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Kein bisschen leiser: Toten Hosen begeistern 11.000 Fans in der ausverkauften Arena Leipzig

Kein bisschen leiser: Toten Hosen begeistern 11.000 Fans in der ausverkauften Arena Leipzig

Leipzig. Gesang wie sonntags in der Stadionkurve. Die ausverkaufte Arena heizt hoch. Vor der Bühne schwenken Fahnen. Hammer, Sichel, Bundesadler auf schwarzem Grund.

Eine Galerie Leuchtsäulen springt an. Ein bisschen Intro. Dann sind Die Toten Hosen da. Campino trägt Ringelpulli schwarz-weiß. Bein auf den Boxen. Mikroständer schräg. Die Halle tost und tobt. 11.000 Fans im Jubel.

„Ballast der Republik“ kracht los. Campino läuft über die Bühne, die Gitarreros schrägen die Akkorde. Ist das noch Punk-Rock fragt keiner. Schwingende Arme heben ab zur punkigen Seeligkeit. „Altes Fieber“: knallharter Drum-Einstieg - und alle klatschen nicht nur, alle singen auch den Refrain mit. Irgendwann später gibt Campino den Überraschten: „Ihr kennt ja alle unsere neuen Lieder besser als ich.“

Es waren eine Menge vom Doppelalbum zum 30. Band-Jubiläum zu hören. Und weil das so eine schöne Zahl ist, gab es dann auch gleich 30 Songs, in einem Affenzahn aneinander gereiht. Zwei-, dreiminütige Lieder mit eingängigen Refrains, in straffem Tempo aufgefädelt. „Auswärtsspiel“ wird mit kurzen Aussetzern bisschen zerschreddert. „Alles was war“ - und jeder kennt den Text. „Zwei Drittel Liebe“, Breiti macht ein kleines Solo. „Du lebst nur einmal“, dann „Heute hier, morgen da“. Der Klassiker von Hannes Wader über die ständige Veränderung von Zeiten, Gesellschaften, Beziehungen. Klar, dass Campino die Zeile „Dass nichts bleibt wie es war“ gefällt. Hört sich ja irgendwie nach Lust an Zerstörung an, also nach Punk. Auch wenn er edel klingt.

Womit der so ewige wie müßige Streit beginnen kann, was denn Die Toten Hosen eigentlich sind. Antwort: Ganz sicher die aufregendste deutsche Band. Wenn Rocksongs asphaltpoetisch und straßenphilosophisch sind, dann die der Toten Hosen. Da gibt es eben immer wieder diese Verse, die jeder versteht - weil sie erlebbar sind.

Die komplette Konzertrezension lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Leipziger Volkszeitung (14. November 2012) oder online im

E-Paper.

Norbert Wehrstedt

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