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Jede Menge Wortspiele: "Der Untergang des Abendbrots" im Centralkabarett

Jede Menge Wortspiele: "Der Untergang des Abendbrots" im Centralkabarett

Ja! Ja zum Untergang des politischen Ernstes, zum Aufstieg der Wortspiele, des verqueren Nonsens und der absurden Paragramme. Und herzlich willkommen in der neuen Inszenierung des Leipziger Centralkabaretts, die am Freitagabend Premiere hatte.

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Quelle: André Kempner

Leipzig. "Der Untergang des Abendbrots - Deutschland to go" lässt Anonyme Kathoholiker neben bedrohten Atom-Lobbyisten auftreten und erzählt die logische Kette von den Mayas über Biene Maja und Schwarz-Gelb bis zum Untergang.

Das Nummernkabarett von und mit Meigl Hoffmann und dem Ensemble Weltkritik spielt mit der Sprache bis zur Kalauergrenze, erschafft abstruse Szenarien und schreckt selbst vor Zungenbrecher-Wettkämpfen nicht zurück. "Gibst du Opi Opium, bringt Opium Opi um" (ein Uralt-Spruch) wird da inbrünstig zitiert, um kurz darauf gemeinsam mit dem Publikum "Obama, Du" zu trällern. Zuvor erfährt man schon, dass ein 30-jähriger Islamist ein Spätzünder ist (ebenfalls ein bekannter Witz), und Avatar Röttgen mittels eines Mini-Generators betrieben wird. Die politische Angriffslust beschränkt sich zwar größtenteils auf witzige Liedchen und Namensscherze, doch das ist genauso wenig tragisch wie die Apokalypse selbst, die sich hinter dem Namen der Hustenbonbons versteckt. Manch geniale Sprachunsinnigkeit und ein paar treffende Pointen, dazu der locker-flockige Hoffmann - die Revue funktioniert.

Spätestens wenn sich der Leipziger Centralist und die Kollegen Maxim Hofmann und Bettina Prokert in die Maya-Ausstellung einschleusen, finden sich die Zuschauer im Tempel des Klamauks wieder. Hoffmann wird zum Slapsticks-Einbrecher, der sich vor Angst vor in Wahrheit nicht vorhandenen Lichtschranken windet, das Publikum gar zu einer Armee von Wachsfiguren. "Hier hatte der Künstler keine Lust mehr", muss sich da mancher Gast anhören, bevor der Geist der Maya erwacht und Jesus in neue Welten schickt.

Die Ulkgeschichte findet ihren Fortgang: Der Fühler Hitlof Adler ruft zum Appel-Appell, der Weihnachtsbaum sinniert reimend über die eigene Rückkehr als Schrankwand, und am Ende sind sich die Darsteller ihres Status als Witzfiguren bewusst. Dass die Drei sich den moralischen Zeigefinger zum Schluss doch nicht verkneifen können, mag verziehen werden. Hat man doch schon vorher selbst für sich entschieden: Ja zum Untergang des verbissenen Spottes. Ja zum Aufstieg des leichten Scherzes.

Jenifer Hochhaus

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