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„Junge Dame mit Zeichengerät“: Restituierte NS-Raubkunst zurück im Albertinum

„Junge Dame mit Zeichengerät“: Restituierte NS-Raubkunst zurück im Albertinum

Gräfin Ludolf ist zurück: Nach dreimonatiger Abwesenheit hängt das Gemälde „Junge Dame mit Zeichengerät“ von Carl Christian Vogel von Vogelstein (1788-1868) wieder im Dresdner Albertinum.

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Das Gemälde „Junge Dame mit Zeichengerät“ von Carl Christian Vogel von Vogelstein (1788-1868) kommt nach dreimonatiger Abwesenheit wieder an seinen Platz in der Ausstellung im Albertinum.

Quelle: dpa

Dresden. „Wir sind dankbar und glücklich, dass das Bild wieder hier ist“, sagte der Direktor der Galerie Neue Meister, Ulrich Bischoff, freudestrahlend, als das Porträt der Gräfin Ludolf am Donnerstag auf einer Staffelei in den Saal gerollt wurde.

Das 1940 erworbene Bild, eines der bekanntesten Gemälde des 19. Jahrhunderts der Dresdner Sammlung, ist wieder dauerhaft am alten Platz zu sehen.

Die Staatlichen Kunstsammlungen hatten das als Nazi-Raubkunst identifizierte Kunstwerk Anfang März an die Erben der jüdischen Eigentümer zurückgegeben. Zwei Monate später konnte es auf einer Londoner Auktion für Dresden erworben werden. „Der Fluch der bösen Tat hatte uns eingeholt“, sagte Bischoff. Das Bild sei einst unrechtmäßig enteignet worden und ohne dieses Wissen in die Sammlung gekommen. „Das Unrecht wurde mit der Rückgabe und der Neuerwerbung ansatzweise wiedergutgemacht.“ Ohne die Hilfe der Kulturstiftung der Länder wäre die Rückführung nicht möglich gewesen, sagte Bischoff. Sie habe „mit Geld, Intelligenz, Diskretion und Geschicklichkeit geholfen, es zu ersteigern“.

Die „Junge Dame mit Zeichengerät“ war am 18. Mai als Los 4 bei einer Sotheby’s-Auktion mit europäischer Malerei des 19. Jahrhunderts im Angebot. Der Zuschlag wurde bei 79 250 Pfund (damals knapp 91 000 Euro) erteilt. Das 1816 in Rom gemalte, auch als „Bildnis einer jungen Dame“ bekannte Werk war nach jahrelangen Recherchen der europäischen Kommission für Raubkunst in Archiven Deutschlands und Österreichs sowie in den Beständen der Dresdner Museen entdeckt und an die Erben der jüdischen Eigentümer restituiert worden.

Das 70 mal 48,5 Zentimeter messende Frühwerk des späteren Porträtmalers am sächsischen Hof zeigt die rot gewandete junge Gräfin Thekla Ludolf mit Zeichenblock und Stift auf einem Sessel sitzend. Durch ein altertümliches Erkerfenster ist die bergige Landschaft am Golf von Neapel zu sehen. Das Gemälde gehörte zur Kunstsammlung der drei Wiener Schwestern Malvine, Jenny und Bertha Rosauer. Sie wurden 1938 aus ihrer Wohnung vertrieben, ihr Besitz entzogen. Malvine starb 1940, ihre Schwestern wurden 1942 ins Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet. Das Bild von Vogelstein gelangte in den Kunsthandel.

Die schöne Gräfin zählt zu den populärsten Werken der Dresdner Gemäldesammlung. „Es gehört zu denen, die unser Publikum besonders liebt, auch weil die Anmut der jungen Dame die Herzen öffnet“, sagte Bischoff. Seit 2002 macht es als Leuchtbild - eine Installation von Elisabeth Brockmann - an der Fassade des Ausstellungsgebäudes an der Brühlschen Terrasse neugierig auf die Kunst. Der Blick der Gräfin sei zum „Erkennungsmerkmal des Albertinums“ geworden. Die Galerie besitzt weitere 15 Werke von Vogelstein, der als Professor an der Dresdner Kunstakademie lehrte.

dpa

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