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Initiative Leipzig + Kultur fordert regelmäßige Überprüfung der neuen Förderrichtlinie

Freie Szene Initiative Leipzig + Kultur fordert regelmäßige Überprüfung der neuen Förderrichtlinie

Mit Freude, jedoch nicht euphorisch reagiert die Initiative Leipzig + Kultur auf die neue Fachförderrichtlinie Kultur, die der Stadtrat am Mittwoch verabschiedet hat.

Falk Elstermann, Geschäftsführer des Soziokulturzentrums die naTo und Sprecher der Initiative Leipzig+Kultur.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Mit Freude, jedoch nicht euphorisch hat die Initiative Leipzig + Kultur am Freitag auf die neue Fachförderrichtlinie Kultur reagiert, die der Stadtrat am Mittwoch verabschiedet hatte (wir berichteten). In einem schriftlichen Statement zum Verwaltungspapier lobt die Interessensvertretung der freien Leipziger Kulturszene einerseits „erfreuliche Verbesserungen bei der AntKulturförderung“, findet aber andererseits das eine oder andere Haar in der Suppe.

Insbesondere vermisse man in der Richtlinie „den konkreten Plan einer regelmäßigen Evaluierung“, heißt es in dem Papier. Im Gegensatz dazu habe Antje Brodhun, Leiterin der Abteilung Kulturförderung, bei einer Vorstellung des Vorhabens Ende Mai in der Alten Börse noch ausdrücklich betont, dass „nach der Richtlinie vor der Richtlinie“ sei – soll heißen: dass die Alltagstauglichkeit der neuen Regeln turnusmäßig überprüft werde, zum ersten Mal bereits 2020.

„Für uns ist dies ein wesentlicher Schritt seitens der Entscheidungsträger, sich vom starren Konstrukt der Vergangenheit zu verabschieden und stattdessen aus Erfahrungen zu lernen“, sagt Falk Elstermann, Geschäftsführer des Soziokulturzentrums die naTo und Sprecher der Initiative Leipzig+Kultur dazu. „Und das hätten wir doch auch gern schwarz auf weiß.“ Weitere Lücken der Richtlinie im Vergleich zur vorherigen Ankündigung betreffen der Initiative zufolge „das Ziel angemessener Honorar- und Personalausgaben“ nicht nur bei der Projektförderung, sondern auch bei institutioneller Förderung, sowie die „Einführung eines verbindlichen Rotationsprinzips bei der Besetzung der Fachbeiräte“.

„Ein riesiger Fortschritt“

Hingegen begrüßen die freien Kulturmacher ausdrücklich, dass auch sie künftig je einen Vertreter in die Fachbeiräte der Sparten entsenden. Die Gremien setzen sich zudem aus jeweils einem vom Kulturamt benannten Experten des entsprechenden Fachgebiets und einem Mitglied des Leipziger Kulturrats zusammen und entscheiden über Förderprioritäten. Allerdings nicht „über die zu bewilligende Förderhöhe“, was Elstermann wiederum als „verpasste Chance zur Qualifizierung von Förderentscheidungen“ kritisiert.

Gleichwohl: „Aus der erweiterten Mitsprache erwächst der Freien Szene auch eine größere Verantwortung“, heißt es in dem Statement. Im Grundsatz bewerte man die Bestimmungen ohnehin positiv, hebt Elstermann hervor. Kein Wunder: Die Vertreter der freien Szene brachten in den vergangenen Jahren zahlreiche Ideen in den politischen Entscheidungsprozess ein. „Insgesamt war es ein langer und sehr intensiver gemeinsamer Lernprozess der Beteiligten aus Politik, Verwaltung und Freier Szene, in dessen Ergebnis wir heute wesentlich offener und vertrauensvoller miteinander kommunizieren. Das ist ein riesiger Fortschritt und gibt uns Auftrieb für die vielen Themen, die wir in der Zukunft angehen wollen“, so Elstermann.

Zu den Neuerungen unter Dach und Fach gehören wie berichtet eine zweite Antragsfrist pro Jahr und zusätzliche Förderinstrumente: Zuschussberechtigt sind nun auch ausdrücklich Debütanten, Gastspiele, Wiederaufnahmen, Kunstkataloge und Konzeptionen über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.

Von mwö

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