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Kein Geld für neue Kunstwerke - Museen drohen Verlierer der Sparpolitik zu werden

Kein Geld für neue Kunstwerke - Museen drohen Verlierer der Sparpolitik zu werden

Museen in Deutschland drohen aus Sicht der Chefin der Kunstsammlungen Chemnitz, Ingrid Mössinger, zu Verlierern der Sparpolitik zu werden. „Ohne einen Etat für Ankäufe ist ein zielgerichtetes Sammeln oder gar der Erwerb wichtiger Kunstwerke kaum möglich“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.

Chemnitz. „Das aber ist eine unserer Hauptaufgaben.“ Die Museen seien zunehmend auf Stiftungen und private Schenkungen angewiesen. Das könne ein Engagement der öffentlichen Hand auf Dauer aber nicht ersetzen.

„Wer seine Kunstsammlungen ernst nimmt, der muss auch etwas dafür tun“, sagte Mössinger. „Viele Stiftungen oder Sponsoren erwarten von den Museen zumindest einen Eigenbeitrag, wenn sie Geld geben.“ In diesem Jahr habe sie gar keinen Ankaufsetat, sagte die Museumschefin.

Auch der Verkauf von Kunstwerken aus dem Depot könne das Finanzproblem nicht lösen, warnte Mössinger. „Ich bin prinzipiell gegen solche Verkäufe.“ Die Museen müssten „Schutzräume für Kunst“ bleiben. Zudem hätten vor allem deutsche Museen nach den Verlusten in der Nazizeit eine besondere Verantwortung. Die Chemnitzer Sammlungen verloren durch Verkauf, Tausch und Beschlagnahmungen fast 1000 Kunstwerke. Nach 1990 sei es nur in wenigen Glücksfällen wie bei der Skulptur „Kopf eines Denkers“ von Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) gelungen, Stücke zurückzukaufen. „Die Verluste von damals sind nicht wieder wettzumachen.“

In Zeiten knapper Kassen würden Schenkungen für die Museen immer wichtiger, sagte Mössinger. „Die Künstler haben auch ein Eigeninteresse, in öffentlichen Museen ausgestellt zu werden. Das wird als Anerkennung gewertet.“ Allerdings fielen auch Schenkungen nicht vom Himmel. „Das Museum muss sich einen guten Ruf erarbeitet haben und in der Fachwelt bekannt sein. Die Stifter wollen ihre Schenkungen in guten Händen wissen.“

Gespräch: Ralf Hübner, dpa

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