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Indizierungsverfahren gegen umstrittene Deutsch-Rockband Frei.Wild

Indizierungsverfahren gegen umstrittene Deutsch-Rockband Frei.Wild

Thüringens Landesregierung lässt einen Song der umstrittenen Tiroler Deutsch-Rockband Frei.Wild erneut auf mögliche Gewaltverherrlichung prüfen. Das Sozialministerium habe einen neuen Indizierungsantrag bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) gestellt, sagte Ministeriumssprecher Uwe Büchner am Samstag.

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Quelle: dpa

Erfurt. Dabei gehe es um das Lied „Rache muss sein“.

Der Band aus Brixen wird seit langem vorgeworfen, deutschtümelnde und gewaltverherrlichende Texte zu verbreiten. Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger hatte sich bereits von dem entsprechenden Liedtext distanziert. Er bestreitet jede Nähe der Band zum Extremismus.

Die Bonner Prüfstelle bestätigte den Eingang des Antrags aus Thüringen. „Das 12er-Gremium wird sich auf seiner nächsten Sitzung am 6. Februar damit befassen“, sagte die BPjM-Vorsitzende Elke Monssen-Engberding. Dem Antrag aus Erfurt liege die Frei.Wild-CD „Eines Tages“ bei.

Ende vergangenen Jahres hatte die Prüfstelle ein erstes vom Thüringer Sozialministerium beantragtes Indizierungsverfahren eingestellt, weil die darin als Beleg angeführten Internet-Links auf den Songtext und ein Youtube-Video nicht mehr funktionierten. Die dort hinterlegten Dateien waren zwischenzeitlich entfernt worden.

Im dem neuen Antrag werde auf den im CD-Booklet abgedruckten Text des Liedes verwiesen, sagte Büchner. Darin enthalten sind Textstellen wie „Jetzt liegst du am Boden, liegst in deinem Blut. Das Blut auf meinen Fäusten, ich find, es steht mir gut.“

„Wir haben es geschafft, dass dieses Lied endlich aus dem Netz verschwindet. Und nun wollen wir es genau wissen und haben die CD eingereicht, damit das Lied wirklich geprüft wird“, sagte Ministeriumssprecher Büchner. Man habe sich auch mit den Ministerien anderer Bundesländer beraten.

Den Anstoß für die Erfurter Initiative hatte ein unter dem Pseudonym Thomas Kuban arbeitender Journalist geliefert, der seit Jahren über die rechte Szene berichtet. Regierungen, Politiker und Behörden in ganz Deutschland hatte er angeschrieben und für die Indizierung der Band geworben. Er wirft dieser vor, dass sie „in ihren Liedern unter anderem Hass auf Andersdenkende verbreitet, Gewalt verherrlicht, mit geschichtsrevisionistischen Anspielungen arbeitet und antisemitische Stereotype bedient“.

Frei.Wild-Frontmann Burger, ein ehemaliger Skinhead, der seine frühere Zugehörigkeit zur rechten Szene heute als Fehler bezeichnet, hatte dies bereits während des ersten Verfahrens von sich gewiesen. Im Hinblick auf den genannten Song „Rache muss sein“ räumte er allerdings Fehler bei der Textgestaltung ein.

Dem Verkaufserfolg der Gruppe schadete die Diskussion um das angeblich völkische Liedgut nicht. Das neue Album „Still“ schaffte es auf Platz eins der deutschen Album-Charts.

dpa

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