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Jörg Herold startet Kunstprojekt in Südostasien

Jörg Herold startet Kunstprojekt in Südostasien

„Mein Blick wird sehr privat sein“, sagt Jörg Herold im Video-Interview mit LVZ-Online. Kurz vor seinem Abflug zu einer künstlerischen Forschungsreise nach Südostasien schilderte er die Idee seines neuen Projekts: Herold geht auf „ethnologische Spurensuche“ und will die Einwohner in Kambodscha und Laos, im Bergland und der Großstadt in ihrem Alltag zeigen.

Im Gepäck hat er sein wichtigstes Arbeitsmittel: Die Videokamera. Mit dieser nähert er sich den Menschen. So entstehen Clips von „höchstens einer Minute“, egal ob der„Straßenhändler oder Bankangestellte“ im Mittelpunkt steht. Der gebürtige Leipziger bezeichnet sich als "Dokumentararchäologe". Die Vielfalt fremder Volksgruppen reizt ihn. Doch anders als der Wissenschaftler ist Herold nicht auf letzte Erklärungen aus. Seine Bilder sollen für sich stehen, Gegensätze wirken lassen und so den Betrachter herausfordern, sich mit dem Fremden auseinanderzusetzen.

Acht Wochen hat er Zeit, um vom Großstadtdschungel Bangkoks über die Wasserdörfer Kambodschas, weiter nach Laos und in die Bergewelt Vietnams vorzustoßen. "Ein Pensum, das an der Grenze des Machbaren ist", sagt Herold. Die Spannung vor dem Abflug ist ihm anzumerken. Ein neues Laptop muss her, damit die Daten aus der Kamera gleich verarbeitet werden können.

Jeden Tag will der Künstler eine Auswertung seiner Spurensuche machen. Zwei Wochen lang baut er seinen Bilderbestand aus, sammelt Erfahrungen und bannt digital die Eindrücke. Danach wird er die Clips, wann immer es möglich ist, als Reisetagebuch an LVZ-Online schicken. "Ich muss sehen, wo das im Dschungel möglich ist", sagt er. Doch Herold ist zuversichtlich. Immer wieder - in Thailand und anderswo - kommt er in Regionen, in denen Hotels längst ans WWW angeschlossen sind.

Die Nutzer von LVZ-Online haben also ab Ende Februar die Möglichkeit, Herold Kunstprojekt als Prozess ganz unmittelbar mitzuerleben. Notizen und Reiseeindrücke werden die Clips ergänzen. "Wir sammeln Erfahrungen, das wird spannend", sagt der Künstler. Ein Versuch ist auch der Umgang mit dem "Geotagging". "Hier habe ich noch keine Erfahrung", sagt er. Die Kamera liefert Daten mit, an welchem Punkt der Erde welche Aufnahme entstanden ist. "Meine Idealvorstellung ist, dass man den Weg des Reisenden auf einer Karte mitverfolgen kann."

Herold wurde 1999 mit dem LVZ-Kunstpreis ausgezeichnet. Er wird von der Galerie Eigen + Art Berlin vertreten.

Evelyn ter Vehn, LVZ-Online

Evelyn ter Vehn

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