklen Sonnenbrillen zum Kultstatus brachten und in der Popkultur-Ikonographie inzwischen ähnlich fest verankert sind wie Mickey Mouse oder die Rolling-Stones-Zunge.

Am Dienstag gab es im solide besuchten Gewandhaus ein Wiedersehen mit den Gebrüdern Blues. Was freilich vor allem ein Wiederhören ist. „The Blues Brothers. The Smash Hit live from Chicago“ heißt die Show, die von Dan Aykroyd und Judith Belushi, der Witwe des 1982 mit nur 33 Jahren an einer Drogenüberdosis gestorbenen John Belushi, initiiert wurde. Und die in eher – freundlich formuliert – lässiger Dramaturgie die großen Hits von „Peter Gunn“ über „Everybody Needs Somebody“ bis „Minnie the Moocher“ noch einmal auf die Bühnen bringt.

Nicht das einzige Unternehmen, das dieses Erbe vermarktend, ausgiebig durch die Welt tourt. Die Routine, die sich da fast zwangsläufig einstellen mag, ist dann auch dieser Show anzumerken. Das einstmals Überkochende aus schrägem Humor plus fettem Rhythm and Blues, köchelt nun mehr recht brav abgespeckt, gleich einem Fertiggericht des Altbewährten. Im Namen des Herrn, ist man eher nicht mehr unterwegs, so seelenvoll wird der Soul hier nicht kredenzt. Das einstige Feuer, es ist ein Flämmchen. Allerdings: selbst dieses reicht noch für jenen Rest Beseeltheit, dem sich dann tatsächlich auch das Gewandhaus-Publikum hingibt.

Das hat fraglos mit der die Zeiten überdauernden Qualität der Songs zu tun. Und mit der handwerklich soliden Souveränität ihrer Darbietungen. Zu der hier auch gehört, dass man etwa klug genug ist, ein Stück wie „Respect“ auf zwei Sängerinnen zu verteilen, oder bei „Think (Freedom)“ ein wenig das Tempo zu drosseln. Auf dass stimmlich gemeistert werde, was im Original Aretha Franklin unerreichbar furios geboten hat.

Die Blues-Jungs haben es diesbezüglich eh leichter. Einst ganz sicher Stimmungskanonen, waren sie zugleich stimmlich von vor allem solidem Kaliber. Welches Sänger Brad Henshaw (zugleich Regisseur der Show) als Jake dann auch gut zu meistern vermag. Mark Lawson steht ihm als Elwood da in nichts nach. Überzeugend auch, wie Backgroundsänger AJ Lewis im Cab-Calloway-Ornat „Minnie the Moocher“ bietet. Natürlich unter lautstarker Beteiligung des Publikums. Ein Muss bei dieser Nummer.

Von Steffen Georgi

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