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Kabinettausstellung der Kustodie zeigt seltene Bilder zur Geschichte Leipzigs

Universität Leipzig Kabinettausstellung der Kustodie zeigt seltene Bilder zur Geschichte Leipzigs

Noch bis 6. November zeigt die Kustodie der Universität eine Kabinettausstellung mit seltenen Bildern zur Geschichte Leipzigs – ein Besuch lohnt sich. Der Titel lautet „Universität und Stadt im Bild“. Eines der besonderen Stücke ist der Stadtplan aus dem Jahr 1665 von Johannes Frentzel (1609-1674).

Der Stadtplan aus dem Jahr 1665.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Der grafische Meister ist unbekannt, der ihm aber für sein Kunstwerk die Fakten lieferte, den kennt man schon. In der kleinen, feinen Ausstellung „Universität und Stadt im Bild“, integriert in die ständige Schau der Kunstsammlung im Rektoratsgebäude, hängt manch eine Pretiose. Der Stadtplan von 1665 ist dabei ein sehr besonderes Werk. Aus einer Zeit, in der an Fliegen noch nicht zu denken war, überliefert Johannes Frentzel (1609 – 1674) einen Plan Leipzigs aus der Vogelperspektive, die Stadt in ihrer strengen Gliederung in einer Draufsicht, ein Luftbild sozusagen. „Leipzig so abgebildet zu haben ist so fantastisch wie die leider unbekannte künstlerische Handschrift“, merkt Universitätskustos Rudolf Hiller von Gaertringen nicht ohne Begeisterung an.

Frentzel sei Dank. Er war Dichter und Verleger, hatte in Leipzig studiert und war hier ein Professor der Dichtkunst geworden. Er wurde bekannt als Verfasser von Gelegenheitspoesie in deutscher und lateinischer Sprache. In vielen Fällen stattete er seine Werke mit Wort- und Buchstabenspielen (Anagrammen) aus. Er war gut im Geschäft, die Leipziger Obrigkeit sein Auftraggeber. In der Universitätsbibliothek ist sein Stammbuch überliefert.

Nur wenige Wochen - wofür konservatorische Gründe verantwortlich sind - und noch bis zum 6. November ist auch Frentzels Stadtplan öffentlich. Seltene, empfindliche Blätter hat die  Kustodie aus dem Fundus geholt, um damit ihren Beitrag zum 1000-jährigen Stadtjubiläum zu leisten. „Die Geschichte der Universität und die Entwicklung der Stadt sind eng miteinander verbunden. Dies verdeutlicht allein die Lage vieler universitärer Einrichtungen im Herzen Leipzigs“, sagt Kustos Hiller von Gaertringen. So stellten unmittelbar nach Gründung der Alma mater Landesherren und Stadt eigens Gebäude für Lehrzwecke und Unterbringung der Studierenden zur Verfügung. Bis in die heutige Zeit prägt die Universität maßgeblich die architektonische Weiterentwicklung Leipzigs, siehe den neuen Campus mit dem Paulinum.

Uralte Blätter wie die vermutlich früheste Darstellung der Stadt in einem Holzschnitt von 1547 sind zu sehen wie die kolorierten Kupferstiche über das Leben der wohlsituierten Leipziger von Carl Benjamin Schwarz. Es war die Zeit, da es sich auch ein Student Goethe in Leipzig gut gehen ließ und der sogar, weil ihm Vater genug Geld bereit stellte, um sogar mit der Kutsche durch die Stadt und in deren grüne Peripherie fahren zu können. Die Blätter, die jeder gern zu Hause hängen hätte, erwarb Kustos Rainer Behrends zu DDR-Zeiten für die Universität vom Zentralantiquariat. Damals muss es also noch Geld für den Ankauf gegeben haben. Heute muss Hiller allein auf seine Sponsoren setzen. So konnte Frentzels Stadtplan erst in jüngster Zeit mit Hilfe der Vereinigung der Förderer und Freunde der Universität erworben werden.

Ausstellung bis 6.11., Kunstsammlung Ritterstraße 26, Mo 11 bis 15, Di bis Fr 14 bis 18, Mi bis 20 Uhr. – www.uni-leipzig.de/kustodie

Von Thomas Mayer

Leipzig ritterstraße 26 51.34127 12.37983
Leipzig ritterstraße 26
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