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Im Thal der Täubchen: Nur wenige Besucher bei erstem Konzert des neuen Leipziger Clubs

Im Thal der Täubchen: Nur wenige Besucher bei erstem Konzert des neuen Leipziger Clubs

Mit Spannung erwartet: Das erste Konzert im "Täubchenthal" am Freitagabend war groß angekündigt. Auf der Bühne rappten die Puppetmastaz - und davor nickte sich das Publikum in Ekstase.

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Übersichtlich: Am Freitagabend kam im Täubchenthal nur langsam Stimmung auf. Die Vorband "Jahmica und die Obskuriosen" gab trotzdem Gas.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Allerdings - ein paar mehr Besucher hätten in die alte Fabrikhalle schon gepasst.

Warum denn eigentlich "Täubchenthal"? Im großen Fabrikgebäude an der Wachsmuthstraße, schräg gegenüber vom Elipamanoke, geht es zumindest am Freitagabend nicht zu wie in einem Taubenschlag: Gerade einmal eine Handvoll Gäste versammelt sich kurz vor Beginn des Konzerts vor der Bühne. Das Häufchen wird von der imposanten, dunklen Halle verschluckt.

An den Seiten säumen Galerien den Saal, von alten Stahlträgern in die Höhe gehalten. Im schwachen Licht der zwei riesigen, roten LED-Kronleuchter werfen die kopfnickenden Gestalten lange Schatten. Die Vorband spielt: Jahmica und die Obskuriosen, drei junge Nachwuchshiphopper, die vergangenes Jahr den Leipziger Bandwettbewerb "Der Große Preis" gewonnen haben.

"Eigentlich haben wir heute Abend mit etwa 500 Leuten gerechnet", sagt der Barkeeper, als er ein kleines 2,50-Euro-Bier über die Theke schiebt. Wein ist noch nicht im Repertoire. Der Tresen riecht frisch gestrichen - das fällt nur auf, weil in der Fabrik nicht geraucht werden darf. Deshalb steht Alex Beyer, Sprecher des Täubchen­thals, vor der Tür - wie die meisten Gäste. Mittlerweile dürften es an die hundert sein.

"Wir hatten mit mehr Laufkundschaft gerechnet ... Seltsam ist auch, dass die Puppetmastaz so wenig Zuspruch finden", sagt er und zuckt mit den Schultern. Schade. Dabei ist das Täubchenthal für Großes gerüstet. Beyer referiert die Fakten: In den großen Ballsaal passen 1090 Leute, zusätzliche 300 können demnächst auf der Galerie zappeln, eine weitere Bar sei da oben geplant und: Von dort aus könne demnächst auch der Balkon betreten werden. Beyer deutet auf den silberglänzende Bau neben dem Eingang. Im Erdgeschoss befinde sich außerdem noch ein Clubraum für etwa 250 Besucher, in dem kleinere Acts auftreten werden - mit DJ-Pult, Bar und einer "großen Anlage".

Bereits eingeweiht ist der Freiluftbereich für Open-Air-Partys. Heute gleicht er einem sonderbaren Filmset - nach Drehschluss. Bunte Fähnchen, die an tibetische Gebets­fahnen erinnern, wehen vor einem Holzbretterverschlag mit bunt beleuchteten Blendfenstern. Daneben eine Bude in Fachwerk-Optik. Auf einer hölzernen Hollywoodschaukel, die vom Set der Flinstones stammen könnte, schaukeln zwei Besucher. Sie warten.

Endlich, gegen halb eins, betreten die Berliner Hiphopper Puppetmastaz mit ihren Handpuppen die Bühne im Saal - herbei strömt das zum großen Teil männliche Publikum, das den rappenden Kasperle zujubelt. Euphorisch werden die Arme in die Luft gerissen - und irgendwie eskaliert das Ganze dann doch noch zu einer ansehnlichen Party. Jedenfalls, die Besucher sind beseelt (immerhin haben sie sich den Abend auch 15 Euro Eintritt kosten lassen) und grölen zu den Beats, als die Rapper durch die Kulisse treten und sich in skurriler Kostümierung, etwa einer grellgrüner Federboa-Maske, im Reimen überschlagen. Und, immerhin: Die Akustik ist gut.

Die Nacht im Täubchenthal: eher ein leises Gurren als ein Riesengeflatter. Einige Party-Täubchen machen einen frühzeitigen Abflug und schwirren zu altbekannten Locations. Doch: Zumindest ist der Veranstaltungsort nun auf dem Radar - und der ein oder andere findet sicher den Weg zurück.

www.taeubchenthal.com

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.09.2013

Lisa Berins

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