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Je t’aime - wer mit wem: Fusionieren Teile von Leipzigs Oper, Gewandhaus oder Schauspiel?

Je t’aime - wer mit wem: Fusionieren Teile von Leipzigs Oper, Gewandhaus oder Schauspiel?

Durch Fusion bisher eigenständiger Verwaltungen könnte in Leipzigs großen Theaterhäusern etwa eine Million Euro eingespart werden. Das geht aus einer Berechnung der Stadtverwaltung hervor, die zusammen mit den Theatern und dem Betriebsausschuss Kulturstätten (BAK) erarbeitet wurde.

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Die Leipziger Oper zur blauen Stunde. (Archivfoto)

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Das Papier aus dem Büro des Oberbürgermeisters ist die Reaktion auf das sogenannte Actori-Gutachten zur Leipziger Theater-Zukunft, in dem eine Strukturreform angeregt wurde. Im Februar soll die Ratsversammlung entscheiden, ob es tatsächlich zur Fusion kommt und welche Verwaltungen verquickt werden sollen. Derzeit benötigen die vier kommunalen Theaterhäuser jährlich gut 90 Millionen Euro aus dem Stadthaushalt.

Als größte Einsparoptionen schlägt die Ratsvorlage entweder einen gemeinsamen Überbau von Oper und Gewandhaus oder von Oper und Schauspiel vor. Dagegen steht das noch von Actori diskutierte Mehrspartenhaus „Städtische Bühnen Leipzig“ nicht mehr zur Disposition – schon allein, weil die künstlerische Autonomie der Theaterhäuser nicht gefährdet werden soll. Auch administrative Fusionen mit dem Theater der Jungen Welt (TdJW) sowie ein Zusammengehen von mehr als zwei Kulturstätten wurden als nicht praktikabel eingestuft.

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Leipzigs Gewandhaus. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Ein Großteil der Einsparungen würde jeweils durch Streichung doppelter Personalstellen erreicht. Bei einem Zusammengehen von Oper- und Gewandhaus könnten laut Kommune etwa 22 Stellen gestrichen werden, bei Fusion von Oper und Schauspiel wären es etwa 19. Positive Effekte wären neben verschlankter Verwaltung auch vereinfachte Abstimmungsprozesse, heißt es. Bei einem gemeinsamen Überbau von Oper und Schauspiel befürchtet die Stadtverwaltung jedoch auch negative Effekte auf den künstlerischen Betrieb: „Die Zeitzyklen im Schauspiel sind um ein vielfaches kürzer, als im Musiktheater“, heißt es. Soll heißen: Der Spielraum für Schauspiel-Intendant Enrico Lübbe würde erheblich eingeschränkt.

Neben den Fusionen werden im Papier der Stadt auch kleinere Synergie-Optionen vorausgedacht. So könnten bei verstärkter Zusammenarbeit von Oper, Gewandhaus, Schauspiel und Theater der Jungen Welt insgesamt zwischen 170.000 Euro und 343.000 Euro eingespart werden. Beispielsweise könnten gemeinsam größere und deshalb stärker rabattierte Werbemittel gebucht werden. Auch im gemeinsamen Einkauf ließen sich mutmaßlich bessere Preise erzielen. Nicht zuletzt könnten die Abteilungsleiter in allen Häusern Erfahrungen austauschen und so weitere Verbesserungen erzielen, so die Vision.

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Das Schauspielhaus in der Bosestraße. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Größter Brocken im Kulturstätten-Etat der Stadt Leipzig ist die Oper Leipzig. Allein 43 Millionen Euro an Zuweisungen gehen laut Finanzplan 2014 auf die Nordseite des Augustusplatzes. Hier arbeiten etwa 630 Mitarbeiter. Vis-à-vis im Gewandhaus werden Zuschüsse in Höhe von 18 Millionen Euro benötigt. Im weltberühmten Konzerthaus arbeiten derzeit etwa 270 Menschen. Das Schauspiel an der Bosestraße benötigt jährlich etwa 15 Millionen Euro aus der Stadtkasse und beschäftigt 188 Mitarbeiter. Buchstäblicher Juniorpartner ist das Theater der Jungen Welt am Lindenauer Markt mit 3,4 Millionen Euro kommunaler Zuwendungen und 51 Personalstellen.

Matthias Puppe

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