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Initiative Leipjazzig geht auf „Spurensuche“ – und landet bei Altmeister Eberhard Weise

Soundcheck L.E. Initiative Leipjazzig geht auf „Spurensuche“ – und landet bei Altmeister Eberhard Weise

Als Hommage und als Dankeschön hat die Initiative Leipjazzig dem mittlerweile 81-jährigen Band-Leader Eberhard Weise im Dezember im Kulturcafé Plan B ein Geburtstagskonzert gegeben. Ein Live-Mitschnitt dieses letzten Leipjazzig-Abends auf dieser Bühne, die Ende 2015 schloss, liegt nun auf CD vor.

Leipzig. Es dauert keine Sekunde. Das Schlagzeug stampft, Bläser und Klavier jagen in mindestens doppeltem Tempo im Vergleich zu den vielen populären Versionen durch Nacio Herb Browns „You Stepped Out Of A Dream“ – und sofort ist man mittendrin in der Welt des Dresdner Band-Leaders Eberhard Weise.

Weise, Jahrgang 1934, wurde mit seinen Jazz-Arrangements spätestens auch für die Leipziger Jazz­szene zum Wegbereiter, nachdem er sich in den 60er Jahren dem Rundfunk-Tanzorchester Leipzig angeschlossen hatte. Von 1989 bis zur Auflösung 1992 leitete er diese „Radio Big Band Leipzig“. Als Hommage und als Dankeschön hat die Initiative Leipjazzig dem Grandseigneur im Dezember im Kulturcafé Plan B ein Geburtstagskonzert gegeben – ein Live-Mitschnitt dieses letzten Leipjazzig-Abends auf dieser Bühne, die Ende 2015 schloss, liegt nun auf CD vor.

Es sind nicht nur Jazz-Klassiker wie Wayne Shorters „Children of the Night“ oder Chick Coreas „Waltz For Dave“, sondern auch Kompositionen lokaler Musikhelden, mit denen das Leipjazzig-Nonett seinem Lehrer huldigt. Etwa mit einer im besten Sinne dramatischen Fassung von Richie Beirachs „Elm“. Oder mit der entspannten Barjazz-Nummer „A Little Dark Street“ des Leipziger Schlagzeugers Günter Kiesant, die Kontrabassist Thomas Moritz Gelegenheit für ein zurückgenommenes und doch grooviges Zwischenspiel gibt.

Kollektive Wucht

Bei aller kollektiver Wucht lassen die Stücke all den hervorragenden Musikern Raum für ihre Soli. In Eliot Daniels Titelmelodie zur 50er-Jahre-US-Serie „I Love Lucy“ etwa knüpfen Pianist Jörg Leistner, Trompeter Frank Bartsch und Baritonsaxofonist André Bauer fast wie von selbst ihre Tonfolgen in hoher Geschwindigkeit aneinander, bis Schlagzeuger Peter Jakubik das Ganze mitreißend kulminieren lässt. Traumhaft schön breitet hingegen Gitarrist Matthäus Krzywdzinski seine Melodien auf Jim Halls „Waltz New“ aus.

Den typischen Weise-Sound jedoch schaffen vor allem die Bläser mit ihrem kongenialen Zusammenspiel. Neben Bauer und Bartsch sind das Altsaxofonist Michael Arnold, Frank Nowicky an Sopran- und Tenorsaxofon sowie Posaunist Matthias Büttner – ihr Timing stimmt einfach. So, wie sie es von Eberhard Weise nun mal gelernt haben.

LeipJAZZig: „Spurensuche – Eberhard Weise“, Live-Mitschnitt vom 4. Dezember 2015 im Plan B. Erhältlich für den privaten Gebrauch über die Initiative Leipjazzig, Thomas Moritz, 0341 2614797, post@leipjazzig.de

Von Mathias Wöbking

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