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Jens Nitzschner, eine coole Sau

Talkshow im Elsterartig Jens Nitzschner, eine coole Sau

In der Unterhaltungsreihe „Flughafen Klein Paris“ empfingen die Gastgeber Ralf Donis und Tim Thoelke am Mittwochabend einen Leipziger Kneiper der besonderen Sorte: Jens Nitzschner, Wirt der „Skala“ ist – dezent formuliert – nicht auf den Mund gefallen. Bei der Show im Elsterartig war er in Bestform – also so wie immer.

„Könnt Ihr nicht in Würde altern?“ Jens Nitzschner (Mitte) ergreift das Wort, Donis (l.) und Tim Thoelke lauschen ehrfürchtig.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.. Ich dachte ja, ich wäre cool“, begrüßt Ralf Donis am Mittwoch die Gäste der Comedy-Kleinkunst-Show „Flughafen Klein Paris“ im Elsterartig. „Aber von ihm würde ich mir gern eine Scheibe abschneiden, denn er ist wirklich eine coole Sau.“ Gemeint ist Talk-Gast Jens Nitzschner, seit 18 Jahren durch seine derb-murrige Art bekannter Kneiper im After-Work-Saufladen der Leipziger Theaterriege, der Skala.

Ein „altruistischer Misanthrop“, sei er, der zu später Stunde Telemann als Rausschmeißer über die Hausanlage schickt, um sich „von den ganzen sinnentleerten Gesprächen“ an der Bar zu erholen. Überhaupt sei Kneipenkultur nicht mehr das, was sie mal war. Heute kämen vermehrt junge Leute, die am Tisch nur auf dem Smartphone herumwischen und Gisela bestellen. Ein Trauerspiel, sogar die Szene verliere Substanz: „Früher haben sich die Theaterleute in meinem Hustensaftladen die Köppe heißt geredet. Aber seit Lübbe da ist, kommt keiner mehr.“ Ja, es liegt Wehmut in der Luft, vor allem aber, weil die Skala Ende Juni dicht gemacht werden soll, der Mietvertrag läuft aus. Eventuell gibt es noch eine Schonfrist bis Ende des Jahres, danach will Jens Nitzschner zwar in der Gastro bleiben, aber „nicht mehr so viel Verantwortung übernehmen“. Oder einen mobilen Zahnersatzdienst aufmachen, mal sehen.

Zwischen den Talks liefern Gastgeber Donis und Co-Host Tim Thoelke einen Bierhauch zu lange Moderatoren-Monologe, der eigens produzierte Video-Sketch ist leider nicht mehr als Gekasper zwischen Loriot und Nonstop Nonsens. Und auch das Um-die-Wette-Schminken – Donis als „einer von Kiss“, Thoelke als Marienkäfer – ist selbst nach dem zweiten Bier nicht lustig. „Könnt ihr nicht in Würde altern?“, greift Nitzschner ein. Der Mann erkennt die Lage.

Gut: Wird es noch einmal, als das Herrentrio die Bowlingbahn-Szene aus Nitzschners Lieblingsfilm „The Big Lebowski“ in verteilten Rollen live nachspielt. Besser: Donis singt eine Nitzschner-Hommage auf die R’n’B-Hymne „No Scrubs“. „Keiner weiß, wer unser Trinken betreut, wenn du nicht mehr da bist“ – geschmachtetes Lokalkolorit mit Abschiedsschmerz. Am besten: Gitarristin Ly Le, die April-Siegerin von Thoelkes „Song Slam“ in der Moritzbastei, die in Singer-Songwriter-Ich-mach-mal-die-ganze-Zeit-die-Augen-zu-Manier schöne Akkordfolgen unter japanische Wortgruppen legt.

Nach der Show sind Moderatoren und Gäste übrigens noch versackt: Beim Trinken in der Skala, war ja klar.

Von Tobias Ossyra

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