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Julia Neigel im Interview vor Leipzig-Konzert

Auftritt am Samstag in der Alten Börse Julia Neigel im Interview vor Leipzig-Konzert

Ihre Stimme ist Soul pur, die Fertigkeiten schwarzer und weißer Musik vereint Julia Neigel auf wunderbare Weise – und gastiert nach längerer Abstinenz mal wieder in Leipzig. Bevor sie am Samstagabend in der Alten Handelsbörse in Begleitung zweier Musiker singt, telefonierten wir mit der Mannheimerin.

Julia Neigel kommt am Samstag nach Leipzig.

Quelle: Promo

Leipzig. Ihre Stimme ist Soul pur, die Fertigkeiten schwarzer und weißer Musik vereint Julia Neigel auf wunderbare Weise – und gastiert nach längerer Abstinenz mal wieder in Leipzig. Bevor sie am Samstagabend in der Alten Handelsbörse in Begleitung zweier Musiker singt, telefonierten wir mit der Mannheimerin.

Frau Neigel, Sie klingen ein wenig verschnupft.

Das bin ich auch. Wir haben gestern den ganzen Tag intensiv geprobt, ich musste dann im nasskalten Wetter noch ein Stück laufen. Da habe ich mir einen kleinen Schnupfen eingefangen.

Ein kleines Malheur für unsereins, aber für eine Sängerin so kurz vor einen Auftritt eine Katastrophe, oder?

Nein, gar nicht. Ich singe jetzt 35 Jahre berufsmäßig. Mit so einem Schnupfen kann ich sehr gut umgehen. Das gewisse Timbre, das damit einhergeht, habe ich ohnehin in der Stimme, wenn ich es abrufen möchte. Ein Virus wäre eine Katastrophe, der greift die Stimmbänder an.

Die Wahl des Konzertortes für ihre neues Projekt „Samt & Seide“ überrascht: Die Alte Handelsbörse ist wunderschön, aber sie wird selten für diese Art Musik genutzt. Sie fasst auch nur 200 Personen.

Genau die richtige Wahl. Ich kenne das Haus noch nicht, aber wir haben den Freunden vom Leipziger Anker sehr genau unsere Vorstellungen geschildert und vertrauen ihnen. Wir sind als Trio unplugged unterwegs, ich werde nur von Flügel und Gitarre begleitet. Lange und sehr sorgsam haben wir Lieder ausgewählt und geprobt, die in diesen Rahmen passen.

Zur Person

Julia Neigel, geboren am 19. April 1966 im sowjetischen Barnaul, gilt in Fachkreisen nach wie vor als die deutsche Popsängerin mit der besten Stimme. Drei Oktaven Umfang, ungeheuer facettenreich: Sie kann  alles vom Unschulds-Sopran bis zur verruchten Chanteuse, von Rockpower bis zur filigranen Jazz-Phrasierung. Ende der 80er wurde sie – noch als „Jule“ –  mit dem Hit „Schatten an der Wand“ bekannt. Es folgten weitere Ohrwürmer, die Alben der 90er tummelten sich in den höheren Regionen der Hitparaden. Gegen Ende des Jahrzehnts folgte eine freiwillige Pause und eine unfreiwillige – wegen eines noch immer nicht komplett beigelegten Streits mit den Musikern der Ex-Band um die Urheberschaft von Songs. 2011 gelang Neigel ein starkes Comeback mit dem Album „Neigelneu“.

Auf die Neigel-Hits werden die Fans dann vergeblich warten?

Keineswegs! Wir spielen vor allem Stücke aus meiner Feder, viele der bekannten sind natürlich dabei. Aber die Konstellation gibt auch Platz für Songs, die ich schon immer mal singen wollte. Da ist zum Beispiel „Lilli Marleen“, das ich besonders in der Interpretation von Marlene Dietrich sehr mag. Es war berührend, daran zu arbeiten. Jetzt freue ich mich darauf, das Lied auch zu singen.

So interessant dieses Projekt auch ist: Eigentlich wartet die Gemeinde auf ein neues Studio-Album. Der Nachfolger von „Neigelneu“ ist eigentlich überfällig. Oder habe ich was verpasst?

Nichts verpasst! Das Album ist eigentlich fertig. Wir werden hier und da noch ein wenig am Endmix herumschrauben und es 2016 veröffentlichen. Es wird etwas Größeres werden, mehr als nur ein Album. Aber dazu werde ich mich äußern, wenn es soweit ist.

Wird im Konzert daraus zu hören sein?

Ein Stück sicher, aber sonst bleibt das Material noch unter Verschluss.

Sie sind Russland-Deutsche, geboren in Barnaul in Sibirien. Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen – da drängen sich Vergleiche mit Helene Fischer auf. Sie können auf bessere (und eigene) Songs, spürbar tiefere Emotionalität und eine um Klassen bessere Stimme verweisen. Doch das Pop-Geschäft kennt keine Gerechtigkeit: Lähmt das manchmal?

Nein. Neid ist mir tatsächlich fremd. Ich kann von Beginn an von meiner Musik leben und ich weiß um dieses Privileg. Ich war in den 90ern auch Abonnent auf die Top Ten mit meinen Alben. Es war meine Entscheidung, lange zu pausieren. Logisch, dass ich 13 Jahre später von vorne anfangen musste. Insofern kann man Frau Fischer und mich nicht vergleichen. Nach oben ist für mich ohnehin alles offen. Ich bin jung genug, es zu schaffen, und alt genug, es nicht erzwingen zu wollen. Qualität wird sich am Ende durchsetzen.

Ein tröstlicher Spruch.

Meine Philosophie. Ich glaube fest daran.

Interview: Lars Schmidt

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